Der Protest fiel ungewöhnlich laut aus und er hat aus Fan-Sicht auch zumindest teilweise Erfolg. Der VfL Bochum verzichtet im Derby gegen Schalke 04 auf das Tragen des neuen Sondertrikots. Das teilte der Verein am Donnerstag mit. Damit reagiert der VfL auf ein Statement von Mittwochabend, das von beiden Bochumer Ultra-Gruppen – Ultras Bochum 99 und Ruhrstadtkollektiv – aber auch einigen größeren Fanclubs unterschrieben wurde.

Die Bochum-Fans forderten die Verantwortlichen des VfL Bochum „in aller Deutlichkeit“ auf, auf das Tragen des Sondertrikots zu verzichten. Und das habe nicht nur damit zu tun, dass die Königsblauen am Samstag dadurch die Möglichkeit erhalten, selbst in blau und weiß aufzulaufen. Es gehe viel mehr um die Grundsätzlichkeit, dass der VfL im heimischen Ruhrstadion die Vereinsfarben tragen und repräsentieren solle. Man solle doch bitte in Heimspielen nie mehr in Sondertrikots in anderen Farben auftreten, hieß es. Diesen Wunsch allerdings wird der Verein den Fans nicht erfüllen (können).
„Der Verein reagiert damit auf die Emotionalität des Derbys, der damit verbundenen Kritik aus Teilen der Fanszene und korrigiert seine Entscheidung“, teilte der Verein in einem Statement mit. „Stattdessen werden die VfL-Profis im – in wenigen Tagen ausverkauften – Sondertrikot beim nächsten Heimspiel gegen den SC Paderborn (Sonntag, 15. Februar) zu sehen sein.“
VfL Bochum spielt gegen Schalke in flutlichtblau
Die heftige Reaktion auf das Sondertrikot, das im Derby getragen werden sollte, hat die Verantwortlichen beim VfL Bochum offenbar überrascht und nun zu einer Reaktion bewegt. Am Donnerstag hat eine interne Sitzung stattgefunden, in der intensiv über das Thema gesprochen wurde. Auch Fanvertreter waren daran beteiligt. Die Lösung: Der VfL Bochum wird seine Mannschaft am Samstag nicht in dem Sondertrikot auf das Feld schicken, sondern im eigentlichen Heimtrikot in flutlichtblau. Eine Grundsatzentscheidung sei dies aber nicht, heißt es. Es könne durchaus sein, dass in Zukunft dieses – oder ein anderes Sondertrikot – auf dem heimischen Rasen zum Einsatz kommt.
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Am Montag hatte der VfL Bochum sein schwarzes Sondertrikot unter dem Motto „Pulsschlag aus Stahl“ präsentiert. Mit „Grubengold“ und „Pulsschlag aus Stahl“ entstand die Idee für die besondere Spielkleidung“, schrieb der VfL. „Der Herzschlag der Stadt, die Castroper Straße hoch bis zum Stadion und den Stahlwerken, zeigt sich auf den in schwarz und grau gehaltenen Jerseys.“ Maximilian Wittek, Cajetan Lenz und die Bochumer Sängerin Pia-Sophie präsentierten das Trikot mit seinen Akzenten auf Fotos und in eine Video. „Eingearbeitet in den Stoff sind Elemente wie der Förderturm des Bergbaumuseums, aber auch Hammer & Meißel sowie die Anmutung eines stahlgegossenen Herzens“, beschreibt der Verein sein Trikot. Die Ärmel sind zudem farblich und von der Struktur her wie das aus dem Bergbau bekannte Grubentuch abgesetzt.
VfL Bochum: Sondertrikot ist fast ausverkauft
Bei einigen Fans kam es gut an, das Trikot ist inzwischen nahezu ausverkauft. Allerdings regte sich früh Kritik an der schwarzen Farbe, die auch die Bochumer Ultras im Zusammenschluss mit insgesamt zehn weiteren Fanklubs äußerten. Zumindest für das Derby gegen Schalke am Samstagmittag (13 Uhr, Sky) ist nun eine Lösung gefunden. „Der VfL wird den Prozess rund ums Sondertrikot intern aufarbeiten und versuchen, diesen im Zusammenhang mit fanrelevanten Themen künftig noch sensibler und transparenter zu gestalten“, hieß es vom Verein.






