Serie „Unterwegs im Stadtteil“

Rosenhügel - Stadtteil im Grünen

Foto: WAZFotoPool

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Nomen est omen, sagt man. Auf den Rosenhügel trifft das nicht ganz zu. Hügel und allzu viele Rosen gibt es hier nicht. „Aber ganz viel Grün“, sagt Ursula Ansorge, mit der die WAZ unterwegs auf dem Rosenhügel im Stadtsüdden war, wo man ansonsten vor allem eines tut: wohnen.

„Die Leute sind hier ganz aufgeschlossen, unser Markenzeichen ist der Schubkarrenumzug am Karnevalssonntag und ansonsten spielt die Stadtgrenze zu Gelsenkirchen im Alltag eine ziemlich Rolle“, erläutert Ursula Ansorge, die selbst quasi mit ihrem Haus am August-Brust-Weg auf der Stadtgrenze lebt. Der Rosenhügel - er „gehört“ eigentlichen nicht nur Gladbeck, sondern zu einem Teil auch Gelsenkirchen. Mitten durch die ECA-Siedlung, die zwischen 1950 und 1955 gebaut wurde und einen Großteil von Rosenhügel ausmacht, schleicht die Grenze, manchmal um die Häuser herum.

Das sorgt für manche Kuriosität. „Bei uns am August-Brust-Weg kommt zweimal die Straßenreinigung“, berichtet Ansorge von einer, „einmal aus Gladbeck und einmal aus Gelsenkirchen.“ Während die Gelsenkirchener die ganze Straße fegen, „stellen die Gladbecker Reinigungsfahrzeuge auf dem Gelsenkirchener Stück die Bürsten hoch.“ Sie selbst bekomme, obwohl ihr Haus in Gladbeck stehe, nicht das in der Stadt üblicherweise von RWW gelieferte Frischwasser, sondern das von Gelsenwasser, dem Wasserversorger der Nachbarstadt. „Dafür liegen aber zwei Abwasserkanäle in der Straße.“

Rosenhügel - das ist der flächenmäßig nach Schultendorf mit 106 Hektar (auf Gladbecker Gebiet) zweitkleinste, einwohnermäßig mit zuletzt 4908 Bewohnern viertkleinste Stadtteil. Geprägt ist er vor allem durch Siedlungen - oft Eigenheime, ansonsten kleine Mehrfamilienhäuser. Gewerbe gibt es kaum. Allerdings könnte die Nahversorgung besser sein, betont Ansorge. Man sei zwar froh über das kleine Einkaufszentrum am Lützenkamp, „aber es gibt zu viele Leerstände“. Auch am Markt, der - was die Zahl der Marktbeschicker anbelange - leider nachgelassen habe und eher spärlich besetzt sei, gebe es keinen Supermarkt mehr. Früher sei der Markt ein richtiger Treffpunkt gewesen, das sei er heute nicht mehr. „Wenn wir wenigstens einen kleinen Lebensmittelladen bekämen“, so die Rosenhügelerin.

Ein starkes Stück Rosenhügel ist die Petruskirche mit ihrem Gemeindehaus und Ge-meindesaal, der gerade erweitert wird. Inzwischen ist dieser Gemeindekomplex das einzige ev. Zentrum im Stadtsüden. Im Gemeindehaus finde immer der Siedlerkarneval statt. Die Siedler mit ihrem Vorsitzenden Klemens Kaperschmidt prägen ohnehin das Stadtteilleben, auch mit dem jährlichen Siedlerfest. Überhaupt die Menschen auf dem Rosenhügel - „mit denen kann man was machen“, die zögen an einem Strang - über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg. Der Adventsmarkt am Lützenkamp ist ein Beispiel.

Eine Art Bürgertreff ist das Sportheim am Dahlmannsweg, am Rande des Sportplatzes Otto-Hue-Straße. Mit viel Eigeninitiative ist es renoviert worden, viele Gruppen und Vereine treffen sich dort. Der SuS Rosenhügel, früher Eintracht Gladbeck, mit seinem Chef Peter Arndt ist der mit Sorgfalt agierende Hausherr.

Froh ist Ursula Ansorge über den Erweiterungsbau der Rosenhügeler Schule an der Münsterländer Straße, die ja zwei Grundschulen, die Grundschule Rosenhügel und die Antoniusgrundschule, beherbergt. Auch der Ausbau des Schulhofes sei ja zuletzt erfolgt. „Da haben wir lange drum gebettelt“. Viel mehr als die Schulen und den Sportverein gebe es aber für Jugendliche am Rosenhügel nicht. „Leider“, bedauert Ansorge.

Daten und Fakten zum Rosenhügel

Am Rosenhügel leben 2544 Frauen und Mädchen sowie 2364 Männer und Jungen.

Der Ausländeranteil liegt bei rund 15,5 %. Er ist recht hoch und liegt über dem Stadtdurchschnitt von 11,1 %.

Der Rosenhügel hat eine recht alte Bevölkerung: Ein Fünftel ist über 65 Jahre alt, nur 800 sind unter 18 Jahr alt.

32,2 Prozent der Rosenhügeler sind katholisch, 29,4 Prozen sind evangelisch. Die größte Gruppe ist die mit anderer oder ohne Konfession: 33,7 Prozent.

Verheiratet sind 50,1 %, ledig 35,2 %, verwitwet 8,9 % und geschieden 5,8 %.

Gut 82 ha der insgesamt106 ha, die rosenhügel ausmachen, sind Wohnbauflächen. Gut 14 ha sind Grün- und Waldflächen.

Was viele gar nicht wissen: Auch jenseit der Holthauser Straße befindet sich noch ein großer Teil Rosenhügel, der Gladbecker Stadtgebiet ist.

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