Naturprojekt

Kinder pflegen ihren Kartoffelacker mitten in Hattingen

Thaller, Adele und Timm haben eine kleine Kartoffel auf dem Kartoffelacker neben dem Rathaus Hattingen ausgebuddelt.

Thaller, Adele und Timm haben eine kleine Kartoffel auf dem Kartoffelacker neben dem Rathaus Hattingen ausgebuddelt.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Hattingen.   Aus Urban Gardening ist in Hattingen urbane Landwirtschaft geworden. Kinder pflegen den Kartoffelacker vorm Rathaus und freuen sich auf die Ernte.

Auf dem Innenstadt-Acker vor dem Hattinger Rathaus wächst und gedeiht es - quasi urbane Landwirtschaft statt einfach nur „Urban Gardening“. Am Dienstag versammelten sich hier die Nachwuchs-Landwirte, die diesen Acker bestellen: Kinder aus sieben Hattinger Kitas. Für die ist die zweite Auflage des Projekts ein riesen Erfolg.

Feld startet als Kunst im öffentlichen Raum

Als Kunst im öffentlichen Raum war das Projekt im Jahr 2018 gestartet. Damals wurde auf Initiative von Künstler Holger Vockert ein Getreidefeld vor dem Rathaus angelegt. Schon damals unterstützen Hattinger Kindergärten das Projekt, hegten und pflegten ihr Getreide. Und das so erfolgreich, dass Anfang Mai 2019 die zweite Auflage starten konnte.

Dieses Mal wachsen Kartoffeln auf dem in mehrere Parzellen aufgeteilten Acker. Und wieder huschen Kinder über das Feld. Sie haben Harken in den Händen und lockern den Boden auf. Dabei staubt die trockene Erde gehörig. Die Kinder aus der Kita an der Vidumestraße schnappen sich die Gießkanne und wässern ihre Kartoffeln. Alle zwei, drei Wochen kommen die Kita-Kinder aus allen Stadtteilen auf ihr Feld.

Kinder entdecken erste selbst gepflanzte Kartoffeln

Marc aus der Blankensteiner Einrichtung hat schon eine ganz kleine Kartoffel gefunden. Vielmehr fasziniert ihn aber die Wanze, die den Weg aus dem Feld auf seine Hand gefunden hat. Sina und Louisa aus der Kita in Holthausen bestaunen derweil die Marienkäfer auf den Blättern.

Auch Elisa aus der Kita an der Habichtstraße hat schon eine Kartoffel entdeckt. Die war beim Unkrautzupfen mit an die Oberfläche gekommen. Elisa ist stolz und wird ihre Knolle mit nach Hause nehmen. Eine besonders dicke haben die Kinder aber gleich wieder eingebuddelt.

Entstehung einer Kartoffel lernen

Wie die Feldfrüchte wachsen, das lernen die Kleinen nicht nur hier vor Ort, sondern auch in ihren Einrichtungen. Da geht es um die Entstehung einer Kartoffel, die Geschichte vom Kartoffelkönig und darum, welche Produkte aus Kartoffeln gemacht werden. „Da lernt man sogar als Erwachsene noch etwas“, erklärt Tanja Wacker aus der Kita Habichtstraße.

Viele der Kitas haben auch in ihren Räumen noch Kartoffeln gepflanzt – zum Teil sogar in Glaskästen. Der Vorteil: Dort können die Kinder beobachten, was sich unter der Erde abspielt.

Getreide und Sonnenblumen aus dem Vorjahr wachsen

Auf dem Acker vor dem Rathaus geht das natürlich nicht. Deshalb riskiert der ein oder andere Nachwuchs-Landwirt einen genaueren Blick. Der ist auch dann nötig, wenn es andere Pflanzen von den Kartoffelpflanzen zu unterscheiden gilt. Neben dem Unkraut, das die Kinder herauszupfen und das von den Stadtbetrieben entsorgt wird, wächst hier und da auch noch etwas Getreide aus dem Vorjahr.

Auf dem Abschnitt der Kita Hunsebeck überragen außerdem zahlreiche Sonnenblumen die Kartoffeln. Auch die sind aus dem vergangenen Jahr, haben sich selbst ausgesät. Und Kinder und Erzieher haben beschlossen, sie wachsen zu lassen. Damit freuen sich die Kleinen nicht nur auf die große Kartoffelernte und das Fest mit allen Beteiligten am 13. September, sondern auch darauf, dass bald die Sonnenblumen blühen.

Erdbeeren und Kirschen selbst pflanzen

Johanna und Emily aus dem Familienzentrum St. Christophorus haben übrigens schon Ideen, was sie das nächste Mal gern pflanzen würden: Erdbeeren oder Johannisbeeren. „Und Kirschen! Ich liebe Kirschen“, sagt Emily. Vielleicht wären ihre Kirschbäume dann bis zum Schulabschluss ja groß genug.

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