Jugend & Freizeit

Die Skaterbahn in Hochheide steht wieder in der Kritik

Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann (l.) und Mahmut Özdemir präsentieren die erneuerte Lärmschutzwand der Skaterbahn.

Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann (l.) und Mahmut Özdemir präsentieren die erneuerte Lärmschutzwand der Skaterbahn.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Als Jugendlicher hat Mahmut Özdemir die kleine Bahn in Duisburg gegen Widerstände durchgesetzt, jetzt verteidigt er sie konsequent.

Politiker versuchen immer gerne, aber vor allem in Wahlkampfzeiten, Pressetermine zu inszenieren. Wenn man ein so prägnantes politisches Erweckungserlebnis wie Mahmut Özdemir als 13-Jähriger hatte, das auch für eine mustergültige Integration steht, gilt das umso mehr. Das ist auch eine gute Geschichte. Manchmal durchkreuzt der Zufall diese Politiker-Regie. Mit Glück kann der Termin dann umso authentischer werden.

„Alle, die auf dem Eröffnungsfoto in Kamera lächeln, waren eigentlich dagegen“, beginnt Özdemir die Schilderung seines zehn Jahre währenden Kampfes. Die Widerstände waren groß, nicht einmal die Jusos interessierte das Freizeitangebot vor Ort. Sie hatten globale Themen im Sinn. Bei Hans-Joachim Paschmann, der damals Vorsitzender des SPD-Ortsvereins war, fand der heutige Bundestagsabgeordnete erstmals ein offenes Ohr. Mit 14 trat Mahmut dann den Jusos bei und wurde flugs deren Vorsitzender. Fortan kämpften der kleine und der große Vorsitzende für die kleine Anlage, die nur aus einer Quarterpipe und einer Street Urban Box besteht. Mehrere Jahre lang musste ein Platz gefunden werden, dann um die 15.000 Euro bei Unternehmen. Die Skaterbahn kam ausgerechnet an die Ecke Moerser Straße und Lauerstraße im Schatten der Kohlelore und des Förderrades. Özdemir wuchs gleich gegenüber auf. Der Verkehrslärm hier ist heftig.

Lärmgutachten waren damals ein großes Thema. Der Anlass des Termins: Weil die Lärmschutzwand erneuert werden musste, war die Anlage drei Wochen lang geschlossen. Er wollte gerade erzählen, dass man Jugendliche nicht an den Stadtrand, unter abgelegene Brücken oder zwischen Autobahnzubringern drängen soll. Zentrale Plätze seien wichtig, damit die Wege kurz und die soziale Kontrolle hoch ist.

Diskussion mit Nachbarn

Da mischt sich eine Frau ein. Sie wohnt direkt auf der anderen Seite und klagt über die Lärmbelastung und kritisiert, dass die Anlage abends häufig nicht um 20 Uhr abgeschlossen ist und die Jugendlichen auch über den Zaun klettern, um die Anlage noch länger zu nutzen. Özdemir bliebt seinem Standpunkt treu. „Ich habe Verständnis für das Ruhebedürfnis der Anwohner“, sagt Özdemir, „ich habe aber noch mehr Verständnis für die Jugendlichen, die hier kaum Freizeitmöglichkeiten haben.“ Die Regelverstöße der Jugendlichen toleriert er, eine hundertprozentige Einhaltung empfindet er als weltfremd.

Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger WestenDass er rechtswidriges Verhalten billigt, empört die Nachbarin. Die Auseinandersetzung zieht sich in die Länge. Könnte eine weitere Lärmschutzwand helfen? Bedingt. Das größere Problem ist nämlich Vandalismus. Vor allem zerschlagene Flaschen. Davon hat Paschmann in seinen Sprechstunden noch nichts gehört. Das hat auch für Özdemir eine andere Qualität. Er eilt zum nächsten Termin. Der Bezirksbürgermeister verspricht, das Ordnungsamt zu konsultieren.

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