One Billion Rising

Frauen in Bottrop erheben sich gegen Gewalt an Frauen

„One Billion Rising": Bottrop machte am Donnerstag wieder mit bei der weltweiten Aktion gegen Gewalt an Frauen. Das Frauenzentrum Courage hatte dazu eingeladen.

„One Billion Rising": Bottrop machte am Donnerstag wieder mit bei der weltweiten Aktion gegen Gewalt an Frauen. Das Frauenzentrum Courage hatte dazu eingeladen.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Das Frauenzentrum Courage hatte zu der Protestaktion eingeladen und viele Frauen machten mit: „One Billion Rising“ hieß es wieder in Bottrop.

„Wir sind Teil einer Bewegung, die die Gesellschaft verändern möchte“, rief Margret Kemper vom Frauenzentrum Courage den Frauen zu. Die hatten sich auf dem Pferdemarkt vor der Stadtsparkasse eingefunden, um aufzustehen gegen Gewalt, die viele Frauen auf der ganzen Welt tagtäglich erleben. „One Billion rising“ hieß es am Donnerstag wieder – eine Milliarde Frauen erheben sich. In Bottrop und auf der ganzen Welt. Die Stadt wurde zum Teil einer Kampagne.

Zum vierten Mal organisierte das Frauenzentrum Courage am Donnerstag das Event in Bottrop, das immer am Valentinstag stattfindet. In diesem Jahr stand die Kampagne unter dem Motto „Bewegen – Erheben – Leben“. „Wir erheben uns gegen Gewalt und solidarisieren uns über Religionsgrenzen und Parteigrenzen hinweg“, rief Margret Kemper den Frauen zu. „Wir zeigen, dass wir Energie haben und leben.“

Mädchen legen Trommelwirbel hin

Wieviel Power sie haben, stellten dann erst einmal die Mädchen der Trommelgruppe der Arbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte (AGSB) unter Beweis: Floral Oriental legte einen echten Trommelwirbel hin, da zuckten bei vielen auf dem Platz schon die Beine.

„Kennt ihr noch die Schritte? Habt Ihr Euch das Video angesehen?“, wollte dann Marcel Kuzminska von den Teilnehmerinnen auf dem Platz wissen. Ein zweifaches nein. Also musste der Bottroper Tanzlehrer wie in den Vorjahren auch wieder als „Vortänzer“ ran, obwohl er hörbar angeschlagen war. „Marcel hat sich hier her geschleppt, weil wir keinen Plan B hatten. Eigentlich ist er krank“, verriet Margret Kemper. Viel Beifall für den tapferen Vortänzer von der Tanzschule Frank.

Musik lockt neugierige Zuschauer an

Seine Füße funktionierten trotz Erkältung. „Acht Schritte nach vorne, Pendelschritt hin und her, klatschen auf eins und drei. Jetzt eine Box laufen“, krächzte er ins Mikro und machte die Schritte vor. Trockenübung zunächst ohne Musik. „Wer hat sich verlaufen?“

Dann schallte aus den Lautsprecherboxen das Lied „Break the Chain“ von Tena Clark über den Platz – „Sprenge deine Ketten“ die weltweite Hymne der Kampagne. So laut war die Musik, dass sie mühelos auch noch an der nächsten Straßenecke zu hören war und neugierige Zuschauer anlockte. Aber viele tanzten mit, geübt die einen, die anderen mit „Knoten“ in den Beinen.

Junge und Alte war dabei und sogar eine ältere Frau, die lachend ihren Rollator im Takt hin und her schob. Politikerinnen machten mit, Frauen aus Kirchen, Vereinen und Verbänden. Und wie immer tanzte Oberbürgermeister Bernd Tischler ganz hinten. Und er war nach dem Vortänzer beileibe nicht der einzige Mann. Sogar ein paar ganz junge waren vorne mit dabei.

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