Fußball-Profi Atakan Karazor vom VfB Stuttgart ist nach Angaben seines Vereins während eines Urlaubs auf der spanischen Ferieninsel Ibiza festgenommen worden. Der Mittelfeldspieler bestreite jede strafbare Handlung, teilte der Bundesliga-Club am Samstag mit. „Der VfB ist mit seinen Anwälten in ständigem Kontakt“, hieß es weiter.
Was ihrem 25-jährigen Mittelfeldspieler vorgeworfen wird, teilten die Schwaben nicht mit. „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass sich der VfB vorerst nicht weiter äußern kann.“
Karazor spielte sich von ETB Schwarz-Weiß Essen in die Nachwuchsabteilung des VfL Bochum, bevor er 2017 über die Reserve von Borussia Dortmund den Sprung in den Profifußball schaffte und zu Holstein Kiel wechselte. 2019 heuerte der defensive Mittelfeldspieler dann beim VfB Stuttgart an und etablierte sich dort in der abgelaufenen Bundesliga-Rückrunde als Stammspieler.
Essener Bundesliga-Fußballer Karazor auf Ibiza festgenommen
Die Polizei auf Ibiza bestätigte auf dpa-Anfrage nur die Festnahme von zwei 25 Jahre alten Deutschen, die von einer jungen Spanierin der Vergewaltigung beschuldigt würden. Die Identitäten der beteiligten Personen würden vorerst nicht bekanntgegeben.
Berichten spanischer Medien zufolge soll es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in einer Villa nahe Sant Josep zu der mutmaßlichen Tat gekommen sein. Eine 18-jährige habe sich später in einem Krankenhaus untersuchen lassen und bei der Polizei Anzeige erstattet. Die beiden Deutschen seien festgenommen worden und ein Richter habe Untersuchungshaft angeordnet. Die Möglichkeit einer Freilassung gegen Kaution habe er abgelehnt. Auf Vergewaltigung stehen in Spanien bis zu 15 Jahre Haft.
Sexualstraftaten werden in Spanien sehr ernst genommen. Das Strafrecht wird gerade mit dem „Nur Ja heißt Ja-Gesetz“ verschärft. Sexuelle Übergriffe werden nach dem Inkrafttreten des Gesetzes als Vergewaltigung betrachtet - auch wenn sich das Opfer aus Angst nicht wehrt und eine Handlung geschehen lässt.
Milde Strafen in Spanien nach Gruppenvergewaltigungen lösten Proteste aus
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Mit dem Gesetz reagierte die linke Regierung in Madrid auf mehrere Fälle von Gruppenvergewaltigungen, bei denen Täter mit milden Strafen davongekommen waren. Große Empörung hatte 2016 die Vergewaltigung einer Frau in Pamplona durch eine Gruppe von fünf junger Männer ausgelöst. Ein Gericht sah den Tatbestand der Vergewaltigung als nicht gegeben an, weil es, wie es im Urteil von 2018 hieß, „weder Schläge noch Drohungen“ gegeben habe und das Opfer passiv geblieben sei. Das Urteil löste damals Proteste im ganzen Land aus. (dpa/Red)


