Kunst

Kunst: Video-Installation „1001 Lights“ kommt nach Duisburg

| Lesedauer: 4 Minuten
Das kanadische Künstlerduo Marlene Millar und Philip Szporer präsentiert ihre Video-Installation „1001 Lights“ in der Alten Brotfabrik in Duisburg-Beeck.

Das kanadische Künstlerduo Marlene Millar und Philip Szporer präsentiert ihre Video-Installation „1001 Lights“ in der Alten Brotfabrik in Duisburg-Beeck.

Foto: Tanzrauschen e.V.

Duisburg-Beeck.  Die Ausstellung „1001 Lights“ beleuchtet das jüdische Leben. Zu sehen ist sie samt Rahmenprogramm in der Alten Brotfabrik in Duisburg-Beeck.

Die kanadischen Künstler Marlene Millar und Philip Szporer vom preisgekrönten „Mouvement Perpétuel“ bringen ihre international gefeierte Video-Arbeit „1001 Lights“ nach Duisburg-Beeck. Dort ist sie samt Rahmenprogramm mit Konzerten und Künstlergesprächen vom 21. bis 29. Mai in der Alten Brotfabrik von Cyrus Overbeck zu sehen.

Der Wuppertaler Verein Tanzrauschen präsentiert diese Kunstausstellung aus Kanada zum Ritual des Anzündens der Kerzen am Schabbat deutschlandweit an unterschiedlichen Orten. Die Installation wird im Rahmen von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gefördert und lädt zum Innehalten ein.

Ausstellung „1001 Lights“ aus Kanada gastiert ab 21. Mai bei Cyrus Overbeck in Beeck

Sie stellt Fragen nach Ritualen: Was gibt es uns? Was sind für uns besondere Momente? Was bedeutet Kerzenlicht? Wann zünden Menschen Kerzen an? Was bedeuten ritualisierte Bewegungen? Die Arbeit erzeugt Stille, fordert zu Reflexion, Besinnung und Verbundenheit auf. Sie bezieht sich auf das jüdische Leben, „ist darüber hinaus jedoch für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv“, wirbt der Verein Tanzrauschen.

Die 15-minütige Videoinstallation läuft in Dauerschleife, arbeitet mit den Mitteln der Videokunst und der Choreographie. Dabei werden Bewegungen von professionellen Tänzerinnen ebenso wie die ritualisierten Handbewegungen der praktizierenden Jüdinnen verarbeitet. Die Ausstellung dieses Kunstwerks kann vom 21. bis zum 29. Mai täglich von 19 bis 21 Uhr im Atelier des Künstlers Cyrus Overbeck an der Arnold-Overbeck-Straße 56 besucht werden.

Rahmenprogramm flankiert die Videoausstellung in Duisburg

Parallel zur Ausstellung gibt es an vier Abenden ein Rahmenprogramm mit Konzerten und Künstlergesprächen. Zur Eröffnung am 21. Mai lädt Cyrus Overbeck um 19 Uhr (Einlass: 18 Uhr) ein. Das Grußwort wird der Schirmherr und Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD) sprechen, bevor ab 20 Uhr Sängerin Judith Genske den Abend mit Pascal Schweren (Klavier) und Andre Enthöfer (Klarinette, Saxophon) beim Konzert „Verwehte Lieder“ ausklingen lässt.

Judith Genske singt Lieder verfolgter Chanson-Komponisten und Texter, deren Kunst von den Nazis als „entartet“ geächtet wurde. „Mit ihrer schauspielerischen Wandlungsfähigkeit und ihrer ausdrucksstarken Stimme“ will die Sängerin ihr Publikum mitreißen und durch ein Wechselbad der Gefühle führen.

Das Finkelstein-Trio tritt am Sonntag, 22. Mai, um 19.30 Uhr mit jiddischer Klezmer-Musik auf. Mit Klarinette, Geige und Akkordeon ist das Trio sehr traditionell besetzt. Gastmusikerin ist in Beeck die preisgekrönte Roswitha Dasch. Sie widmete sich bereits während ihres Violinenstudiums dem Genre jiddischer Lieder. Bekannt ist Dasch durch Ensemble-Gründungen, Organisatorin von Klezmer-Festivals sowie aus Rundfunk und Fernsehen.

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Moderne Klezmer-Musik präsentieren dagegen Annette Maye (Klarinette) und Martin Schulte (Jazzgitarre) am Samstag, 28. Mai, als Duo Doyna. Die beiden wollen um 20 Uhr musikalische Welten verbinden. Temperamentvolle Frejlachs und schnelle Bulgartänze aus der traditionellen ostjüdischen Festtagsmusik treffen auf sephardische Klänge aus dem Mittelmeerraum und auf jazzige Eigenkompositionen.

Zur Finissage (Sonntag, 29. Mai, 19 Uhr) kommen die beiden Künstler der „1001 Lights“, Marlene Millar und Philip Szporer zum Gespräch mit dem Publikum. Als Künstlerduo und etablierte Filmemacher wollen sie das interkulturelle Verständnis durch eine Mischung aus Dokumentar- und Kunstfilmen fördern.

>> EINTRITT FREI, ABER ANMELDUNG ERFORDERLICH

● Der Eintritt ist frei, sowohl zur Ausstellung als auch zum Rahmenprogramm. Aber Anmeldung, besonders zu den Konzerten, ist erforderlich unter info@tanzrauschen.de oder bei Cyrus Overbeck (0157 50349941).

Weitere Infos gibt es auf www.tanzrauschen.de.

● Unterstützt wird die Ausstellung in Deutschland unter anderem vom Heimatverein Hamborn, dem Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und dem Bundesheimatministerium. Zudem gibt es in Kanada weitere Förderer.

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