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Essener Theater Freudenhaus hat Rechtsradikalismus im Visier

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Zwei Flüchtlinge prallen in dem Stück „Kriegerin" (Szene mit Simon Gierlich und Atrin Haghdoust am Essener Theater Freudenhaus mit der rechten Szene zusammen.

Zwei Flüchtlinge prallen in dem Stück „Kriegerin" (Szene mit Simon Gierlich und Atrin Haghdoust am Essener Theater Freudenhaus mit der rechten Szene zusammen.

Foto: Damira Schumacher

Essen.  „Kriegerin“ hat jetzt Premiere am Essener Theater Freudenhaus. Warum das Stück über Rechtsradikalismus besonders für Schulen geeignet ist.

Sie sind jung, weiblich und rechtsradikal: Die hasserfüllte Marisa, die mit dem Verschwinden eines Flüchtlings Verantwortungsgefühl und den Wunsch auszusteigen entwickelt, und Svenja, die vor ihrem autoritären Vater flüchten will und immer tiefer in den Sog der rechten Szene gerät. Beide gehören zu den Figuren aus „Kriegerin“ von Tina Müller nach dem gleichnamigen, vielfach preisgekrönten Film von Daniel Wnendt. Am Donnerstag, 10. Oktober, hat das Stück Premiere im Theater Freudenhaus.

Die Steeler Bühne, die vor allem bekannt ist für ihre Ruhrgebietskomödien, drängt jetzt voran, um sich thematisch breiter aufzustellen. „Komödien wird es auch weiterhin geben. Aber wir müssen neue Wege suchen, um weiter bestehen zu können“, sagt Rainer Besel, künstlerischer Leiter des Theater Freudenhaus. Die Kooperation mit der Folkwang Universität zählt seit vergangenem Jahr dazu.

Das Stück „Kriegerin“ ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten

Er arbeitet mit Folkwang-Professorin Lisa Nielebock zusammen, die den Regie-Studiengang leitet und den Studierenden den Übergang in das Berufsleben erleichtern möchte. So konnte Absolvent Damian Popp im Frühsommer in der Casa des Schauspiel Essen das Pandemie-Stück „Fünf gelöschte Nachrichten“ inszenieren. Jetzt ist es am Theater Freudenhaus Regie-Studentin Damira Schumacher mit ihrer Version von „Kriegerin“.

„Eine absolute Win-win-Situation für die junge Regisseurin, die Schauspielschüler aus Bochum und uns. Wir können uns weiter vernetzten und uns sogar ein Thema wünschen. Im kommenden Jahr ist es Kolonialismus, in diesem Jahr Rechtsradikalismus“, erklärt Rainer Besel. Nach der politischen Komödie „Ab durch die Mitte“ ein folgerichtiger Schritt. Denn das Wunschstück ist besonders für Jugendliche gedacht. „Man kann ja gar nicht früh genug anfangen mit der Prävention.“

Und so wirbt Rainer Besel heftig für Schulvorstellungen. Erstmals können sie gebucht werden. Termine für den 8., 9. und 10. Februar sind geplant. „Aber das Stück ist auch für Ältere geeignet.“

Karten für die Premiere unter 0201/ 85 132 30 oder online unter www.grend.de. Kontakt für Schulvorstellung:

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