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Witten: Sparkasse will Personal sozialverträglich abbauen

Das Gebäude der Sparkassen-Nebenstelle an der Ecke Schlachthofstraße/Pferdebachstraße in Witten: Die Filiale wird ab 9. März zum reinen Selbstbedienungscenter.

Das Gebäude der Sparkassen-Nebenstelle an der Ecke Schlachthofstraße/Pferdebachstraße in Witten: Die Filiale wird ab 9. März zum reinen Selbstbedienungscenter.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Sparkasse Witten ändert ihre Struktur. Sie schließt eine Filiale und passt Öffnungszeiten an. Das hat auch Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Das Bankengeschäft steht angesichts der Niedrigzinsphase vor schwierigen Zeiten. Auch wachsendes Online-Banking erfordert ein Umdenken. Die Sparkasse Witten sieht sich gezwungen, darauf zu reagieren und ändert – wie bereits berichtet – ihre Öffnungszeiten. Betriebsbedingte Kündigungen werde es in diesem Zusammenhang aber nicht geben, betont Vorstands-Vize Andrea Psarski. Mitarbeiter hatten offenbar genau damit gerechnet.

„Es gibt keine Liste der zu Entlassenen“, weist Psarski Befürchtungen zurück „Wir versuchen, jeden mitzunehmen.“ 371 Mitarbeiter hat die Sparkasse derzeit. Noch im letzten Jahr sei die Zahl der Angestellten um sieben Köpfe gewachsen. Eine weitere Steigerung sei allerdings tendenziell in Zukunft ausgeschlossen. Im Gegenteil.

Wittener führen keine Fusionsgespräche mit Bochum oder Dortmund

Nach Informationen dieser Zeitung sollen in den kommenden vier bis fünf Jahren circa 70 Stellen sozialverträglich abgebaut werden – etwa über Altersteilzeit oder Abfindungen. „Wir werden sozial fair und verbindlich miteinander umgehen“, sagt Vorstandsvorsitzender Rolf Wagner am Mittwoch (19.2.) beim offiziellen Pressegespräch zu anstehenden Veränderungen im Unternehmen. Auch ein Zusammenschluss mit benachbarten Kreditinstituten, wie es schon einmal 2016 zur Debatte stand, sei nicht geplant.

Wagner: „Es gibt aktuell keine Gespräche mit den Sparkassen Bochum und Dortmund über eine Fusion.“ Es sei schön, solche Gespräche derzeit nicht führen zu müssen, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Er betont: „Wir sind ein stabiles Institut.“ Es sei durchaus belastend, mit Zinsen kein Geld mehr verdienen zu können. Doch in der Krise sehe er sein Unternehmen keinesfalls. Zwar sei eine Zinssteigerung auch nicht in Sicht. „Doch die Einlagen steigen trotzdem. Unsere Kunden sparen weiter.“ Und: Immerhin 250 Millionen Euro konnte die Sparkasse im vergangenen Jahr für neue Darlehen bewilligen. „Unser bisher höchster Wert.“

Sparkasse Witten reduziert Service- und dehnt Beratungszeiten aus

Dennoch sind Anpassungen unumgänglich. Dies habe eine Erhebung ergeben. Ein halbes Jahr lang wurde an allen derzeit noch elf Standorten untersucht, zu welchen Zeiten wie viele Kunden mit welchen Anliegen ihre Filiale aufsuchen. Das Ergebnis: Mehr individuelle Beratung wird gewünscht. Die Konsequenz: Normale Öffnungszeiten gibt es nicht mehr. Die so genannten Servicezeiten fürs alltägliche Kundengeschäft am „Schalter“ werden reduziert, dafür können sich Kunden ganztägig mit festen Terminen beraten lassen. Diese sollten mindestens 24 Stunden vorher vereinbart werden. Die Filiale an der Pferdebachstraße wird zu einem reinen Selbstbedienungscenter umgebaut.

Die Sparkasse will außerdem in die technische Ausstattung ihrer Automaten investieren. „Noch sind nicht überall Einzahlungen möglich“, so Andrea Psarski.

Schwierigkeiten habe die Sparkasse, Auszubildende zu finden. Sechs bis acht könnten pro Jahr eingestellt werden, im letzten Jahr wurden sechs Stellen besetzt. „Für 2020 nehmen wir gerne noch Bewerbungen an – gern auch online.“

Sparkasse Witten will gesellschaftliches Engagement nicht reduzieren

Nicht reduzieren will die Sparkasse ihr gesellschaftliches Engagement in der Stadt. 400.000 Euro habe sie im Jahr 2019 beispielsweise an Spenden und Sponsoring für Kunst, Kultur, Sport und Umweltschutz ausgegeben, so Vorstandsmitglied Arno Klinger. Die Aufträge für Neuinvestitionen und Instandhaltung beliefen sich im vergangenen Jahr auf 450.000 Euro und seien vorwiegend an heimische Betriebe vergeben worden. „Außerdem sind wir einer der größten Steuerzahler in Witten“, sagt Klinger. Über sechs Millionen Euro wurden 2019 gezahlt.

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