Menschen aus Seenot zu retten, das ist Teamarbeit. Damit die Seenotretter auf Nord- und Ostsee und ihre fliegenden Partner erfolgreich sind, trainieren sie ständig die Zusammenarbeit. Um auch virtuell gemeinsam üben zu können, entwickelt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit der Universität Witten/Herdecke sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) derzeit eine einzigartige Trainings- und Forschungsumgebung.

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Ziel des Forschungsprojektes „Amaris“ ist es, dass Seenotretter die Suche und Rettung Schiffbrüchiger künftig gemeinsam mit Hubschrauber-Besatzungen in einem sogenannten SAR-Simulator trainieren können - auch wenn sich Teilnehmer des Trainings an weit entfernten Orten befinden. Dazu soll das Simulatorzentrum der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit dem Simulator des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig gekoppelt werden. Das Reinhard-Mohn-Institut (RMI) der Universität Witten/Herdecke wird Daten auswerten und daraus ein Schulungskonzept ableiten.

Forscher der Uni Witten interessiert, wie Teams erfolgreich zusammenarbeiten

„Seenotretter und Hubschrauber-Crews sollen standardisierte Einsatzverfahren, aber auch Notmanöver und kritische Situationen im Simulator trainieren“, erklärt Rolf Detlefsen, Leiter des Simulatorzentrums der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Dort werden die Seenotretter der Seenotleitung Bremen trainiert. Besonders häufig arbeiten die Seenotretter mit ihren fliegenden Kollegen der Marine zusammen.

Die Forscher um Prof. Hendrik Wilhelm von der Universität Witten werden Ansätze zum Wissens- und Erfahrungstransfer in Simulatortrainings entwickeln. „Uns interessiert, was Teams dazu befähigt, über Organisationsgrenzen hinweg erfolgreich zusammenzuarbeiten. Dabei spielen nicht nur formale Strukturen und Prozesse eine wichtige Rolle. Wichtig ist auch das zwischenmenschliche Zusammenspiel“, sagt Hendrik Wilhelm.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zwischen Borkum und Usedom aktiv

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2000 Einsätze.