Olympia 2030

Essens OB Kufen will olympisches Dorf auf die A40 setzen

So könnte das olympische Dorf auf der A40 aussehen.

So könnte das olympische Dorf auf der A40 aussehen.

Foto: Animation: Stadt Essen

Essen.  Ein Dorf für 16.000 Athleten könnte laut OB Thomas Kufen auf dem lang ersehnten Autobahn-Deckel zwischen Frohnhausen und Holsterhausen entstehen.

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat einen Deckel auf der A40 zwischen Frohnhausen und Holsterhausen als Standort eines Olympischen Dorfes für die Sommerspiele an Rhein und Ruhr 2032 ins Spiel gebracht. Olympia sei eine Riesenchance für die Region, betonte Kufen am Mittwoch anlässlich des Zukunftsforums mit dem schönen Titel „#neuland“, zu dem der Sportmanager Michael Mronz, Gründer der Initiative Rhein-Ruhr-City, führende Köpfe aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Duisburg geladen hat.

„Wir sind ganz am Anfang“, sagte Kufen mit Blick auf ein mögliches olympisches Dorf mitten in Essen, das 16.000 Sportlern aus aller Welt Platz bieten müsste. Sobald die Kriterien für ein solches Dorf feststünden, „wollen wir die Idee weiterspinnen“, kündigte der OB an.

Auf den Gewerbeflächen „Freiheit Emscher“ sollen Arbeitsplätze entstehen

Gedankenspiele über ein olympisches Dorf in Essen sind nicht neu. Im Juni dieses Jahres hatten Studierende im Fachbereich Raumplanung der Technischen Universität Dortmund im Rathaus Entwürfe vorgestellt, wie ein Dorf auf dem riesigen Areal „Freiheit Emscher“ aussehen könnte, das die Städte Essen und Bottrop gemeinsam entwickeln wollen. Auch Thomas Kufen fand lobende Worte für die kreativen Ideen der angehenden Raumplaner.

Die ehemaligen Bergbauflächen zu beiden Seiten des Rhein-Herne-Kanals stünden für ein olympisches Dorf jedoch nicht zur Verfügung, sagte Kufen am Mittwoch vor Vertretern der Presse. Denn bei „Freiheit Emscher“ liege der Fokus auf der Schaffung von „wissensbasierten Arbeitsplätzen“. Auch der Zeitplan für die Entwicklung des insgesamt 150 Hektar großen Gebietes spricht eher gegen den Bau eines olympisches Dorfes an der Stadtgrenze. Bis 2030 sollen sich möglichst zukunftsweisende Branchen auf „Freiheit Emscher“ ansiedeln.

Das Land lehnte Machbarkeitsstudie für einen Deckel auf der A40 ab

Als Alternative für Olympia präsentiert Kufen die A40, „eine Fläche, an die wir ran müssen“. Das ist nicht neu. Schon in den 1980er Jahren wurde laut über einen Deckel auf der Stadtautobahn nachgedacht. Nun, da die A40 vom Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg bis Frohnhausen sechsspurig ausgebaut werden soll, sieht die Stadt Essen gute Argumente für einen solchen Deckel. Den Wunsch nach einer Machbarkeitsstudie hatte das Land NRW im vergangenen Jahr jedoch zurückgewiesen. Olympia an Rhein und Ruhr könnte wieder Bewegung in die Sache bringen, so offenbar das Kalkül aufseiten der Stadt.

Nachhaltigkeit sei das zentrale Thema, betonte Michael Mronz, dessen Initiative sich es zum Ziel gesetzt hat, die Sommerspiele 2032 nach NRW zu holen. Kufen erinnerte daran, dass die Stadt Essen durch den gerichtlichen Vergleich mit der Deutschen Umwelthilfe gehalten ist, die Luftqualität zu verbessern. Auch dazu könnte ein Deckel auf der A40 beitragen. Zudem entstünde Platz für neue Wohnungen.

Olympia-Initiator Michael Mronz nennt das olympische Dorf in London beispielhaft

Michael Mronz rechnet damit, dass sich drei bis vier Kommunen für ein olympisches Dorf bewerben werden. Wie es aussehen soll, ist noch völlig offen. Im kommenden Jahr sollen Wirtschaft und Wissenschaft aufgefordert werden, sich darüber Gedanken zu machen. Beispielhaft nennt der Sportmanager das ehemalige olympische Dorf in London. Rund 2800 Wohnungen sind dort entstanden.

Wer den Zuschlag für Olympia 2030 erhält dürfte sich Mronz’ Einschätzung nach vor 2025 entscheiden. Auch die Bürger haben vorher ein Wort mitzureden, ob sie Olympia überhaupt wollen. Kurz: Zum olympischen Dorf auf der A40 ist es noch ein gutes Stück Weg.

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