Alter Bahnhof

Vox zeigt Sanierung des Bahnhofs in Duisburg-Walsum bei „Ab in die Ruine“

Längst lebt das Ehepaar Piva in seiner Bahnhofsruine. Foto: Kerstin Bögeholz

Längst lebt das Ehepaar Piva in seiner Bahnhofsruine. Foto: Kerstin Bögeholz

Foto: WAZ Fotopool

Duisburg.   Seit drei Jahren renoviert Bettina Piva mit ihrem Mann den alten Walsumer Bahnhof - und stieß dabei auf etliche Probleme. Jetzt greift die zwölfteilige Doku-Soap "Ab in die Ruine" ihre Geschichte auf. Sie wird ab März auf Vox ausgestahlt.

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„Für dat, wat wir hier machen - da mussde schon bekloppt für sein.“ Sagt Bettina Piva - und schüttelt sich vor Lachen. Obwohl ihr das manchmal im Halse stecken bleiben möchte, bei all dem Theater, das sie und ihr Mann mit der Dauerbaustelle „Walsumer Bahnhof“ haben (wir berichteten). Die Frohnatur nimmt das Chaos gelassen: „Man muss dat mit Humor nehmen, sonst erträgt man dat doch nich.“

Die 51-Jährige ist ein Ruhrpott-Mensch durch und durch. Hart, aber herzlich. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie mit Behörden über die Renovierung des denkmalgeschützten, aber recht vergammelten Bau diskutiert. Will auch manchmal mit dem Kopf durch die Wand - was bei der maroden Bausubstanz noch nicht mal allzu dicke Beulen verursachen würde. Und sucht mit ihrem Mann seit knapp drei Jahren unentwegt nach einfachen und preiswerten Lösungen, um sich den Traum vom eigenen Häuschen erfüllen zu können.

Bauprobleme sind bald in Doku-Soap zu sehen

Dabei stieß sie auf ein Fernsehteam aus Essen, das für den Privatsender Vox eine neue Doku-Soap dreht: „Ab in die Ruine“ heißt der Zwölfteiler. Mehrere „Bauherren“ werden vorgestellt, aber nur ein Duo wird in allen zwölf Sendungen zu sehen sein: Das Ehepaar Piva aus Walsum. Weil es die größten Probleme hat, aber nie den Mut verliert und in fernsehreifer Art berichtet, hämmert, verhandelt und meckert. „Es gibt kein Drehbuch“, verrät Bettine Deffte von der Produktionsfirma Tokee Bros. Man nehme die Situationen so auf, wie sie gerade seien. Mal witzig, mal traurig, mal zum Lachen, mal zum Weinen. „Es geht humorvoll in der Sendung zu“, sagt Deffte. Die Pivas, aber auch die anderen Mitstreiter würden so gezeigt, wie sie sind.

Na, da darf man gespannt sein. Pleiten, Pech und Pannen hat das Ehepaar schließlich genug erlebt. Seit das Paar den rund 100 Jahre alten Bau an der Bahnhofstraße, der lange einfach nur vor sich hin gammelte, mit Graffiti besprüht wurde und als illegale Müllkippe diente, saniert, ist es Stadtgespräch. „Wir werden immer wieder angesprochen“, sagt Bettina Piva. Durchweg gebe es positive Kommentare, weil das „alte Schätzchen“ endlich auf Vordermann gebracht wird. Schließlich ist es ein Stück Heimatgeschichte.

Unzählige Arbeitsstunden in das Gebäude gesteckt

Unzählige Arbeitsstunden haben sie, ihr Mann und Freunde schon in die Renovierung gesteckt. Und viele 1000 Euro für Baumaterial. Welchen Wert die Eigenleistung und das Material hat, will sie gar nicht ausrechnen. „Soviel Geld kann kein Mensch unterm Kissen haben“, lacht sie nur.

Ab 6. März kann nun jeder einen Blick hinter Pivas Kulissen werfen. Inklusive Blick ins Wohn- und Badezimmer. Schließlich lebt das Ehepaar längst in seiner Ruine. Die Serie wird um 19.15 Uhr immer sonntags ausgestrahlt. Und weil die Walsumer so interessante Leute sind, hat die Produktionsfirma schon jetzt entschieden, dass die Staffel auch nach den zwölf Teilen mit den Pivas weitergehen wird. Denn ein Ende der Bauarbeiten ist nicht absehbar.

Aber das nehmen die Hobbywerker gelassen. „Unser Wohnzimmer ist doch schon ganz gemütlich“, findet Bettina Piva. Und weil das so ist, will sie dort auch nur mit ihrem „Männe“ die erste Folge der Sendung anschauen. Pardon: Zwei weitere Zuschauer wird es geben: Die amerikanischen Collies Gina und Chase werden natürlich auch mit von der Partie sein und als Fußwärmer vor der Couch liegen.

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