Es ist DER Traum vieler – und unter dem Begriff „Vanlife“ sammelt sich alles, was mit diesem Traum verbunden wird: Unterwegs sein, frei sein, Abenteuer erleben, den Alltag hinter sich lassen. Wer den Begriff in Instagram aufruft, der findet 20 Millionen Einträge, die in bunten Bildern inszenieren, wie Menschen in und mit ihrem Wohnmobil Großartiges erleben. Die allerallermeisten Menschen haben ein ebenso großartiges Leben, bleiben aber zu Hause, ernähren ihre Familien, erziehen ihre Kinder, pflegen ihre Eltern – und die kleinen Fluchten ins „Van-Life“ müssen in den Ferien Raum und Zeit finden. Das heißt aber auch: Für den Rest des Jahres steht das dazu notwendige Wohnmobil oder der Camper nur ´rum und rostet oder das Fahrzeug muss für den Zweck (teuer) gemietet werden.

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Und an dieser Stelle kommt Peter Fütterer und seine Idee vom VariVan ins Spiel. Wie so oft stand ein launiger Abend am Beginn: Der Kettwiger Bausachverständige und Architekt sann, so berichtet er im Gespräch,  2019 mit einem Freund über den nahenden Ruhestand und die Reisepläne dafür nach – und wie praktisch es wäre, wenn man ein alltagstaugliches Fahrzeug in kurzer Zeit in einen Van/ Camper verwandeln könnte und genauso schnell wieder zurück. Damit eben nicht vor der Tür ein platzfressendes Wohnmobil rumsteht – was ökonomisch und ökologisch ziemlicher Unsinn ist.

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Schnell soll es gehen, leicht soll es sein - und günstig

Und die beiden technisch versierten Freunde begannen zu tüfteln. Nach und nach kristallisieren sich die Kriterien heraus, denen der VariVan-Ansatz heute folgt:

  • Der Umbau zum Camper und zurück zum Alltagsvehikel soll schnell gehen: Eine halbe Stunde soll genügen – und man muss das alleine schaffen können.
  • Das heißt, die Einbauteile müssen leicht sein – und leicht zu handhaben.
  • Daher wird in Modulen geplant, die gut zu tragen und unkompliziert zu verstauen sind.
  • Die modulare Bauweise wiederum erlaubt eine flexible Planung: Ein Kunde kann mit einem Starterpaket beginnen – und das dann nach und nach ergänzen, zum Beispiel zuerst mit der Liege und Stauboxen. Später kommt eine Küche hinzu, eine Sitzgruppe und eine Dusche.
  • Die modulare Bauweise erlaubt eine serielle Produktion der Bauteile.
So geht der Umbau mit VariVan-Modulen

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    Das Konzept erweist sich rasch als Erfolg: 2020 war der Prototyp entwickelt – und bald darauf der Entschluss, damit auf den Markt zu gehen. 2021 ist VariVan als Firma am Start, Peter Fütterer ist Geschäftsführer.  Die Pandemie und der damit einhergehende Camping-Boom gaben dem Kettwiger Start-up Rückenwind. Seit 2023 wurde der Vertrieb über Montagepartner in ganz Deutschland ausgebaut. VariVan ist nun neben dem Standort in Kettwig deutschlandweit mit 10 Ausbauplätzen vertreten.

    VariVan - So liegt sichs im Familien-Van
    VariVans Ansatz: Im Urlaub ist das Alltagsauto ein gemütliches Camping-Mobil. © VariVan | VariVan

    Mittlerweile gibt es drei Ausbaustufen für Vans, Kombis und Busse. Peter Fütterer legt Wert auf Qualität: „Wir bieten nur an, was wir selbst erprobt und auf Herz und Nieren getestet haben – es gibt keinen Schnickschnack.“ Die Module werden in Deutschland produziert – seriell, aber in Manufaktur-Qualität, betont der Kettwiger. Und durch die modulare Bauweise bleiben die Preise moderat: Für das Einsteigerpaket mit nur einer Liege sind etwa 800 Euro zu veranschlagen, für eine Kombination aus Tisch, Bett und zwei Boxen als Stauraum rund 1700  Euro. Die maximale Ausbaupalette verfügt über zusätzlichen Stauraum, Dusche, Kühlbox  und Küche. Wobei der Ausbau im Auto an sich schnell gehe. Komplex sei die Planung, so Fütterer.  Die vorhandenen Module werden an das vorhandene Fahrzeug angepasst. Ausschlaggebend sei immer auch die Frage: Was wünscht sich der Kunde? Soll der Hund mit in einer eigenen Box? Muss das Mountainbike mit an Bord? Wird ein Vorzelt gewünscht?  Geht nicht, gibt’s (fast) nicht.

    Peter Fütterer, Architekt und Bausachverständiger aus Essen.
    Peter Fütterer, Architekt und Bausachverständiger aus Essen.© FUNKE Foto Services | Christof Köpsel

    Auf der Messe in Essen kann man VariVan vor Ort erleben

    Natürliche Grenzen für das VariVan-Konzept setzt die Größe des Autos. Sinnhafte Lösungen beginnen bei Hochdachkombis, bei denen für den temporären Van-Umbau die Sitze der zweiten Reihe ausgebaut werden (was mit ein bisschen Übung 10 Minuten in Anspruch nimmt). Generell gilt: Jede Fläche, die länger als 1,90 Meter ist, lässt sich verwenden. Im Zweifel beraten die VariVan-Mitarbeiter auch bei der Anschaffung eines Fahrzeuges. Fest steht jedenfalls: Campen geht auch in kleineren Autos. Peter Fütterer hat sein Konzept bei langen Touren durch Frankreich und Spanien ausgiebig in seinem Ford Tourneo getestet, zusammen mit der vierbeinigen Co-Pilotin Lola. Sein Fazit: Der VariVan bietet – leicht abgespeckt - alle Grundfunktionen, Freiheiten und Vorteile eines Wohnmobils, aber:

    VariVan - So liegt sichs im Familien-Van
    Die Liegefläche bietet ausreichend Platz. Co-Pilotin Lola hat es getestet© VariVan | Peter Fütterer
    • Man ist mit dem gewohnten Fahrzeug auf Tour und kann es entspannt auch durch fremde, enge Altstädte oder Landschaften manövrieren.
    • Die Demontage der Sitze der zweiten Reihe reduziert das Gewicht und damit den Verbrauch des Fahrzeugs.
    • Im Alltag bleiben alle Grundfunktionen des Fahrzeugs verfügbar.
    • Es ist kein zusätzliches Fahrzeug erforderlich (das spart Kosten: Unterhaltung, Wertverlust, Stellplatz).
    • Das begrenzte Platzangebot im Fahrzeug lässt sich leicht durch ein freistehendes Vorzelt ergänzen. Das kann am Platz bleiben, wenn man mit dem Fahrzeug einen Ausflug macht.
    • Kurze Umbauzeiten ermöglichen auch spontane Touren.

    Wer Interesse hat, an dem Konzept, der kann Peter Fütterer auf der Messe Reise und Camping in Essen (25. Februar bis 1. März) besuchen, sich vor Ort einen VariVan-Umbau ansehen und sich den Umbau demonstrieren lassen: in Halle 2, Stand 2A68.