Angeführt von einem herausragenden Francis Onyeka und einem starken Philipp Hofmann feierte der VfL Bochum einen ganz wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga. Mit 3:2 (2:0) schickten die Bochumer Hertha BSC auf die Heimreise. Dem neuen Trainer Uwe Rösler gelang somit in seinem ersten Spiel das, was keinem VfL-Trainer seit Jens Rasiejewski am 10. Spieltag der Saison 2017/2018 gelang. Er siegte bei seinem Debüt.

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Der neue Trainer lebte selbst vor, was er von seinen Spielern erwartete: Leidenschaft. Schon weit vor dem Anpfiff peitschte er die Fans ein, als er nach einem TV-Interview in Bo-Henriksen-Manier in Richtung Ostkurve marschierte und die Fans aufforderte, Gas zu geben. Der Funke sprang auf die Mannschaft über, die engagiert ins Spiel gegen die Berliner startete. Angetrieben von ihrem Vulkan an der Außenlinie, der selbst bei niedrigen Temperaturen in kurzen Hosen auf- und absprang.

Holtmann im Glück - Führung für den VfL Bochum

Erstmals gefährlich wurden die Bochumer nach neun Minuten, als ein langer Ball von Philipp Strompf, der für Noah Loosli ins Spiel kam, bei Maximilian Wittek landete. Der Linksverteidiger, der unter Rösler nun in einer Viererkette agierte, bediente Mats Pannewig. Dessen Abschluss allerdings ging weit am Kasten vom Ex-VfLer Tjark Ernst vorbei.

In kurzen Hosen: Uwe Rösler bei seinem Debüt als VfL-Trainer.
In kurzen Hosen: Uwe Rösler bei seinem Debüt als VfL-Trainer.© Ralf Ibing /firo Sportphoto | Ralf Ibing

Kurz darauf der große Jubel. Ein Freistoß aus der eigenen Hälfte von Erhan Masovic landete beim oft gescholtenen Philipp Hofmann, der den freistehenden Gerrit Holtmann bediente. Der bislang beste Bochumer Torschütze dieser Saison fackelte nicht lange, zog aus halblinker Position ab und hatte das lange vermisste Glück auf seiner Seite. Sein Schuss wäre wohl weit am Kasten vorbeigeflogen, wenn die vermeintliche Rettungstat von Michal Krabownik nicht im eigenen Tor gelandet wäre. Die erste VfL-Führung seit der Auswärtsniederlage beim FC Schalke 04 am dritten Spieltag.

Horn pariert stark - VfL Bochum kontert im eigenen Stadion

Diese Führung gab Sicherheit, wenngleich Hertha-Starspieler Fabian Reese Timo Horn kurz darauf prüfte. Der VfL Bochum bestimmte nun die Partie, spielte sich aber lange keine Chancen heraus, stand dafür defensiv durchaus kompakt. Die veränderte Grundordnung mit klarer Viererkette schien Sicherheit zu geben, die Arbeit gegen den Ball funktionierte. Die Inhalte aus den Trainingseinheiten setzten die Spieler in dieser Phase gut um.

Auch in der Offensive. In der 32. Minute nämlich konterten die Bochumer nach einem Ballgewinn von Matus Bero und Mats Pannewig vor dem eigenen Strafraum. Als Bero den Ball schon fast verloren hatte, legte Hofmann fein auf Onyeka, der mit einer herausragenden Einzelleistung und etwas Glück fünf Berliner stehen ließ, in den Strafraum eindrang und Ernst bei seinem Abschluss ins linke untere Eck keine Chance ließ. 2:0 für die Hausherren - die Fans im Ruhrstadion, das erstmals seit Monaten im Heimbereich nicht ausverkauft war, stand Kopf.

Rieb sich auf und spielte stark: Philipp Hofmann.
Rieb sich auf und spielte stark: Philipp Hofmann.© Ulrich Hufnagel/dpa | Ulrich Hufnagel

Bochum zog sich nun weiter zurück, überließ Hertha die Spielgestaltung und konterte selbst. Sie kopierten also die eigentlichen Hertha-Stärken. Witteks Abschluss in der 39. Minute war aber zu ungenau.

Hofmann stark, Onyeka schnürt Doppelpack

Kurz vor der Pause wurde es kritisch aus Bochumer Sicht. Nach einem Freistoß verloren zwei Bochumer im Strafraum die Orientierung, aber Horn konnte erneut stark parieren. Der Nachschuss von Karbownik flog nur ans Außennetz. Kurz darauf jubelten die mitgereisten Hertha-Fans, weil Gronning Horn schlug. Allerdings stand er beim Zuspiel im Abseits. Nur wenige Minuten später war es wieder Horn, der stark bei einem Schuss gegen Marten Winkler abtauchte und den Anschlusstreffer verhinderte. Auch nach der Pause griff er nach einem Distanzschuss von Marton Dardai (49.) ein.

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Die Bochumer aber blieben griffig, vor allem Hofmann rieb sich auf - und bereitete die vermeintliche Entscheidung herausragend vor. Nach einem Wittek-Einwurf setzte er sich gegen Toni Leistner durch und bediente Onyeka, der vollkommen blank vor dem leeren Tor stand und nur noch zum 3:0 einschieben musste.

Doch nun gab es einen Bruch, die Bochumer kamen nicht mehr gut in die Zweikämpfe und der eingewechselte Jan-Luca Schuler konnte zunächst auf 3:1 verkürzen (72.), bevor Wittek Reese dann laufen ließ und ihn im Strafraum leicht schubste. Ein umstrittener Elfmeter, der dem Videobeweis aber standhielt. Der Offensivmann trat selbst an und verwandelte zum 3:2. Nun war Zittern angesagt. Aber Horn hielt alles - und die Nerven der Bochumer auch.