Eigentlich war es ein Spiel ohne große Aufreger und dennoch hat der VfL Bochum innerhalb von drei Tagen die zweite Rote Karte kassiert. Wurde bereits am Mittwoch beim Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart heiß über den Platzverweis von Philipp Strompf diskutiert, warf auch eine Aktion am Samstagnachmittag Fragen auf. Als das Spiel gegen Arminia Bielefeld schon fast gelaufen war, der VfL führte mit 1:0 und brachte das Ergebnis nach einem Treffer von Phillip Hofmann auch über die Zeit, sah auf einmal Simon Zoller die Rote Karte.

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Was war geschehen? In der dritten Minute der Nachspielzeit rollte der Ball vor die Bank des VfL Bochum und Bielefelds Maximilian Großer wollte ihn schnell zurück ins Spiel bringen. Arminia wollte nichts unversucht lassen, um möglicherweise doch noch den späten Ausgleich zu erzielen. Doch Zoller, Leiter Lizenzbereich beim VfL, hielt den Ball hinter dem Rücken zurück, ließ ihn einmal um seinen Körper kreisen und rollte ihn dann in Richtung Seitenlinie zu einem VfL-Spieler. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger fand diese Aktion überhaupt nicht lustig, wertete sie als grobe Unsportlichkeit und zeigte dem 34-Jährigen für die Spielverzögerung die Rote Karte.

VfL Bochum: Simon Zoller versteht die Welt nicht mehr

Kaum einer beim VfL Bochum verstand die Welt. Zoller, der zu diesem Zeitpunkt schon wieder auf der Bank saß, reagierte mit Unverständnis und breitete die Arme fragend aus. Auch Augenzeugen der Szene fragten sich, ob diese Rote Karte für Zoller nicht übertrieben gewesen sei, maximal eine Gelbe Karte es auch getan hätte, wie es das Regelwerk wohl auch vorsieht, weil es ja Einwurf für Bochum gab und nicht für Bielefeld. Und: Schlimme Worte sollen nicht gefallen sein. Dennoch musste der ehemalige Stürmer die restlichen Minuten von der Tribüne aus verfolgen und ging nach dem Abpfiff mit dem Schiedsrichter in die Aussprache.

„Ich habe mir noch die Schulter gehalten und nicht gesehen, was hinter mir gelaufen ist“, sagte der irritierte Trainer Uwe Rösler nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Er sah die Szene aus ein paar Metern Entfernung. „Es war eigentlich ein Einwurf für uns, es war kein Zeitspiel. Aber wir müssen es akzeptieren“, so der Übungsleiter, unter dem die Bochumer nun fünf Siege in sieben Zweitligaspielen feierte.

Die Rote Karte bedeutet nun für Zoller, der erst mit seinem Postenwechsel vor einigen Wochen jeden Spieltag auf der Bank sitzt, dass er gegen Hannover 96 wieder auf der Tribüne Platz nehmen muss. Denn er wurde am Montag vom DFB-Sportgericht zu einem Innenraumverbot beim Hannover-Spiel verurteilt. Zudem muss er 5000 Euro Geldstrafe zahlen.