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Hattingen: Potteery sucht digitale Wege aus der Corona-Krise

| Lesedauer: 3 Minuten
Brigitte Heise, links, und Andrea Rudolph von der „Potteery“ in Hattingen vor einem Teil ihres Warenangebotes, das sie auch online anbieten. Fördergelder aus dem Sonderprogramm des Landes „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ halfen ihnen bei der Digitalisierung.

Brigitte Heise, links, und Andrea Rudolph von der „Potteery“ in Hattingen vor einem Teil ihres Warenangebotes, das sie auch online anbieten. Fördergelder aus dem Sonderprogramm des Landes „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ halfen ihnen bei der Digitalisierung.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  In der Pandemie haben die Inhaberinnen der „Potteery“ in Hattingen sich digitaler aufgestellt, mit Hilfe von Fördermitteln. Das steckt dahinter.

Dass sie neue Wege gehen müssen, um trotz aller Einschränkungen für den Handel wegen des Coronavirus den Kontakt zu ihren Kunden nicht zu verlieren, war Brigitte Heise und Andrea Rudolph, Inhaberinnen der Potteery“ in Hattingen, schon länger klar. Umso gelegener kam den beiden jüngst ein Sonderprogramm des NRW-Wirtschaftsministeriums: „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“. Das Projekt soll Einzelhändler in Zeiten der Pandemie stärken; und ihnen helfen bei der Umsetzung der zunehmend wichtiger werdenden Digitalisierung. 12.000 Euro an Fördergeldern haben die beiden dafür nun erhalten – die Förder-Höchstsumme.

„Für uns kleine Einzelhändler ist die Digitalisierung eine echte Herausforderung“

„Für uns kleine Einzelhändler ist die Digitalisierung eine echte Herausforderung, die wir aber angehen müssen“, sagt Brigitte Heise. Und Andrea Rudolph fügt hinzu: „Schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr ist absehbar gewesen, dass es wegen Corona längerfristige Einschränkungen geben würde.“ Zudem, fügt Rudolph hinzu, habe Corona auch den Trend zum Online-Einkauf verstärkt – „und das wird auch nach der Pandemie nicht komplett zurückgefahren werden.“

Unter dem Slogan „Digital vernetzt – für mehr Kundennähe“ haben sie dabei die Projektideen Chance für ihr Teefachgeschäft auf der Bahnhofstraße mit angrenzender Kreativmalwerkstatt für Keramik zusammengefasst, diese sind nun in der Umsetzungsphase. Mit Hilfe der Fördergelder, ergänzt um einen zehnprozentigen Eigenanteil, haben sie etwa mobile Endgeräte für das gesamte Team angeschafft. Jeder Mitarbeiter kann so nun jederzeit ortsungebunden Kundenfragen beantworten, Bestellungen entgegennehmen, die „Potteery“-Produkte präsentieren. Per E-Mail, Telefon, Live-Chat, WhatsApp, Video-Call.

Desinfektionsspender mit integriertem Display an der Ladentür

Überarbeitet haben Brigitte Heise und Andrea Rudolph zudem ihren Online-Shop für das Tee- und Schöne-Dinge-Sortiment, neu aufgebaut einen Online-Auftritt für die Keramikwerkstatt. Hier wie dort, aber auch über die sozialen Medien (Facebook, Instagram, Pinterest) bieten sie ihre Waren nun zur Selbstabholung per Click & Collect an. Oder auch zur Lieferung innerhalb des Stadtgebiets Hattingen – die Bezahlung an der eigenen Haustür ist dabei kontaktlos möglich dank neuer Endgeräte, über die auch die Registrierung der verkauften Waren an das Cloud-basierte Kassensystem im eigenen Ladenlokal weitergegeben wird. Eben dort soll am Eingang in den nächsten Tagen zudem ein Desinfektionsspender mit integriertem Display platziert werden, über das sich Kunden in Wartezeiten über Laden-Angebote informieren können.

Und last but not least bietet Brigitte Heise neuerdings noch Online-Seminare im Bemalen von Keramik an (Info: keramik4you.de; ab 1. März). Noch dienen diese zwar nur als Ersatz für die derzeit nicht erlaubten Präsenz-Seminare. Aber sie und Andrea Rudolph sehen hier durchaus Potenzial – und das sogar ganz unabhängig von Corona.

„Wir müssen die Digitalisierung als Chance sehen“

„Wir müssen“, betonen sie unisono, „die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance sehen, das uns Einzelhändler wirtschaftlich stärkt und uns nicht zuletzt auch neue Absatzfelder erschließt.“

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