Es ist ein Fall, der bundesweit für Aufsehen sorgt. In Bochum wurde in der vorvergangenen Woche ein gehörloses Mädchen von der Polizei angeschossen. Vor allem in der Stadt schlägt dies hohe Wellen – und offenbar auch in der Fanszene des VfL Bochum. Die Ultras reagierten zu Beginn der zweiten Halbzeit des Zweitliga-Heimspiels gegen Dynamo Dresden (1:2) mit mehreren Bannern mit Botschaften in Richtung Polizei und dem noch immer im kritischen Zustand befindlichen Mädchen.
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An das zwölfjährige Mädchen gerichtet, schrieben die Ultras: „Beste Genesung nach Bochum-Hamme!“. An die Polizei fielen die Plakate allerdings in einem anderen Ton aus. „Wo die Bullen sich selbst untersuchen, hat Gerechtigkeit selten eine Chance“, hieß es auf einem großen Plakat am Zaun der Ostkurve, nachdem der Vorfall polizeiintern untersucht werden soll. Im Block daneben gingen vier Doppelhalter hoch, die Hände zeigten, die einzelne Buchstaben in Gebärdensprache machten. Übersetzt stand dort geschrieben: „ACAB“, die Abkürzung für die Beleidigung „All cops are bastards“ – „Alle Polizisten sind Schweine“.
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VfL Bochum distanziert sich von „beleidigendem“ Banner
Der Verein VfL Bochum reagierte darauf am Dienstag, 25. November, mit einer Stellungnahme. Der VfL distanziere sich „in aller Deutlichkeit“ von dem „Zwischenfall“, heißt es in der Pressemitteilung. Das in der Ostkurve präsentierte Banner sei „im Vorfeld der Partie nicht vom Verein genehmigt worden“. Das „Spruchband in Kombination mit ‚ACAB‘ (in Gebärdensprache) beinhaltete nicht nur einfache Kritik, sondern Beleidigungen gegenüber der Polizei Bochum, zu der wir stets ein gutes und partnerschaftliches Verhältnis pflegen“, so der Klub.

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Der VfL betonte: „Seine Meinung per Spruchbändern – auch kritisch – zu äußern, ist aus unserer Sicht völlig in Ordnung. Beleidigende oder gar diskriminierende Äußerungen sind jedoch in keiner Weise Bestandteil unseres Leitbilds.“
Bochum: Polizei schießt auf gehörloses Mädchen
Die Plakate bezogen sich auf einen Vorfall in der Nacht von Sonntag, 16. November, auf Montag. Seit einem Schuss eines Polizisten in den Bauch eines zwölfjährigen Mädchens war das Kind trotz einer Notoperation im Bochumer Bergmannsheil noch nicht über den Berg. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber dieser Redaktion, dass der Zustand „kritisch“, aber „stabil“ sei (Stand: Dienstag, 25. November).


Was war geschehen? Am Sonntag, 16. November, war das Kind aus einer Wohngruppe in Münster verschwunden und zu ihrer Mutter in Bochum gefahren, obwohl dieser das Sorgerecht entzogen worden war. Die Zwölfjährige wurde von der Polizei als Vermisste gesucht. Sie ist auf lebenswichtige Medikamente angewiesen, hatte sie aber eventuell seit dem Tag vor der Flucht aus der Wohngruppe nicht mehr eingenommen. Deshalb erschien die Polizei auch nachts in der Wohnung, weil die Medizin so dringend war.
Als die Polizei an der Wohnung angelangt war, soll die Mutter den Beamten den Zugang zur Wohnung versperrt haben. Daraufhin sei die Mutter von Beamten fixiert worden, bevor zwei Beamte in die Wohnung gingen. In diesem Moment soll das Mädchen aus der Küche getreten sein und habe die Beamten laut Polizei „mit zwei größeren Küchenmessern in der Hand“ angegriffen. Als sie sich „unmittelbar vor den Polizisten befand“, schossen diese: einer mit einem Taser, der andere mit einer Schusswaffe. Er traf das Mädchen lebensbedrohlich im Bauch.










