Tournee „Surprise!“

Circus Probst: Neue Projekte zwischen Goch und Gelsenkirchen

| Lesedauer: 4 Minuten
Viel Platz für Mensch und Tier: Circus-Chefin Brigitte Probst, Tochter Stefanie und Sohn Andreas mit seiner Frau Michelle und Tochter Leonie auf ihrem Unternehmens- und Familiensitz in Goch. Aus Gelsenkirchen ist der Circus-Tross dort zunächst ins Winterquartier gegangen.

Viel Platz für Mensch und Tier: Circus-Chefin Brigitte Probst, Tochter Stefanie und Sohn Andreas mit seiner Frau Michelle und Tochter Leonie auf ihrem Unternehmens- und Familiensitz in Goch. Aus Gelsenkirchen ist der Circus-Tross dort zunächst ins Winterquartier gegangen.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Gelsenkirchen.  Endlich ist der Zirkus wieder auf Tournee. Kurzfristig nahm die Familie 14 Ukrainer auf. Ihre Pläne am neuen Stammsitz und für Gelsenkirchen.

Gegangen, um bleiben zu können: Gelsenkirchen, sagt Circus-Chefin Brigitte Probst, hätte ihre Familie nicht gern verlassen. Bevorzugt hätten sie hier ihr Stamm- und Winterquartier aufgebaut und eine Immobilie erworben, auch um in der Stadt weiterhin ihren Corona-erprobten Kultursommer anzubieten. Das hat bekanntlich nicht geklappt. Lesen Sie auch:Traum in Gelsenkirchen platzt: Circus Probst zieht nach Goch

So haben die Probsts in Goch einen früheren Reiterhof gekauft und werden am Niederrhein mit ihrem Familienunternehmen sesshaft. Wobei – sesshaft ist beim „fahrenden Volk“ ein dehnbarer Begriff. Seit ein paar Tagen ist der Circus-Tross schon wieder auf Tournee. Endlich. In Ratingen wurde jüngst nach zwei Jahren Pandemie-Zwangspause Saison-Premiere mit dem neuen Programm „Surprise!“ gefeiert, in der kommenden Woche geht es in Duisburg weiter.

Aus Gelsenkirchen zunächst ins Winterquartier nach Goch

Der Tross der internationalen Artisten und ihrer Angehörigen ist unerwartet gewachsen – eine Kriegsfolge: Die Circus-Kapelle kommt aus der Ukraine. „Den Musikern haben wir gesagt, holt eure Leute her, die kriegen wir schon unter“, sagt Brigitte Probst. 14 Personen, meist Frauen und Kinder, wurden kurzfristig zum Tourneebeginn zusätzlich in Wohnwagen untergebracht. Die Logistik haben die Probsts gerne freiwillig gemeistert, andere Hürden müssen sie notgedrungen nehmen: „Die Spritpreise sind ja der Hammer“, stöhnt die Circus-Chefin. „Um rauszufahren, haben wir allein 3500 Euro für Diesel gebraucht.“ Lesen Sie auch: „Wieder Lockdown? Dann wäre der Circus Probst kaputt“

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Viel ist passiert in den vergangenen Wochen zwischen Ankommen und erneutem Aufbruch. Nach zwei Jahren Standzeit im Revierpark Nienhausen, in denen der Betrieb gegen die Coronafolgen und ums Überleben kämpfte, sind die Probsts im neuen Domizil kurz ins Winterquartier gegangen. 36.000 Quadratmeter groß ist das Gelände – bebaut mit einem größeren Wohnhaus und Platz für drei Familien, mit Stallungen, einer 60 mal 20 Meter großen Reithalle, Bewegungsanlage, Koppeln. Der Garten dort hat es besonders Circus-Direktor Reinhard Probst angetan. „Der hat ja immer seine Pflanzen mitgeschleppt“, sagt seine Frau. Nun hat er nach einem weiteren schwierigen Jahr seine Rosen in Goch eingepflanzt. Bildlicher kann man kaum Wurzeln schlagen. Lesen Sie auch:Gelsenkirchen: Die Circus-Familie trauert um Sonja Probst

Das Gelände für den neuen Firmen- und Familiensitz ist 36.000 Quadratmeter groß

Herzlich und offen sei die Begrüßung in Goch ausgefallen. Vertreter der Stadt und der Wirtschaftsförderung hätten die Probsts mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen, Enkeltöchterchen Celina sei „wunderschön in ihrer neuen Schule“ aufgenommen worden und auch um die ersten Projekte sei es gleich gegangen, sagt Brigitte Probst. „Wir haben Großes vor. 2023 werden wir vielleicht schon unseren ersten Kultursommer in Goch starten.“

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Mit der Umnutzung des Reiterhofs einher gehen noch etliche Baustellen: Das Hausdach muss saniert, die Heizung erneuert werden, aktuell wird die Anlage mit Sicherheitstechnik ausgestattet. All das läuft quasi neben dem normalen Tagesgeschäft. Und auch für Gelsenkirchen planen die Probsts bereits schon voraus, denn sie wollen 2022 endlich den 25. Gelsenkirchener Weihnachtscircus mit einem entsprechend attraktiven Showprogramm inszenieren. Weiteres Thema: Wie der Circus Probst in Gelsenkirchen ums Überleben kämpft

Ausweichquartier für den Revierpark Nienhausen ist erforderlich

Flexibilität ist dabei gefragt. Denn an seinem angestammten Platz wird der Circus Probst seine Zelte nicht aufschlagen können. Der Revierpark Nienhausen soll umgebaut werden. Anders als zunächst erhofft dürfte die dortige Standfläche bis Dezember kaum bespielbar sein. Ein Ausweichquartier ist in der Abstimmung. Manege frei dürfte es diesmal auf dem Gelände Schalker Verein heißen.

Werbekampagne für den 25. Gelsenkirchener Weihnachtscircus

Wirtschaftlich ist ein erfolgreiches Wintergastspiel für den Circus Probst von sehr großer Bedeutung. Für den 25. Gelsenkirchener Weihnachtscircus zum Jahreswechsel 2022/-23 will die Familie Probst entsprechend frühzeitig werben.

Bereits ab dem Sommer soll für das Showprogramm, für das bereits die ersten Künstler-Verträge unter Dach und Fach sind, auf Linienbussen geworben werden.

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