Blutspende

Corona: Immer mehr Menschen in Bochum gehen zur Blutspende

Nadine Fidorra vom Deutschen Roten Kreuz sammelt im Matthäushaus in Bochum-Weitmar eine Blutspende von Gregor Zajac.

Nadine Fidorra vom Deutschen Roten Kreuz sammelt im Matthäushaus in Bochum-Weitmar eine Blutspende von Gregor Zajac.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Weitmar.  Über 90 Spender zählt das Bochumer DRK pro Blutspende-Tag – weit mehr als sonst. Viele wollen ihren Beitrag in der Corona-Krise leisten.

Das Coronavirus bereitet vielen nicht nur Sorge, es schweißt die Menschen auch stärker zusammen. Bestes Beispiel: Blutspenden. So berichtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bei den jüngsten Terminen im Matthäushaus in Bochu m-Weitmar von erfreulich vielen hilfsbereiten Spendern, die bereit sind, etwas von ihrem Blut für die oft überlebenswichtige Versorgung in den Krankenhäusern herzugeben.

Bochum: Blut spenden ist in Zeiten von Corona wieder in

„An unserem ersten Tag hier waren es mehr als 90 Spender, viele von ihnen auch junge Leute und Erstspender“, sagt Pressereferentin Gaby Struck. An normalen Tagen kommen weniger als die Hälfte. Woran das liegt? „Wahrscheinlich wollen viele in diesen Zeiten ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten und einfach etwas Gutes tun.“

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So wie Gregor Zajac: Der pure Zufall führt den jungen Weitmarer zum Blutspenden. „Ich habe beim

Brötchenholen das Schild an der Kirche gesehen und mir gedacht: Warumcorona- so erlebt bochumer ex-chefarzt die not in italieneigentlich nicht?“, erzählt er. Bestimmt schon seit 20 Jahren sei er nicht mehr dort gewesen: „Und ich hab schon lange ein schlechtes Gewissen. Meine Eltern haben immer viel gespendet, mein Vater hat sogar die goldene Blutspende-Ehrennadel, nur ich war ewig nicht hier. Da wollte ich einfach die Familienehre retten.“ Jetzt fehlt Zajac ein halber Liter seines roten Saftes, dafür ist der Stolz umso größer.

Dabei findet das Blutspenden im Matthäushaus in Weitmar diesmal unter besonderen Bedingungen statt. Die Ausbreitung des Coronavirus fordert auch das DRK zu weitreichenden Vorkehrungen. So darf sich immer nur eine überschaubare Menge an Menschen im Gebäude aufhalten.

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Auf den Sicherheitsabstand wird genau geachtet, die Liegen zur Blutentnahme stehen weit auseinander. Sämtliche Mitarbeiter tragen Mundschutz, einige haben auch Plexiglas vor der Nase. Und vor dem Eintritt wird bei jedem Fieber gemessen.

Junges Blut hilft dem DRK besonders

„Das muss jetzt leider so sein“, sagt Frank Kerkhoff vom Bochumer DRK und bittet um Nachsicht, wenn das ganze Prozedere der Blutspende von der Anmeldung bis zur Ruhephase danach in Corona-Zeiten etwas länger dauern kann. „Neulich stand hier eine lange Schlange vor der Tür, jeder im Abstand von zwei Metern zum nächsten, und dabei ging sogar ein leichter Schneeregen runter“, erzählt Gaby Struck. „Für die Geduld der Leute möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Das war großartig.“

Auch die obligatorische Verpflegung, über die sich jeder Spender nach getaner Bürgerpflicht freuen darf, wird etwas abgewandelt: Statt Currywurst zum Sofortessen gibt es für jeden ein gut gefülltes Lunchpaket aus Schokolade, Nüssen, Marmorkuchen und Obst für den Heimweg. „Direkt hier bei uns darf das derzeit nicht verzehrt werden“, sagt Struck. Wasser, Saft und Kaffee sind natürlich ebenfalls inklusive.

Über den enormen Zuspruch vor allem vieler junger Spender freut sich der DRK sehr. „Jetzt müssen wir nur schauen, dass sie uns auch weiter erhalten bleiben.“ Denn hier zeigt sich gerade ein Problem: Viele treue Spender sind im gehobenen Alter und gehören längst selbst zur sogenannten „Risikogruppe“. Da kann etwas junges Blut dem DRK enorm helfen. Denn jeder weiß: Blutspenden kann Leben retten, und so ein kleiner Piekser tut auch gar nicht weh.

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