Denkmal

Alter Bahnhof in Duisburg-Walsum - Renovierung wird zum Albtraum

Den alte Bahnhof an der Römerstraße in Duisburg-Walsum, den Mario und Bettina Piva renovieren. Die beiden waren drei Jahre lang  in der Doku-Soap des TV-Senders VOX - Ab in der Ruine - zu sehen.

Den alte Bahnhof an der Römerstraße in Duisburg-Walsum, den Mario und Bettina Piva renovieren. Die beiden waren drei Jahre lang in der Doku-Soap des TV-Senders VOX - Ab in der Ruine - zu sehen.

Foto: Lars Froehlich

Duisburg.   Das Ehepaar Tina und Mario Piva renoviert seit sechs Jahren den alten, denkmalgeschützten Bahnhof in Duisburg-Walsum. Die Arbeiten im Erdgeschoss ruhen, weil Wasser - vermutlich von den Gleisen - ins Gebäude eindringt. Die Bahn AG versprach bereits vor fünf Jahren Hilfe, aber es tut sich nichts.

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Als Tina und Mario Piva vor sechs Jahren den heruntergekommenen, denkmalgeschützten Walsumer Bahnhof kauften, da waren sie sich sicher, dass sie in ein, spätestens zwei Jahren den gesamten Bau renovieren können, um dann in einem wahren Schmuckkästchen mit angeschlossener Gaststätte wohnen und arbeiten zu können – wir berichteten mehrfach.

Ein Teil des Traums ging in Erfüllung: Sie zogen tatsächlich bald ein, leben aber seitdem auf der Baustelle. Wirklich fertig sind nur private Räume wie Küche, Wohnzimmer, Bad und Schlafgemach. Der Weg dorthin führt noch über die alte Stiege. Doch das stört die beiden Frohnaturen nicht. „Wat soll’s, is doch echt schön hier“, sagt Tina – auch wenn die Nerven manchmal blank liegen. Wie derzeit wieder. Denn der untere Teil des Gebäudes ist ihr Alptraum. „Der ganze Boden ist feucht, das Wasser dringt von den Gleisen kommend ein. Ich könnte heulen.“ Die Kneipe ist deshalb noch nicht eröffnet.

Chemiegetränkte Schwellen

Die Schienen liegen auf dem Bahndamm, in Höhe der ersten Etage. Unter ihnen durch verläuft der Fußgängertunnel, den die Bahnkunden früher benutzten, um zum Gleis zu kommen. Dieser Tunnel gehört zum Gebäude, grenzt direkt an die alte Bahnhofsgaststätte an. Seit Jahren drängen die Pivas die Bahn, doch endlich für eine Abdichtung zu sorgen – doch es tut sich nichts. „Kein Kommentar“, lautet die Antwort der Bahn AG auf die Frage, ob und wann das Problem gelöst werde. Es gebe einen Rechtsstreit. Der müsse erst abgeschlossen werden.

Allerdings hatte die Bahn über ihre Netz AG bereits am 17. Dezember 2009, also kurz nachdem die Eheleute die ersten Undichtigkeiten festgestellt hatten, schriftlich erklärt: Man habe sich „davon überzeugen“ können, „dass sowohl durch den Treppenaufgang des Personentunnels [...] als auch durch die Decke Wasser in den Bahnhof Walsum eindringt. Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf.“

Und versprach, die Arbeiten 2010 zu erledigen. Passiert sei nichts. Nicht einmal, als im Frühjahr 2014 Gleisarbeiten stattfanden. Nun wurden sogar mit Chemikalien getränkte Holzschwellen über dem Tunnel eingebaut. Ein Gutachter bestätigt, dass die teerhaltigen Mittel gesundheitsgefährdend sind. „Die Werte sind extrem hoch“, so eine Mitarbeiterin des Prüfinstituts. „Es ist zum Verzweifeln“, sagt Tina. Die aber nicht aufgibt. Jetzt wollen die Pivas, die mit ihrem Bau durch die Doku-Soap „Ab in die Ruinebundesweit bekannt wurden, NRW-Minister Michael Groschek um Hilfe bitten.

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