Straßenbau

Herbeder wollen die Brücke tiefer legen

Die Omega-Brück soll abgerissen werden. Nur Fahrzeuge bis 28 Tonnen dürfen noch darüber fahren.

Die Omega-Brück soll abgerissen werden. Nur Fahrzeuge bis 28 Tonnen dürfen noch darüber fahren.

Foto: Funke Foto Services

Witten.   Wenn die Omega-Brücke fällt, soll am Haus Herbede keine neue Blickbarriere errichtet werden. Die Wittener Straße würde einen Bahnübergang bekommen.

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Beim Neubau der Herbeder Ruhrbrücke muss der Landesbetrieb Straßen keine Rücksicht auf die Omega-Brücke nehmen. Die Denkmalbehörde hatte das denkmalgeschützte Teilstück (anno 1934) des 300 Meter langen Brückenzuges zum Abriss freigegeben. Das hat der Fantasie der Herbeder angeregt. Im Stadtteil macht man sich für die Idee stark, beim Neubau gut die Hälfte der heutigen Brückentrasse tiefer zu legen.

Nach dieser Variante soll die Wittener Straße beim Neubau von Heven aus nur die Ruhr in heutiger Höhelage überqueren, gleich danach soll sie auf Uferhöhe über den Mühlengraben (dort fahren keine Schiffe) und in Straßenlage an Haus Herbede vorbei bis zum Rathauskreisel geführt werden. Die Idee stammt vom früheren Herbeder SPD-Kreistagsmitglied Dieter Müller (70). Heiner Knährich (70), Vorsitzender des Heimatvereins Herbede, hat sie jetzt aufgegriffen und ausgearbeitet. Die CDU macht sie dafür gerade in einer Anfrage an die Stadt stark.

Die Zeit drängt, auch wenn der Neubau des Brückenzugs, der 20 Mio. Euro kosten soll, wohl nicht vor 2021 losgehen wird. Der zuständige Landesbetrieb Straßen will in Kürze per Ausschreibung ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragen. Die CDU setzt sich deshalb dafür ein, dass Stadt und Landesbetrieb dabei auch die Machbarkeit der „tiefer gelegten“ Wittener Straße prüfen.

Haus Herbede wird zur „Landmarke“

Die Vorteile dieser Lösung liegen für die Befürworter auf der Hand: Herbede rückte wieder als „Landmarke“ sichtbar ins Blickfeld, Herbede selbst „gefühlt“ wieder näher an die Ruhr. Der Lkw-Verkehr zu den Betrieben Luhn & Pulvermacher, Ruhrtaler Gesenkschmiede zur einen und zur Friedrich Lohmann GmbH zur anderen Seite könnte über eine neue Kreuzung von Wittener Straße und Von-Elverfeldt-Allee statt durchs Zentrum abgewickelt werden. Der Platz für eine großzügige Lösung sei auf dem Bahngelände vorhanden, meint Heiner Knährich, schließlich lägen dort heute nur noch zwei von früher sieben Gleisen. Dieter Müller verweist außerdem auf eine kürzere Bauzeit und geringere Kosten einer ebenerdigen Trasse.

Neuer Bahnübergang

Die Wittener Straße würde dann allerdings auch die Bahnlinie ebenerdig kreuzen. Dort müsste für die Hauptverkehrachse ein neuer Bahnübergang gebaut werden. Auch darauf weiß Knährich eine Antwort: Den alten (Ruhrtal) würde er stilllegen. Die Weiche für den Güterzug, der Bötzel bedient und der in Herbede umgesetzt wird, müsste in Richtung alter Bahnhof verlegt werden. Bliebe nur noch der Museumszug. „Kein Problem“, meint er. Wenn man einmal im Monat vor der Schranke auf die Dampflok warten müsse, „dann ist das doch eine Attraktion. Danach würde ich mir doch den Hals recken.“

Stellungnahme in Arbeit

Die Stadt Witten bereitet mit dem Landesbetrieb Straßen NRW eine Antwort auf die CDU-Anfrage vor. Möglicher „Knackpunkt“ für eine Straßenführung in Tieflage könnte nach erster Einschätzung das Eisenbahnkreuzungsgesetz werden.

Im Planfeststellungsverfahren will Straßen NRW die Stadt Witten einbeziehen. Die will alle Varianten der Politik vorstellen.

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