Zusammenfassung

  • Samuel Bamba, Leihspieler vom VfL Bochum, wurde bei seinem Debüt für Willem II in der niederländischen Zweitliga rassistisch beleidigt.
  • Der VfL Bochum und Willem II verurteilen den Vorfall und sichern Bamba Unterstützung zu, während Rassismus im Fußball als systemisches Problem erkannt wird.
  • Bamba appelliert an die Menschlichkeit und hofft, dass solche Vorfälle anderen Spielern erspart bleiben, während er sich bei Unterstützern bedankt.

Samuel Bamba wollte sich in den Niederlanden wieder beweisen. Die Leihe vom VfL Bochum zu Willem II sollte ihm Selbstvertrauen geben, nachdem er ein Jahr lang kaum zum Einsatz kam an der Castroper Straße. Doch in den Niederlanden muss er sich schon nach seinem ersten Einsatz mit ganz anderen Problemen herumschlagen. Wie der Mittelfeldspieler selbst via Instagram verbreitete, wurde er im Rahmen seines ersten Spiels für den niederländischen Zweitligisten rassistisch beleidigt.

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„Nach meiner Auswechslung in der 75. Minute musste ich mir von den Cambuur-Fans Rufe wie „hu hu hu hu“ anhören“, schrieb Bamba in einer Story bei Instagram. Ihm seinen Affenlaute entgegengebracht worden, wollte er damit ausdrücken. „Nach dem Spiel bin ich zu den Fans gegangen, um mich bei denjenigen zu bedanken, die sich dafür entschuldigt haben“, schrieb er weiter. Andere hingegen hätten ihn gefragt, was er denn nun tun wolle. „Ehrlich? Ich weiß es nicht. Kommt vielleicht einfach nichts ins Stadion und geht lieber in den Zoo und sprecht mit Affen“, wurde der deutlich.

Musste als Leihspieler Rassismus erfahren: Samuel Bamba.
Musste als Leihspieler Rassismus erfahren: Samuel Bamba.© FUNKE Foto Services | RHR-FOTO

Am Montag reagierte auch der VfL Bochum auf den Vorfall mit seinem Leihspieler. „Der VfL Bochum 1848 verurteilt den Vorfall aufs Schärfste – Rassismus sowie jegliche Form von Diskriminierung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Raum bekommen, auf und neben dem Fußballplatz“, teilte der Verein mit. „Wir danken Willem II und dem SC Cambuur für ihr schnelles Handeln und den Umgang mit dem Vorfall. Samuel Bamba sichern wir jegliche Unterstützung zu. Samy, wir stehen hinter dir!“

Rassismus in Stadien längst kein Einzelfall mehr

Rassismus kommt in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder in den Stadien vor. Viele dunkelhäutige Spieler beklagen, dass sie mit Affenlauten verunglimpft werden. „Seit Jahren erleben wir dasselbe Muster: ein Vorfall, dann Relativierung, dann Schweigen. Aber Rassismus im Fußball ist kein Unfall und kein Randphänomen - er ist systemisch“, sagte der ehemalige BVB-Profi Otto Addo, der die Initiative gegen Rassismus im Sport mitgegründet hat und ihr als Präsident ein prominentes Gesicht gibt, kürzlich dem NDR.

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Bamba hatte sich sein Debüt, in dem Willem II ein 2:2 im Auswärtsspiel holte, definitiv anders vorgestellt. Deshalb appellierte er an die Menschlichkeit: „Wir sind alle Menschen - der Schiedsrichter, die Fans, wir Spieler oder der Trainer - wir sind alle Menschen. Ich bin enttäuscht und wütend, dass ich in meinem allerersten Spiel für Willem II über so etwas sprechen muss.“

Schlussendlich bedankte er sich beim Cambuur-Spieler Tony Rölke, der ihn unterstützt habe und sendete einen weiteren Appell: „Ich hoffe wirklich, dass dies anderen Spielern nicht passieren wird. Wir gehen ins Stadion, um Spaß zu haben. Seien es die Spieler oder die Fans. Wir Spieler sind es langsam leid. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch.