Fastenbrechen

Fastenbrechen stärkt den Zusammenhalt an Duisburger Schule

Mehr als 200 Personen nahmen an dem Fastenbrechen-Essen teil. Kinder aus mehr als 30 Nationen besuchen die Hochfelder Schule.

Mehr als 200 Personen nahmen an dem Fastenbrechen-Essen teil. Kinder aus mehr als 30 Nationen besuchen die Hochfelder Schule.

Foto: Frank Oppitz

Duisburg-Hochfeld.   Eltern, Kinder und Lehrer der Grundschule Hochfelder Markt in Duisburg essen beim Fastenbrechen gemeinsam. Im Vorfeld gab es zahlreiche Helfer.

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Es ist kurz vor 22 Uhr, die Sonne ist nun endgültig untergegangen, da wird auf dem Hof der Grundschule Hochfelder Markt gemeinsam getafelt. Einmal im Jahr organisieren die Eltern in Kooperation mit den Lehrern und mit Unterstützung der Entwicklungsgesellschaft Duisburg ein Fastenbrechenessen.

Unter der Decke hängen Sinnsprüche wie: „Reich ist, wer viel hat. Reicher ist, wer wenig braucht. Am reichsten ist, wer viel gibt.“ Ab nachmittags haben fleißige Helfer in der Küche gestanden und aus zig Kilo Hack Frikadellen, Köfte, geformt. Allein 40 Liter Suppe werden an dem Abend aufgetischt. Außerdem Kartoffeln, Gemüse. Dazu noch Obst und Süßigkeiten zum Nachtisch. „Eigentlich war alles viel Arbeit“, sagt Esin Cetinkaya-Okur. Sie und die anderen Eltern haben sich in einer Whatsapp-Gruppe koordiniert, wer was mitbringt. Seit drei Jahren findet das Fastenbrechen-Essen einmal während des Ramadans statt. „Seitdem hat sich die Atmosphäre an der Schule verbessert“, weiß Esin Cetinkaya-Okur. Die Kinder müssen tagsüber nicht aufs Essen und Trinken verzichten, aber sie finden es toll, abends über den Pausenhof toben zu dürfen. 388 Kinder aus mehr als 30 Nationen besuchen die Grundschule am Hochfelder Markt. Rund zwei Drittel sind muslimisch, ein Drittel christlich. Das Thema Ramadan wird im Rahmen des Unterrichts, zum Beispiel in islamischer Religionslehre, mit den Kindern besprochen.

Ab Freitag ist Zuckerfest

Gekommen sind Familien aus vielen verschiedenen Ländern. „Es sind noch mehr als im vergangenen Jahr“, erklärt Schulleiterin Jennifer Poschen. „Der Ruf der Schule im Stadtteil hat sich wirklich verbessert“, lobt Burcu Sahin. „Wir haben in der Schule einen tollen Zusammenhalt.“ Sie wird nun sogar von anderen Eltern angesprochen, die ihre Kinder auf diese Schule schicken wollen. Und Stadtteilmanager Reinhard Schmidt unterstützt die Aktion ebenfalls gerne. „Hier wird gemeinsam St. Martin gefeiert und Weihnachten, warum also nicht auch ein Fastenbrechen-Essen?“ Schulleiterin Poschen hält sich den Bauch: „Ich bin so vollgefuttert. Es war wieder viel zu viel“, sagt sie.

Gefastet wird noch bis Freitag. Dann beginnt das Zuckerfest. Und Ende des Monats gibt es noch einmal einen Grund zum Feiern: Dann ist wieder Zeit für das alljährliche Sommerfest.

>>GELEGENHEIT ZUM GESPRÄCH

„Wir arbeiten gut mit den Eltern zusammen und das ist eine weitere Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärt Yunus Güngör.

Diesmal wurde das Essen in Einweg-Verpackungen verpackt. „Dann können einige das auch mit nach Hause nehmen“, sagt eine Organisatorin.

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