Klimaschutz im Nahverkehr

Erste Elektrobuslinie in NRW zwischen zwei Städten eröffnet

Daniel Schranz (Oberbürgermeister Oberhausen), NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), Gabriele Matz (VRR) und Stoag-Geschäftsführer Werner Overkamp bei der Freigabe der neuen Elektrobuslinie.

Daniel Schranz (Oberbürgermeister Oberhausen), NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), Gabriele Matz (VRR) und Stoag-Geschäftsführer Werner Overkamp bei der Freigabe der neuen Elektrobuslinie.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.   Die Linie 979 zwischen Sterkrade und Bottrop fährt ab dem 13. Juli komplett elektrisch. 15 weitere E-Busse will die Stoag bis 2021 anschaffen.

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Zwischen Bottrop und Oberhausen pendeln ab Juli vier Elektrobusse. Dann werden die alten Dieselfahrzeuge der Linie 979, die zwischen Sterkrade Bahnhof und dem Zentralen Omnisbusbahnhof (ZOB) in Bottrop verkehren, von ihren rein elektrisch betriebenen Nachfolgern abgelöst. Damit geht die erste städteverbindende Elektrobuslinie in Nordrhein-Westfalen an den Start. Betrieben wird sie von den beiden städtischen Verkehrsbetrieben Stoag und Vestische, die für die Linien in Bottrop verantwortlich ist. Das Projekt hatten die Stadtoberen bereits vor zwei Jahren angekündigt; Start der Buslinie sollte bereits im Herbst 2018 sein – doch dann verzögerte sich das wegweisende Nahverkehrsprojekt um ein Dreivierteljahr.

Förderbescheid für 15 neue Elektrobusse

Jetzt am heutigen Dienstag war es endlich soweit: Da wurden die neuen E-Busse in Sterkrade offiziell vorgestellt. Blau und weiß lackiert und mit Wahrzeichen der beiden Städte versehen, heben sie sich von den üblichen Farben der beiden Verkehrsunternehmen ab. Technisch sollen die Elektrofahrzeuge der Firma VDL so manches Versprechen vom umwelt- und klimafreundlichen Nahverkehr einlösen.

Oberbürgermeister Daniel Schranz sieht in dem Gemeinschaftsprojekt einen Beleg dafür, dass das Thema Luftreinhaltung und Klimaschutz in Zeiten des medialen Hypes um „Fridays for Future“ und globale Erwärmung tatsächlich angegangen wird.

Für Bottrops Stadtobersten Bernd Tischler ist es ein Projekt „das Mut macht und beispielhaft für andere Regionen“ sein kann. Stoag-Geschäftsführer Werner Overkamp: „Die Busse fahren vollkommen emissionsfrei und geräuscharm. Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach speisen wir zudem in das Oberhausener Netz ein.“

Alle 20 Minuten ab Mitte Juli

Ab dem 13. Juli fahren die E-Busse alle 20 Minuten zwischen den beiden Städten eine etwa 25 Kilometer lange Strecke. Nach einer Tour müssen die Schnelllade-Batterien an einer Ladesäule am Bahnhof in Sterkrade mit Strom aus dem EVO-Netz wieder geladen werden. In nur zehn Minuten sollen die Speicher laut Overkamp wieder voll sein – das geschieht während der Fahrerpause. Die Ladezeit ist so kurz, weil die Stoag hier direkt den Gleichstrom aus der Straßenbahn-Stromversorgung zieht.

Möglich geworden ist die neue Gemeinschaftslinie erst mit Fördermitteln von VRR, Land und Bund. Allein der Bund übernimmt 90 Prozent der Infrastrukturkosten (Ladesäulen, Ausbau Betriebshof etc.) und 60 Prozent der Mehrkosten bei der Beschaffung der Busse. Aus eigener Kraft wäre das für die Nahverkehrsbetriebe kaum zu stemmen: 500.000 Euro kostet ein E-Bus, mehr als doppelt so viel wie ein Dieselfahrzeug.

Förderbescheid für 15 weitere Elektro-Busse

Während die Vestische in Sachen Elektromobilität nun erste Erfahrungen mit der Buslinie 979 sammeln will, treibt die Stoag den Ausbau ihrer Elektroflotte weiter voran.

Bis 2021 sollen 20 Prozent E-Busse in Oberhausen im Einsatz sein. 15 weitere Elektrofahrzeuge sollen mit Mitteln des Landes angeschafft werden. Den Förderbescheid übergab am Dienstag NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU).

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