Der VfL Bochum und der FC Augsburg haben derzeit eines gemeinsam: Beide Mannschaften stehen mit sieben Punkten im Tabellenkeller ihrer jeweiligen Liga. Der Unterschied: Für Bochum und den neuen Trainer Uwe Rösler ist diese Punktzahl ein Zeichen eines frischen Aufwinds – in den letzten beiden Spielen holte der VfL vier Punkte. Für Augsburgs neuen Trainer Sandro Wagner hingegen sieht es nach fünf Niederlagen in acht Spieltagen alles andere als gut aus. Erst am Wochenende gab es eine heftige Abreibung.

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Ein 0:6 zu Hause gegen RB Leipzig – so hoch hatte der FC Augsburg in 15 Jahren Bundesliga noch nie in der WWK-Arena verloren. Noch nie zuvor ging eine FCA-Mannschaft außerdem mit einem 0:4-Rückstand in die Halbzeit. „Es war eine Watschn“, gab Wagner anschließend zu. Durch die deutliche Niederlage hat Augsburg nun die meisten Gegentore der Liga kassiert – ganze 20 Treffer musste der FCA hinnehmen. Das entspricht einem Schnitt von 2,5 Gegentoren pro Spiel.

Krise beim Bochum-Gegner FC Augsburg? „Die Ultras waren bedient“

Die Fans reagierten nach der fünften Saisonniederlage entsprechend wütend. Am Zaun in der Kurve mussten sich die FCA-Profis deutliche Worte anhören, wie Robin Fellhauer und Teamkollege Fabian Rieder berichteten: „Die Ultras waren bedient.“ Die Anhänger fordern nun eine Reaktion – und das gleich doppelt: In den beiden Heimspielen dieser englischen Woche, zunächst im DFB-Pokal am Dienstag gegen den VfL Bochum und anschließend am Freitag in der Liga gegen Borussia Dortmund.

Wütende Fans, Platz 15 in der Tabelle – beim FCA läuft derzeit wenig zusammen. Doch Trainer Sandro Wagner gibt sich selbstbewusst. Er spürt nach eigener Aussage weiterhin Rückhalt von Verein und Mannschaft. Auf die Frage, ob er noch die volle Unterstützung genieße, antwortete der ehemalige Co-Trainer der Nationalmannschaft laut und deutlich: „Ja!“ Auf Nachfrage erklärte Wagner: „Weil es der Weg ist, den wir gehen wollen. Und gerade mit der jungen Mannschaft wissen alle, dass es auch mal einen Knacks geben kann.“

Für eine endgültige Beurteilung ist es noch zu früh - doch der VfL Bochum wirkt unter Uwe Rösler stabiler.
Für eine endgültige Beurteilung ist es noch zu früh - doch der VfL Bochum wirkt unter Uwe Rösler stabiler.© Jürgen Fromme /firo Sportphoto | Jürgen Fromme

Verein und Spieler stehen hinter Augsburg-Trainer Sandro Wagner

Auch Spieler Fabian Rieder warb um Geduld mit dem neuen Trainer und dessen Konzept: „Es ist ein komplett anderer Spielstil. Wir sind immer noch in der Findungsphase.“ Einfach werden die kommenden Aufgaben allerdings nicht: Am Freitag wartet bereits Borussia Dortmund, in der Woche darauf folgt der aktuell drittplatzierte VfB Stuttgart. In der momentanen Verfassung scheint es unwahrscheinlich, dass der FCA gegen die Spitzenteams Punkte holen kann.

Umso wichtiger wird das Pokalspiel gegen den VfL Bochum. Während Niederlagen gegen Dortmund oder Stuttgart erklärbar wären, sähe ein Pokal-Aus gegen den derzeit 17. der 2. Bundesliga deutlich problematischer aus. Sandro Wagner wird gegen Bochum Risiko gehen müssen – denn andernfalls könnte die Luft in Augsburg ganz schnell sehr dünn werden.