Bebauungsplan

Boulen statt Wohnen: Neue Idee für Brachfläche

Die Sporthalle an der Ecke Liebfrauenstraße: Auf dieser Fläche soll statt neuer Wohnbebauung nun ein  Freizeit- und Naherholungsareal entstehen.

Die Sporthalle an der Ecke Liebfrauenstraße: Auf dieser Fläche soll statt neuer Wohnbebauung nun ein Freizeit- und Naherholungsareal entstehen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Altenbochum.  CDU-Ratsfrau schlägt an der Liebfrauenstraße eine Fläche für Freizeitnutzung vor. Im Stadtteil wünschen sich Bürger einen Treffpunkt.

Seit sechs Jahren ist vorgesehen, an der Liebfrauenstraße Geschosswohnungsbau zu errichten; genauso lange gibt es bereits einen Bebauungsplan. Nun schlägt CDU-Ratsfrau Angelika Dümenil vor, dort auf Wohnungsbau zu verzichten und stattdessen eine Freizeit- und Naherholungsfläche für die Nachbarn zu schaffen. Dieser Antrag fand jetzt im Planungsausschuss einhellig Zustimmung.

Eine Änderung des Bebauungsplans 950 sei, so erfuhr Dümenil von der Verwaltung, sei gar nicht nötig. Eine Freizeitnutzung sei schon heute möglich. Birgit Venzke vom Planungsamt erläuterte, dass nur das Planungsziel geändert werden müsste. Das wäre einfacher, zumal für eine Bebauungsplanänderung das Personal fehlte.“

Turnhalle wird rege genutzt

Die Stadt hatte vor, den Blockinnenbereich zwischen der Wittener-, der Liebfrauenstraße und der Straßen Kreuzkamp und Auf dem Krahnefuß zu verkaufen. Dort werden bis heute eine Turnhalle und ein Bolzplatz rege genutzt. Bei Wohnungsbau hätte die Stadt innerhalb des Stadtteils neue Standorte finden müssen. Die Kosten für die Verlagerung wäre an den potenziellen Investor übertragen worden.

Angelika Dümenil ist beratendes Mitglied im Bezirk Mitte. Ihr Argument für Freizeit statt Wohnen, wie es auch die Bürger wünschen: „Inzwischen sind sechs Jahre vergangen und im Stadtbezirk sind mit dem Ostpark auch neue Wohngebiete in der konkreten Planung, so dass dem Anliegen der Verwaltung, neue Wohneinheiten in Altenbochum zu schaffen, entsprochen wird.“

Bürger um die Initiative „Stadtteilzentrum für Altenbochum“, u.a. mit Mitgliedern des Sportvereins Frisch-Auf, der Ortsparteien und der Flüchtlingshilfe, sind sich einig: Es muss ein neuer Treffpunkt für Freizeitaktivitäten etabliert werden. Chöre, Jugendgruppen, Skatrunden – sie alle brauchen eine Anlaufstelle. So soll erarbeitet werden, wie eine Alternative für den maroden Saal der Gemeinde neben der Liebfrauenkirche an der Bruchspitze entstehen könnte. Die Vision ist, das katholische Gemeindezentrum zu öffnen und ein Stadtteilzentrum daraus zu machen. Es gibt Ideen, den Friemannplatz aufzuwerten.

Basketball und Tischtennis

Die neue Freizeitfläche könnte auf dem ehemaligen Schulhof der Montessori-Schule Platz fürs Boule-Spiel, für Basketball und Tischtennis bieten. In dem ursprünglichen Schulgebäude wurde zwischenzeitlich das Mehrgenerationenhaus Glockenhof verwirklicht, die Turnhalle befindet sich, ebenso wie Teile des Schulhofes, im städtischen Besitz.

Bei einer Ortsbegehung setzte sich der CDU-Ortsverband Altenbochum für die Sporthalle ein. Vorsitzender David Schary: „Besonders der Bereich um die Turnhalle bietet den Altenbochumern einen verfallenen Anblick. Scheiben sind eingeschlagen, Fenster sind vernagelt, Gebäude und Schulhof sind mit Graffiti beschmutzt, der Spielplatz auf dem früheren Schulhof wurde sich selbst überlassen und somit der Verwahrlosung freigegeben.“

Bereits im Mai wurde in der Bezirksvertretung Mitte, der David Schary angehört, ein entsprechender Antrag beschlossen, der eine Instandsetzung und Sanierung der Sporthalle vorsieht.

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