Essens CDU-Vorsitzender Matthias Hauer hat sich wie die meisten anderen Kreisvorsitzenden für eine Mitgliederbefragung zur Frage ausgesprochen, wer in der Nachfolge von Armin Laschet Bundesparteivorsitzender werden soll. „Wir brauchen Geschlossenheit, das war für mich das Hauptargument“, so Hauer. Das gelte, obwohl eine Entscheidung der Mitglieder laut Hauer „nicht zwingend besser sein muss“.

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Die durch Parteitagsdelegierte erfolgte Wahl der glücklosen letzten zwei Vorsitzenden – Annegret Kamp-Karrenbauer und Armin Laschet - war innerparteilich mit dem Argument problematisiert worden, dass die Basis anders entschieden hätte. Dieses Argument falle bei einer Urwahl weg, sodass sich dann alle hinter das Ergebnis versammeln müssten, so Hauer, der bei der Bundestagswahl seinen Essener Wahlkreis knapp behaupten konnte.
„Verloren haben wir bei der Bundestagswahl an SPD, FDP und Grüne“
Der Essener CDU-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete warnte aber vor einer politischen Orientierung der CDU nach rechts. „Wir haben bei der Bundestagswahl vor allem an SPD, FDP und die Grünen verloren.“ Rechts gäbe es für die CDU somit nichts zu gewinnen.
Die Frage, welchen Kandidaten er selbst unter dieser Prämisse als neuen Bundesvorsitzenden bevorzuge, beantwortete Hauer so: „Wir haben einige gute Kandidaten, zum Beispiel Ralph Brinkhaus und Jens Spahn.“ Hingegen sei er „kein großer Fan von Friedrich Merz“. Dieser habe „so oft verloren, dass für mich von einer solchen Wahl kein Signal der Erneuerung ausgehen würde“. Vollkommen offen ist wie die Parteibasis entscheidet, die gemeinhin als konservativer gilt als die CDU-Funktionäre.
Rund 2400 Essener Christdemokraten können mitentscheiden
Wann die Mitgliederentscheidung über die Bühne geht und dann auch die rund 2400 Essener Christdemokraten gefragt sind, stehe noch nicht fest. „Möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber im Januar.“ Wichtig sei, dass man auf verschiedenen Wegen das Wahlprozedere ermöglichen will. Neben der digitalen Stimmabgabe, soll es mit Rücksicht auf die oft älteren Mitglieder auch Briefwahl und die Direktwahl in den Kreisgeschäftsstellen geben können.
An einer Video-Diskussion der Kreispartei vor einigen Tagen zu den Themen Urwahl und Folgen der verlorenen Bundestagswahl beteiligten sich nur maximal 70 Essener CDU’ler.




