Nach einer über weite Strecken erschreckend desaströsen Leistung bei Fortuna Düsseldorf ist die Konkurrenz um den Klassenerhalt näher an den VfL Bochum herangerückt. Und je nach Ausgang der anderen Partien an diesem Wochenende könnte der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf drei Punkte schmelzen. Die Fortuna sendet hingegen durch den 2:1 (1:0)-Heimsieg ein wichtiges Signal Richtung Mitbewerber.

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Uwe Rösler forderte vor seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo er so gern noch länger gearbeitet hätte, als nur eineinhalb Jahre, große Gier seiner Spieler. Er wolle sehen, dass sie brennen, sie mit dem Messer zwischen den Zähnen in die Partie bei der Fortuna gehen, hatte er noch am Donnerstag auf der Pressekonferenz gesagt. Zugehört hatten die Spieler aber offenbar nicht. Nach dem Spiel reagierte Trainer Uwe Rösler entsprechend frustriert: „Wir haben in der Halbzeit absolut energielos gespielt. Dafür übernehme ich die Verantwortung, weil ich die Mannschaft vorbereitet und selektiert habe.“ Immerhin habe es die Mannschaft in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Dann fügte er noch hinzu: „Ich muss mich das erste Mal, seitdem ich beim VfL bin, bei den Fans entschuldigen.“
Holtmann mit der Riesenchance für den VfL Bochum
641 Tage nach dem Bochumer Relegationswunder hätte Gerrit Holtmann aber beinahe ein dickes Ausrufezeichen nach nicht einmal zwei Minuten gesetzt. Cajetan Lenz eroberte im Mittelfeld den Ball und war nach einem Doppelpass mit Koji Miyoshi auf der rechten Seite durch. Seine Flanke fand Holtmann im Strafraum, der trotz Raum und Zeit die Direktabnahme wählte und daneben schoss.

Zu diesem Zeitpunkt waren die zahlreichen bengalischen Lichter im knapp 10.000 Fans umfassenden Gästeblock noch nicht einmal richtig verglüht. Der entstandene Rauch schien die Köpfe der Spieler allerdings vernebelt zu haben. Gleich mehrfach tauchte Christian Rasmussen vor dem Tor von Timo Horn auf, richtig gefährlich war der Kopfball von Elias Egouli, der nur knapp am Kasten vorbeiging (6.). Bochum versuchte, das Spiel zu beruhigen. Was nur bedingt gelang. Fortuna hatte nach 45 Minuten 62 Prozent Ballbesitz.
Fortuna Düsseldorf dominiert den VfL Bochum
Dass es vor dem Tor von Horn aber nach 23 Minuten gefährlich wurde, war eher Zufall. Nach einer Flanke des starken Emmanuel Iyoha traf Shinta Appelkamp den Ball nicht richtig, was es für den VfL-Schlussmann gefährlich machte. Er konnte noch gerade zur Ecke abwehren. Nur fünf Minuten später war es Iyoha selbst, der mit einem satten Schuss die Führung hätte besorgen können, sein Abschluss war aber genauso zu unplatziert wie die Aktion von Anouar El Azzouzi, der in der 31. Minute plötzlich frei vor dem Tor stand, zu kompliziert war.
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Und die Gäste? Statt Messer zwischen den Zähnen, war es eher der Stift in der Hose auf dem schlechten Rasen der Düsseldorfer Arena. Die verletzungsgebeutelte Defensive der Fortuna hatte über weite Strecken keinerlei Probleme mit Philipp Hofmann, Koji Miyoshi oder Callum Marshall. Der für Jordy de Wijs reingekommene Sima Suso spielte abgezockt in einer Dreierkette. Es dauerte bis zur 45. Minute, in der Mats Pannewig nach einer Hofmann-Ablage Kastenmeier prüfte.
Pannewig und Loosli pennen, Itten trifft
Nur Sekunden später war der 21-Jährige auf der Gegenseite ähnlich wenig konsequent. Er ließ Iyoha viel zu viel Platz, griff ihn im Halbfeld erst gar nicht an und in der Mitte kam Noah Loosli zu spät gegen Cedric Itten (45.). Die hochverdiente Führung für die Fortuna nach einer erschreckend schwachen VfL-Halbzeit.

Rösler reagierte und wechselte gleich zweimal. Moritz-Broni Kwarteng, der in der vergangenen Saison an die Fortuna ausgeliehen war, und der überraschend nur auf der Bank sitzende Francis Onyeka kamen für Pannewig und Holtmann. Dem VfL fehlte es aber wie schon in der ersten Halbzeit an Raumaufteilung und Zweikampf-Intensität. Im Spielaufbau lief wenig bis nichts zusammen. Einzig ein Abschluss von Onyeka (54.) versprühte so etwas wie Torgefahr.
Muslija trifft per Traumtor zum 2:0 für Fortuna Düsseldorf
Ganz anders die Fortuna: Ein langer Ball auf Rasmussen nahm die gesamte Bochumer Defensive hops. Im Zentrum konnten Leandro Morgalla und Loosli den Dänen nicht vom Ball trennen, der aber sah Florenz Muslija, der mit einem Traumtor in den langen Winkel das 2:0 erzielte (57.). Gut zehn Minuten später konnte Horn gerade so noch gegen Itten retten, während sich in der 70. Minute auch Kastenmeier endlich einmal bei einem Abschluss von Morgalla auszeichnen konnte.
Rösler brachte nun auch Oliver Olsen – und das sollte endlich Erfolg bringen. Über die linke Seite tankte sich der Neuzugang durch und fand am langen Pfosten den ebenfalls eingewechselten Farid Alfa-Ruprecht völlig blank stehen, der den Anschlusstreffer erzielte (79.). Es war ein Weckruf – auch für die mitgereisten Fans, die auf eine ähnliche Wendung hofften, wie vor genau 21 Monaten an gleicher Stelle. Diese trat aber nicht ein.







