Soziale Medien

Neues Kunstwerk in Essen erntet Kritik in sozialen Medien

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Das Kunstwerk „Duett“ am Bredeneyer Kreuz in Essen löst eine Kontroverse aus.

Das Kunstwerk „Duett“ am Bredeneyer Kreuz in Essen löst eine Kontroverse aus.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Die Skulptur „Duett“ ist am Bredeneyer Kreuz in Essen enthüllt worden. Warum sie vor allem in den sozialen Medien viel Spott auslöst.

Das Kunstwerk „Duett“ steht seit einigen Tagen am Bredeneyer Kreuz in Essen. Die drei Meter hohe Skulptur von Stephan Balkenhol zeigt einen Flügel, auf dem ein Mann bäuchlings liegt und spielt, hinter ihm steht auf dem Flügel eine Frau in rotem Kleid. Gestiftet hat das Kunstwerk die Nationalbank anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums.

In den sozialen Medien erntet das Kunstwerk viel Spott und Häme. Das Team des Instagram-Profils „Essen diese“ hat eine Debatte darüber ausgelöst, welches Signal die Skulptur sendet. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer stellen die Aussage in Frage, dass sie eine Bereicherung für den Stadtteil sei und sehen Vorurteile über den reicheren Essener Süden bestätigt. Das Werk könne auch einen Titel tragen wie „ganz normaler Dienstagabend in Bredeney“, kommentiert eine Nutzerin etwa. Andere finden es nicht ästhetisch, fühlen sich gar an Figuren aus dem Düsseldorfer Straßenkarneval erinnert.

Frage nach Preis für Kunstwerk am Bredeneyer Kreuz

„Für das Geld hätte man bestimmt eine halbe Schule renovieren können“, mutmaßt eine Kommentatorin. Mehrere Kommentatoren kritisieren, dass es in Essen drängende soziale Probleme und dadurch finanziellen Bedarf gebe. Vor allem in den Schulen sehen sie es gut aufgehoben, jemand schlägt zum Beispiel vor, lieber die Sanierung von Schultoiletten zu finanzieren statt in ein Kunstwerk zu investieren.

Tatsächlich ist das Kunstwerk keine städtische Investition, es wurde zu 100 Prozent von der Nationalbank finanziert, die auch für eventuelle Folgekosten aufkommen wird. So zum Beispiel auch, falls es zu Vandalismus mittels Spraydosen oder anderem kommen sollte. Nach den Erfahrung mit anderen Kunstwerken geht die Bank davon jedoch gar nicht aus. Wie hoch der Anschaffungspreis für das „Duett“ von Stephan Balkenhol war, dazu macht der Vorstand keine Angabe.

Anerkennung für Kunst im öffentlichen Raum

Auch auf der Facebook-Seite dieser Redaktion ist die Preisfrage Thema. „Das Geld für dieses sogenannte Kunstwerk hätte die Nationalbank lieber für eine gemeinnützige Einrichtung spenden können“, meint ein Leser. Hingegen gibt es auf dieser Plattform auch mehrere Befürworter der Skulptur am Bredeneyer Kreuz. So heißt es etwa: „Ein Kunstwerk von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum unserer Stadt. Wir Essener können stolz darauf sein.“ Eine andere Leserin lobt: „Eine tolles Kunstwerk! Gratulation, die Bank versteht etwas von Kunst. Nur fehlt leider vielen Menschen die Phantasie.“

Allein die Tatsache, dass die Skulptur eine Debatte auslöse, zeige doch, dass sie Wirkung habe, argumentieren andere. „Kunst lebt von der Auseinandersetzung“, schreibt jemand. Eine andere Nutzerin meint zum „Duett“ in Bredeney: „Ich mag es irgendwie. Das Spannende an Kunst ist ja, dass nicht alle Kunst ,etwas gibt’. Aber sie deshalb anzugreifen halte ich für albern.“ Und eine weitere: „Ich finde die Installation großartig und empfinde Kunst im öffentlichen Raum sowie die Auseinandersetzung damit als spannend.“ Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen auf den verschiedenen Kanälen aus.

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