So richtig wusste Miron S. lange nicht, was sein Stiefvater da für Schätze in seiner privaten Sammlung hatte. Natürlich: Die Regenbogen-Trikots von Faber waren ihm stets ein Begriff, inzwischen haben sie nicht nur unter den Fans des VfL Bochum Kultcharakter. Doch die Sammlung von Thorsten umfasst deutlich mehr. Ein Sondertrikot hier, ein Warm-up-Shirt von einem Spieler geschenkt dort. Über 50 Exemplare waren in den vergangenen Jahren zusammengekommen.

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Dass S. sich damit inzwischen intensiver auseinandersetzt, hat allerdings einen traurigen Hintergrund. Sein Stiefvater ist vor einigen Wochen plötzlich nach einem Herzinfarkt verstorben und die Trikotsammlung ist nun ein Erbstück. Viel kann S. damit aber selbst nicht anfangen, er hält es mit dem blau-weißen Verein aus der Nachbarschaft. „Ich war zwar regelmäßig mit meinem Stiefvater im Ruhrstadion, aber ich habe mein Herz an Schalke 04 verloren“, sagt er. „Daher waren die Derbys – und ja, ich nenne es so – für uns immer besondere Spiele, die wir auch gern zusammen verfolgt haben.“

Regenbogen-Trikots vom VfL Bochum sind gefragt

Zwar seien die VfL-Trikots eine schöne Erinnerung. „Aber ich möchte, dass sie in die Hände von Fans kommen, die sie zu schätzen wissen“, sagt er. Daher löst S. die Sammlung derzeit nach und nach auf, hat sie einzeln fotografiert und eingestellt auf den üblichen Verkaufsplattformen. „Vor allem die Faber-Trikots sind stark nachgefragt“, sagt er. Dabei musste S. erst einmal recherchieren, wie einzelne Stücke überhaupt gehandelt werden. „Ich kenne mich damit wenig aus. Aber es ist schon überraschend, wie wertvoll manche Trikots offenbar sind“, sagt er.

Ein legendäres Faber-Trikot des VfL Bochum.
Ein legendäres Faber-Trikot des VfL Bochum gehörte zur Sammlung von Thorsten Sein Stiefsohn löst die Sammlung nun auf.© privat | privat

Dass sich in der Sammlung auch alte Schmuckstücke befinden, hat laut S. einen besonderen Hintergrund. Thorsten habe einst in der Jugend beim VfL Bochum gespielt und sei Teil der Walking-Football-Mannschaft des Vereins gewesen, die der Kultklub ins Leben gerufen hat. Es ist die Abteilung des Vereins für Menschen ab 55 Jahren und sie bietet kulturelle, sportliche und unterhaltsame Veranstaltungen an. „Totto“, wie S. Stiefvater genannt wurde – klassischerweise war auch Anthony Losilla sein Lieblingsspieler –, habe die Mannschaft als Kapitän angeführt.

Trikots sollen VfL-Fans glücklich machen

Nach dem Tod des Stiefvaters möchte S. nun, dass die Liebe zum VfL und den Trikots andere Menschen glücklich macht. „Trikots sind oft mit emotionalen Werten verbunden. Ich möchte, dass die von meinem Stiefvater bei VfL-Fans oder Sammlern landen. Das würde ihm sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn er das wüsste“, sagt S.. Ein Trikot allerdings wird im Familienbesitz bleiben und im heimischen Wohnzimmer eingerahmt aufgehängt. Dem Andenken des Stiefvaters soll so geehrt werden. Die Trikotsammlung wird auf Kleinanzeigen angeboten.