Ukraine-Krieg

Ukraine: Immer mehr Bochumer helfen den Kriegsopfern

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Zum Friedenszeichen formierten sich die Mitarbeiter des „Care Center Deutschland“ in Bochum auf dem Firmenparkplatz.

Zum Friedenszeichen formierten sich die Mitarbeiter des „Care Center Deutschland“ in Bochum auf dem Firmenparkplatz.

Foto: Uwe Brockmann

Bochum.  Immer mehr Bürger helfen den ukrainischen Kriegsopfern: sowohl in Bochum als auch im Grenzgebiet. Bei einer Hilfsaktion ist ein Rockstar dabei.

Die Hilfe für die ukrainischen Flüchtlinge weitet sich aus. Immer mehr Menschen leisten Unterstützung: in Bochum, aber auch direkt im Kriegs- und Grenzgebiet. Derweil steigt die Zahl der Geflüchteten. Bis Freitag haben sich 561 Menschen – meist Frauen und Kinder – in der Anlaufstelle am Harpener Feld registrieren lassen. Dort sollen sie auch eine Wohnung erhalten. Die Kapazitäten in einem von der Stadt angemieteten Hotel sind inzwischen ausgeschöpft.

„Dieses tolle Zeichen der Solidarität hat mich total beeindruckt.“ Uwe Brockmann ist Geschäftsführer des „Care Center Deutschland“ am Bochumer Bergmannsheil. „Unsere Beschäftigten haben Spenden gesammelt. Sie wollten aber auch ein Zeichen gegen den Krieg setzen und haben sich einfallen lassen, das Friedenssymbol darzustellen“, sagt Brockmann und ist stolz auf das Foto, das die friedensbewegte Belegschaft auf dem Parkplatz zeigt.

Ukraine-Hilfe in Bochum: Stiftung will Rollstühle ins Kriegsgebiet bringen

Die Duchenne-Stiftung in Bochum sammelt Rollstühle, Beatmungsgeräte und Medikamente für Patienten in der Ukraine, die an der Muskelerkrankung leiden. „Welche Hilfe benötigt wird, haben wir bei der ukrainischen Patientenorganisation erfragt“, sagt Geschäftsführerin Silvia Hornkamp. In zwei bis drei Wochen soll eine Lieferung zur Landesgrenze Polen/Ukraine und von dort weiter zu den betroffenen Familien gebracht werden. Wer helfen kann – auch mit einem Lkw –, findet Informationen auf www.duchenne-deutschland.de.

Bereits auf dem Weg nach Polen sind am Freitag Aktivisten des Bochumer Vereins „Das Kollektiv“. In Oelde haben sie einen Reisebus mit 64 Plätzen gechartert. „Es geht nach Krakau. Wir bringen auf dem Hinweg Medikamente und Hilfsmaterialien mit. Am Samstagnachmittag soll der Bus mit Geflüchteten aus der Ukraine wieder zurück sein“, sagt Judith Büthe. Mit dabei ist der Rocksänger Thomas Godoj aus Recklinghausen. Für die Unterbringung der Menschen in Bochum sei gesorgt, so „Das Kollektiv“. Alle Infos und das Spendenkonto gibt es auf ukraine-hilfe-bochum.de.

Therapeuten wollen Müttern und Kindern beistehen

Ebenfalls an die polnisch-ukrainische Grenze reisen am Wochenende Mitglieder des in Bochum ansässigen Dachverbandes für Psychotherapie (DVP). Man werde mit zunächst sieben speziell ausgebildeten Therapeuten stabilisierende Hilfe anbieten, kündigt Vorsitzender Dirk Pietryga an. Vielen geflohenen Müttern und Kindern drohe eine posttraumatische Belastungsstörung. Verfolgen lässt sich die Hilfsaktion auf dvp-ev.de.

Derweil bittet die Stadt um Verständnis, dass es in den kommenden Wochen zu Verzögerungen bei der Terminbuchung im Bürgerbüro und zu Terminverlegungen im Ausländerbüro kommen kann. Grund: Mitarbeiter der Behörden sind in der städtischen Anlaufstelle für Geflüchtete in Harpen im Einsatz und „aktuell extrem gefordert, den Zulauf an Menschen aufzufangen“. Das Personal fehlt im Rathaus.

Viele Geflüchtete müssen neu geimpft werden

Zahlreiche der Geflüchteten, die in Bochum ankommen, benötigen eine erneute Corona-Impfung. Sie hatten sich in ihrer Heimat mit Wirkstoffen impfen lassen, die nicht in der EU zugelassen sind, berichtet die Stadt. Vakzine und Impfstellen sind reichlich vorhanden.

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