Der Kessel explodierte schon nach wenigen Sekunden, mit dem Abpfiff gab es dann kein Halten mehr nach Minuten des Zitterns: Im Ruhrstadion herrschte am Sonntag kollektives Aufatmen nach dem 2:1-Sieg des VfL Bochum über Greuther Fürth, bei dem „Fußballgott“ Philipp Hofmann mit einem Doppelpack den Klassenerhalt nach einer äußerst schwierigen Saison immer wahrscheinlicher machte. „Wir sind noch nicht durch“, mahnte Trainer Uwe Rösler allerdings nach dem Spiel.

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Viel größer hätte der Druck kaum sein können, nachdem nahezu alle direkten Konkurrenten an diesem Wochenende gewannen. Fortuna Düsseldorf, Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel, Arminia Bielefeld – sie alle konnten im Kampf um den Klassenerhalt Ausrufezeichen setzen, sodass der Vorsprung auf den Relegationsrang auf zwei Punkte geschrumpft war. „Es war richtig Druck auf dem Kessel, jeder war vor dem Spiel angespannt, vielleicht auch angespannter als vor anderen Spielen“, gab Timo Horn nach dem Spiel zu. Verlieren war also verboten.
Hofmann nimmt schon nach wenigen Sekunden den Druck
Doch von Angst war vom Anpfiff weg keine Spur. Von Beginn an rannten die Bochumer an und wurden schon nach 49 Sekunden für diesen Mut belohnt. Francis Onyeka gewann im Mittelfeld den Ball, nahm Maximilian Wittek mit, der perfekt auf Hofmann flankte. Der Stürmer, der in der vergangenen Woche in Dresden noch schmerzlich vermisst wurde, hatte Glück, dass Philipp Ziereis wegrutschte. So hatte der „Fußballgott“, wie er in Bochum inzwischen gerufen wird, Platz ohne Ende und versenkte locker zur frühen Führung.

Der Plan von Trainer Uwe Rösler ging voll auf, weil der VfL den Fürthern den Ball überließ und selbst das Spiel kontrollieren konnte. Die Bochumer lauerten auf die zweiten Bälle und wollten dann umschalten. Wie in der 31. Minute, als Koji Miyoshi und Gerrit Holtmann sich regelrecht vors Tor zauberten, der Japaner aber am rechten Pfosten vorbeischoss. Genauso wie kurz darauf Maximilian Wittek.
Futkeu lässt den VfL Bochum zittern
Dass die Bochumer zu diesem Zeitpunkt führten, hatte allerdings nach einem Lattentreffer von Ex-ETB-Stürmer Noel Futkeu auch mit Glück zu tun. Der Neuner der Fürther konnte sich beim Kopfball gegen Noah Loosli und Philipp Strompf durchsetzen. Kurz vor der Pause verzog Branimir Hrogta freistehend. Das Führungsgebilde, es war fragil.
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Umso größer war die Jubel-Explosion, als Hofmann nach einer Ecke von Wittek per Kopf seinen zweiten Treffer des Tages (56.) erzielte und den VfL Bochum endgültig auf die Siegerstraße brachte. Nach dem Anschlusstreffer von Futkeu (88.) war allerdings noch einmal kollektives Zittern angesagt, weil die halbe Bochumer Defensive offenbar schon dem Schlusspfiff entgegenblickte. „Wir sind inzwischen dafür bekannt, dass es nicht ohne Spannung geht“, so Horn.
Doch die Hausherren behielten die Nerven und brachten die knappe Führung über die Zeit, die den Klassenerhalt immer realistischer werden lässt. „Die Mannschaft ist druckresistent“, sagte Horn knapp. Sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang sollten drei Spiele vor Saisonende wohl reichen.







