Katholische Kirche

Sexuell übergriffig: Ruhrbischof suspendiert erneut Priester

Wieder muss er gegen einen Priester disziplinarisch vorgehen: Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

Wieder muss er gegen einen Priester disziplinarisch vorgehen: Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Essen.  Nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits gegen den Geistlichen. Wo dieser eingesetzt war, ist unklar.

Die katholische Kirche, sexueller Missbrauch und kein Ende: Vor wenigen Tagen erst erregten aufgetauchte Dokumente in einem alten Missbrauchsfall aus dem Ruhrbistum besonderes Aufsehen, weil sie eine Mitverantwortung des späteren Papstes Benedikt nahelegen. Jetzt geht es um neue Anschuldigungen gegen einen Priester im Ruhrgebiet: Diesem legt die Staatsanwaltschaft „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zur Last.

So jedenfalls heißt es in einer kurzen Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle von Mittwoch. Bischof Franz-Josef Overbeck habe den Geistlichen suspendiert und ihm die Ausübung seines Dienstes verboten. Parallel dazu ist bereits ein kirchenrechtliches Verfahren angestrengt.

Unklar bleibt, welchen Zeitraum die Anschuldigungen betreffen, in welcher Stadt des weitläufigen Ruhrbistum der beschuldigte Priester tätig ist und ob das Bistum die Staatsanwaltschaft oder die Staatsanwaltschaft das Bistum über die Ermittlungen informierte.

Studie macht sich auf die Suche nach Verhaltensmustern für sexualisierte Gewalt

Das Bistum Essen nimmt für sich in Anspruch, die Aufarbeitung des Umgangs mit sexueller Gewalt in den eigenen Reihen „frühzeitig begonnen und seither konsequent verfolgt“ zu haben. Zuletzt hat das Bistum im März 2020 das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer sozialwissenschaftlichen Studie beauftragt.

Die Forscher sollen klären, „welche Strukturen, Verhaltensmuster und Fehler von Verantwortlichen in den vergangenen 60 Jahren seit Gründung des Bistums sexualisierte Gewalt in kirchlichen Einrichtungen begünstigt haben“. Ziel sei es, die tieferen Gründe und Zusammenhänge für den Skandal des sexuellen Missbrauchs zu verstehen, um daraus dann weitere Konsequenzen für die Zukunft abzuleiten. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2022 veröffentlicht..

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