Abschied

Steven Sloane verlässt die Bochumer Symphoniker

Der GMD sagt „Good bye“: In drei Jahren will Steven Sloane den Chefposten der Bosy räumen. Dies kündigte er am Mittwoch (27.6.) im Rathaus an.

Der GMD sagt „Good bye“: In drei Jahren will Steven Sloane den Chefposten der Bosy räumen. Dies kündigte er am Mittwoch (27.6.) im Rathaus an.

Foto: Socrates Tassos

Bochum.   In drei Jahren will der beliebte Generalmusikdirektor die Bochumer Symphoniker verlassen. Danach soll er „Ehrendirigent auf Lebenszeit“ werden.

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Paukenschlag bei den Bochumer Symphonikern: Generalmusikdirektor Steven Sloane erklärt überraschenden seinen Abschied. Zum Ende der Spielzeit 2020/21 – also in drei Jahren – will Sloane seinen Musikern und dem Bochumer Publikum „Good bye“ sagen.

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagt der sichtlich ergriffene GMD am Mittwoch (27.6.) vor dem Kulturausschuss im Rathaus. „Nach der Eröffnung des Musikforums 2016 hatte ich versprochen, auf jeden Fall fünf weitere Jahre im Amt zu bleiben, und daran halte ich mich auch“, so Sloane. „Doch es wird Zeit für neue Impulse. Das betrifft das Orchester genauso wie mich.“

"Ära Sloane" soll 2021 enden

Was sich hier ankündigt, ist das Ende einer Ära: Im Jahr 2021 wird Sloane 27 Jahre Chef der Symphoniker sein – viel länger als jeder GMD vor ihm in der bald 100-jährigen Geschichte des Orchesters. „Dies eine unglaubliche Zeitspanne und extrem ungewöhnlich“, stellt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) lobend fest, den Sloane zuvor über seinen Schritt informiert hatte.

Als ein Hauptgrund für Sloanes Entschluss gilt wohl auch sein Alter: „In ein paar Wochen werde ich 60“. Drei Jahre später – und er sei bereits recht nah am Rentenalter, sagt Sloane und stimmt zur Überraschung der Mitglieder des Kulturausschusses den Beatles-Klassiker „When I’m Sixty-Four“ an.

Wohin es Steven Sloane nach seiner Bochumer Zeit ziehen könnte, lässt er offen. „Ich bin und bleibe Bochumer und ein echter Ruhri“, stellt er fest. Doch Dirigenten seien auch „Weltbürger“. Gut möglich, dass der weit gereiste Musiker nach 2021 Engagements an anderen Orchestern annimmt – und gelegentlich nach Bochum zurück kehrt.

Suche nach einem Nachfolger kann beginnen

Denn dieses Hintertürchen lässt ihm Eiskirch offen: „Ich werde dem Rat der Stadt vorschlagen, erstmals in der Geschichte Bochums den Titel ‘Ehrendirigent auf Lebenszeit’ zu verleihen“, sagt er. „Und ich könnte mir keinen besseren Träger dieses Titels vorstellen als Steven Sloane.“ Dies böte dem scheidenden GMD zudem die Möglichkeit, auch nach 2021 bisweilen für die Bosy tätig zu werden.

Durch die frühzeitige Ankündigung seines Abschieds habe die Stadt genügend Zeit, einen Nachfolger zu finden, sagt Sloane. Den Musikern teilte der GMD seinen Entschluss per E-Mail mit, eine Orchesterversammlung gab es zu dieser Personalie noch nicht. „Aber wir bleiben ja noch drei Jahre zusammen“, meint Sprecherin Christiane Peters.

>> INFO: Zur Person Steven Sloane

  • Der amerikanisch-israelische Musiker Steven Sloane wurde 1958 in Los Angeles geboren. Nach seinem Studium arbeitete er als Dirigent in Israel und leitete das Music-Festival in Tel Aviv.

  • Im Jahr 1993 holte die ehemalige Kulturdezernentin Ute Canaris den damals 34-Jährigen als Nachfolger von Eberhard Kloke nach Bochum.

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