Klimaschutz

Essener Unternehmen warnen vor zu ambitioniertem Klimaschutz

Schnellladesäule für E-Autos, hier vor dem Essener Hauptbahnhof: Von solcher Infrastruktur wünscht sich der Essener Unternehmerverband (EUV) mehr.

Schnellladesäule für E-Autos, hier vor dem Essener Hauptbahnhof: Von solcher Infrastruktur wünscht sich der Essener Unternehmerverband (EUV) mehr.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Essener Unternehmerverband attestiert der Wirtschaft große Bereitschaft, die Klimaziele zu erreichen. Dafür gebe es aber eine Voraussetzung.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl fordert der Essener Unternehmensverband (EUV) von der Politik, die ohnehin schon ambitionierten Klimaschutzziele nicht noch weiter zu verschärfen, ohne Perspektiven für eine realistische Umsetzung zu eröffnen. Andernfalls seien Wohlstand und Arbeitsplätze auch in Essen gefährdet, ohne dass dies den Klimaschutz in der Sache voranbringe.

Ulrich Kanders, EUV-Hauptgeschäftsführer, bekräftigt, die Essener Betriebe seien gewillt, die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, die Industrie strebe mit aller Kraft die Dekarbonisierung der Produktionsprozesse an. Dafür benötige sie aber auch eine Politik, die überzeugende Antworten zur Zielerreichung liefere. „Die ganze Welt schaut zu uns, ob die angestrebte Transformation in Höchsttempo auch wirtschaftlich und gesellschaftlich gelingt. Schaffen wir das, werden wir Nachahmer finden, wenn nicht, hat das Weltklima ein Problem“, befürchtet Kanders.

Gefordert sei ein Klimaschutz, der auch ökonomisch sinnvoll ist

Nach seinen Worten müsse Deutschland lernen, endlich in Einstiegsszenarien zu denken anstatt einseitige Ausstiegsdebatten zu führen. „Wir brauchen ein politisches Gesamtkonzept, das zu einem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Klimaschutz führt“, betont Kanders deshalb. Das Land benötige ein Beschleunigungsprogramm für den Ausbau von Erneuerbaren Energien, von Smarten Netzen und Ladestationen sowie für den Aufbau von Speicherkapazitäten.

„Dazu müssen Maßnahmen für die verstärkte Anwendung von Wasserstoff im industriellen Maßstab entlang der gesamten Wertschöpfungskette umgesetzt werden. Bei alledem muss die Politik sicherstellen, dass die Energiepreise für die Bürger verkraftbar und für die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben“, fordert Kanders.

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