Fotografie

Fotograf lichtet Ückendorfer Bürger in Gelsenkirchen per Scanner ab

Für die Kunstaktion " Ückendorf_scans " legt der Österreicher Kurt Hörbst in der Galerie „bild.sprachen“ Menschen aus dem Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf (hier Dr. Abdulmoaid Al-Janabi) auf den Boden, um sie scheibchenweise zu fotografieren.

Für die Kunstaktion " Ückendorf_scans " legt der Österreicher Kurt Hörbst in der Galerie „bild.sprachen“ Menschen aus dem Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf (hier Dr. Abdulmoaid Al-Janabi) auf den Boden, um sie scheibchenweise zu fotografieren.

Foto: WAZ

Gelsenkirchen.   Ein Stadtteil wird gescannt. Seine Bewohner verleihen Gelsenkirchen-Ückendorf in der Ausstellung „Ückendorf_scans“ von Kurt Hörbst ein neues Gesicht. Bilder ab Donnerstag im Wi-Park zu sehen. Der Clou: Die Menschen werden scheibchenweise von einem Scanner erfasst, ihre Bilder am PC wieder zusammengesetzt.

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So haben Sie Ückendorf noch nie gesehen, bestimmt. Der österreichische Fotograf Kurt Hörbst hat den Stadtteil gescannt und das auf eine bewährte und preisgekrönte Art und Weise, nämlich auf seine: Mit einer hochauflösenden Kamera, die er auf einer Konstruktion Marke Eigenbau fixiert, scannte der Österreicher jetzt Ückendorfer Bürger und setzte den Stadtteil so ungewöhnlich ins Bild.

Arte-Laguna-Preis gewonnen

Ückendorfs neues Portrait entsteht über die Gesichter seiner Bewohner, der Menschen, die es ausmachen. Ihre Porträts werden in der Hörbsts-Ausstellung mit dem Titel „Ückendorf_scans“ im Wissenschaftspark zum neuen Gesicht des Stadtteils. Doch Porträts verraten nicht nur etwas über die Modelle, sondern auch einiges über den Fotografen. Hörbst gewinnt 2011 mit seiner sehr individuellen Herangehensweise an die Porträtfotografie den Arte-Laguna-Preis in Venedig, tourt seither kartographierend um den Globus und ist auf seiner Mission auf Einladung von Peter Liedtke von bild.sprachen ins Kreativ Quartier Ückendorf gekommen.

Querschnitt der Gesellschaft

Kurt Hörbsts Modelle sind unterschiedlich, international und individuell. „So wie der Stadtteil selbst“, sagt der Fotograf. Im Stile von August Sander, dem Schöpfer der Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts, fängt Hörbst mit seiner Arbeit die Menschen unseres Zeitalters ein. Neben Einwohnern aus Wien, Venedig und Peking gehören jetzt auch der glühende Schalke-Fan „Trompeten Willy“, Dr. Abdul Moaid Al Janabi, Lukas Crepaz, Volker Bruckmann und 16 weitere Ückendorfer zu den people_scans von Kurt Hörbst.

Am Computer zusammengesetzt und lebensgroß ausgedruckt, werden die Arbeiten ab 12. Dezember in den 300 Meter langen Arkaden des Wissenschaftsparks zu sehen sein.

Ein perfekter Ort für die Ückendorf_scans, auf denen die Porträtierten schwerelos scheinen, fast schwebend, weil sie aus ihrer Umgebung herausgelöst sind und auf sich selbst reduziert. Dieser Kunstgriff des Fotografen erlaubt es dem Betrachter der Abbildungen, einen völlig neuen Blick auf Ückendorf zu werfen und ein neues Gesicht zu erkennen.

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