Pressestatement

Corona: NRW verspricht normalen Schulstart nach den Ferien

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Corona und Schule: Die Schulen in NRW starten auch in das neue Schuljahr im Präsenzunterricht. Vorerst bleibt auch die Maskenpflicht in den Schulgebäuden bestehen.

Corona und Schule: Die Schulen in NRW starten auch in das neue Schuljahr im Präsenzunterricht. Vorerst bleibt auch die Maskenpflicht in den Schulgebäuden bestehen.

Foto: Christoph Soeder/dpa

Essen  Die Schulen in NRW verabschieden sich bald in die Sommerferien. Nach den Ferien sollen die Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren.

  • Corona und Schule in NRW: Auch nach den Sommerferien starten die Schulen in NRW im Präsenzunterricht. Die Sommerferien starten am 2. Juli.
  • Die Maskenpflicht innerhalb der Schulgebäude in NRW soll auch nach den Ferien bestehen bleiben, zumindest vorerst. Die Schulministerin behält sich aber vor, diese Pflicht abzuschaffen.
  • "Wir begrüßen das neue Schuljahr so, wie wir das alte verabschieden", bilanzierte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag während eines Pressegespräches.

Die rund 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen sollen nach den Sommerferien wieder einen weitgehend normalen Unterrichtsalltag erleben. „Wir starten in das neue Schuljahr 2021/22 genauso, wie wir das aktuelle Schuljahr nächste Woche verabschieden werden“, stellte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag klar. Für den Schulbetrieb ab dem 18. August gelte „volle Präsenz“ und Unterricht „nach Stundentafel in vollem Umfang“, so die Ministerin.

Corona und Schule in NRW: Folgende Regeln gelten nach den Sommerferien

  • Der Unterricht wird nach der Stundentafel im vollen Umfang stattfinden. Auch alle Fächer finden statt.
  • Die Testpflicht bleibt: In der Primarstufe wird zwei Mal pro Woche ein Lolli-Test durchgeführt. An den weiterführenden Schulen wird zwei Mal die Woche ein Selbsttest durchgeführt.
  • Die Maskenpflicht gilt im Gebäude, außerhalb des Schulgebäudes kann die Maske abgesetzt werden.
  • Alle weiteren Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen bleiben bestehen.
  • Einschulungsfeiern nach den Sommerferien finden statt.
  • Klassenfahrten und Schüleraustausche können wieder stattfinden.

Trotz aktuell weiter sinkender Corona-Infektionszahlen war zuletzt wieder eine Debatte über die Risiken des Präsenzunterrichts entbrannt. Hintergrund sind Probleme mit der Delta-Variante des Virus unter Jugendlichen in Ländern wie Israel und Großbritannien, die in der Pandemie-Bekämpfung eigentlich weiter waren als Deutschland. „Wir starten unabhängig des Inzidenzgeschehens – außer wir erwarten dramatische Entwicklungen, wovon ich heute nicht ausgehe“, sagte Gebauer dennoch.

Corona und Schule in NRW: Testpflicht an den Schulen bleibt nach den Sommerferien

Es werde weiterhin getestet, auch um den größtmöglichen Schutz auch jener Kinder sicherzustellen, „die nicht geimpft werden können oder wollen“, so die Ministerin. Eine Erhebung des Impfstatus von Schülern oder Lehrern dürfe schon aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erhoben werden. Da die Ständige Impfkommission (Stiko) und viele Kinderärzte eine Impfung von Schülern nur bei Vorerkrankungen und persönlichen Risiken empfehlen, muss die Landesregierung damit rechnen, dass im Herbst in NRW kein nennenswerter Teil der Minderjährigen geschützt ist.

Bereits vor einigen Tagen hat die SPD-Opposition eindringlich vor erneuten Schulschließungen nach den Sommerferien gewarnt. „Die Schulen dürfen nicht mehr geschlossen werden“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Ott, in Düsseldorf. Erneuten Distanzunterricht im Fall einer vierten Corona-Welle dürfe es „auf keinen Fall“ geben und Wechselunterricht „nur im allergrößten Notfall“.

Die Maskenpflicht soll im Schulgebäude nach den Sommerferien nur noch für einige „Tage der Vorsicht“ beibehalten werden, um mögliche Auswirkungen von Reiserückkehrern auf das Infektionsgeschehen abzuwarten. Nach etwa eineinhalb Wochen will Gebauer kritische Bilanz ziehen: „Das Tragen der Maske steht von Beginn unter einer strengen Beobachtung und auf dem Prüfstand.“ Man wolle „so schnell wie möglich wieder freie Sicht auf und freies Sprechen für unsere Kinder.“ Der Verband „Lehrer NRW“ lobte die Entscheidung als „umsichtig im Sinne eines sicheren Schulbetriebs“.

Corona und Schule in NRW: Landesregierung gibt Planungssicherheit

Planungssicherheit gibt die Landesregierung schon jetzt für Einschulungsfeiern, Klassenfahrten oder Schüleraustausch-Programme. Obwohl zur Einschulung in der Regel mehrere Hundert Menschen und viele unterschiedliche Familien mitunter aus ganz Deutschland zusammenkommen, sagte Gebauer: „Zu den Einschulungsfeiern müssen keine Tests vorgelegt werden.“ Alles soll ab Mitte August wieder ganz normal stattfinden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dagegen zu Wochenbeginn mit der Vorhersage für Aufregung gesorgt, dass auch im Herbst und Winter voraussichtlich Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig seien.

Zudem soll für Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen bis Ende 2022 ein millionenschweres Corona-Aufholprogramm bereitstehen. Der Großteil der Mittel wird wohl in die Schulen fließen. Bundesmittel in Höhe von 215 Millionen Euro würden vom Land in gleicher Höhe aufgestockt. Von dem Aufholprogramm könnten befristet arbeitslose Lehrer, Studierende, Pensionäre oder Quereinsteiger beschäftigt werden, um Unterrichtsstoff nachzuholen. Auch die Nachhilfe-Institute würden einbezogen. (mit dpa)

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