Ausbildung

IHK ehrt ihre besten Auszubildenden im Herner Autokino

Im Autokino am Gysenberg-Park fand diesmal die Ehrung der besten IHK-Auszubildenden statt.

Im Autokino am Gysenberg-Park fand diesmal die Ehrung der besten IHK-Auszubildenden statt.

Foto: IHK

Herne.  Die IHK Mittleres Ruhrgebiet hat die Ehrung der besten Auszubildenden diesmal im Autokino am Gysenberg veranstaltet. Das waren die Gewinner.

Kein festlich geschmückter Saal, kein Gruppenbild auf der Bühne, keine „Nachfeier“ nach der Preisverleihung. Stattdessen Autokino, Lichthupe, Wärmedecken und Mindestabstand. Die „Stars der Ausbildung“ der IHK Mittleres Ruhrgebiet sind diesmal im Rahmen einer kleinen Festveranstaltung im Autokino am Gysenberg-Park geehrt worden. Der Stimmung taten die ungewöhnlichen Umstände keinen Abbruch.

Zum zweiten Mal ehrte die IHK bei den „Stars der Ausbildung“ neben den Prüfungsbesten des Ausbildungsjahres 2020 den „Azubi des Jahres“, bereits zum dritten Mal den „Ausbildungsbetrieb des Jahres“. Bei dieser Preisverleihung geht es ausdrücklich nicht darum, den Prüfungs-Überflieger oder jenen Betrieb auszuzeichnen, der die meisten „Einser“ hervorgebracht hat. Es geht stattdessen darum, Engagement auch fern der Ausbildung sowie Wertschätzung und Unterstützung während der Ausbildung auszuzeichnen.

Azubi des Jahres kam erst 2015 nach Deutschland

Der Stern als „Azubi des Jahres“ ging an Joomakhan Yusufi, der im Jahr 2015 als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland kam und 2017 im Hattinger Restaurant „Diergardt – Zum kühlen Grunde“ eine Ausbildung als Koch begonnen hatte und in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen hat. „Ich wusste damals gar nicht, was eine Ausbildung ist. Ich konnte gar kein Deutsch“, erzählte Yusufi. Deshalb sei die Berufsschulzeit auch am Anfang besonders schwierig gewesen. „Im ersten Jahr habe ich gedacht, ich schaffe das nicht. Aber mein Chef hat gesagt, Du schaffst das…“ Stimmt.

„Ausbildungsbetrieb des Jahres“ ist die R.iT GmbH aus Bochum. Ein IT-Dienstleister, 2001 als Spin-off der Ruhr-Unigegründet, bereits seit 2003 Ausbildungsbetrieb. Unter den Nominierten war auch die Herner rku.it GmbH. Beeindruckend das Statement von R.iT-Geschäftsführer Tobias Rademann: „Für mich ist Ausbildung keine Pflicht, sondern eine Freude.“ Es sei für ihn „toll zu sehen“, wie sich Auszubildende über die Jahre entwickelten. Und mahnend hinterher: „Ich kann nicht verstehen, warum viele Unternehmen nicht ausbilden.“

Leidenschaftliches Plädoyer für Ausbildung

Ein leidenschaftliches Plädoyer für Ausbildung hatte zuvor auch IHK-Präsident Wilfried Neuhaus-Galladé gehalten: „Wer sich von der Ausbildung verabschiedet, sägt an den Pfeilern seines eigenen Unternehmens. Zusätzlich zur Pandemie.“ Gleichzeitig betonte er, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk aus seiner Sicht belege, dass viele Unternehmen auch in Corona-Zeiten weiterhin auf Ausbildung setzten. Im IHK-Bezirk mit den Städten Bochum, Herne, Witten und Hattingen gab es 2020 nur ein geringfügiges Minus, in Herne sogar einstattliches Plus. Der IHK-Präsident weiter: „Wenn die Wirtschaft wieder brummt, wenn die Aufträge wieder eingehen, wenn die Dienstleistungen wieder abgefragt werden, dann brauchen alle Unternehmen gute Fachkräfte. Und die gibt es nicht unbegrenzt. Was man heute versäumt, kann man nur schwerlich aufholen. Wenn überhaupt.“

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1549 Auszubildende haben in diesem Jahr im IHK-Bezirk ihre Prüfung erfolgreich abgeschlossen – 99 mit der Note Sehr Gut. 15 „Sehr Gute“ machten ihre Ausbildung in Unternehmen in Herne.

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