Das ist eine Überraschung: Gerrit Holtmann verlässt den VfL Bochum nach dem Abstieg. Der schnelle Flügelspieler hatte eigentlich signalisiert, beim Verein bleiben zu wollen. Nun die Wende. Er verlässt die Castroper Straße auf eigenen Wunsch.

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„Wir hätten gerne mit Gerrit weitergemacht. Er hat sich mit dem VfL und den Menschen hier identifiziert. Wir haben gute und wertschätzende Gespräche geführt, an deren Ende er uns mitgeteilt hat, dass er sich für eine andere Herausforderung entschieden hat“, wird VfL-Sportgeschäftsführer Dirk Dufner in einer Pressemitteilung zitiert. Nach Informationen dieser Redaktion soll ein Grund auch finanzieller Natur begründet sein.
VfL Bochum: Elf Spieler schon weg nach Abstieg
Damit ist Holtmann der elfte Spieler des Abstiegskaders, der den VfL Bochum nach Saisonende verlässt. Am Sonntag wurden bei einem gemeinsamen Abschiedsfrühstück bereits Bernardo, Anthony Losilla, Cristian Gamboa, Mohammed Tolba, Paul Grave und Ivan Ordets sowie die Leihspieler Jakov Medic, Tom Krauß, Georgios Masouras und Myron Boadu verabschiedet.

Eigentlich hatte Holtmann zuletzt signalisiert, dass er gern beim VfL Bochum weitermachen wolle. „Wir sprechen miteinander“, sagte noch kürzlich zu Vertragsverhandlungen mit dem Verein. „Man muss sich hinsichtlich des Vertrags mit unterschiedlichen Szenarien befassen. Mein Motto ist: In guten wie in schlechten Zeiten.“ Es sah nach Vertragsverlängerung aus. Nun die Wende.
Hecking forderte mehr Einsatz von Holtmann
Dabei hatte er wohl Trainer Dieter Hecking trotz zwischenzeitlicher Kritik überzeugt. „Er muss aus seiner Schnelligkeit mehr machen“, sagte Hecking im Saisonendspurt. Er war nicht zufrieden damit, welche Rolle der schnelle 30-Jährige spielte. „Da muss auch mal die Konstanz reinkommen. Er hat eine Phase gehabt, da war er überragend, jetzt hat er eine Phase, in der fast nichts kommt von ihm. In den letzten Spielen hat er es nicht umgesetzt. Da können die Fans noch so sehr fordern, den muss der Trainer bringen. Ich muss die Leistung bewerten.“ Diese Bewertung soll aber positiv ausgefallen sein. Umso überraschender, dass Holtmann den Verein verlässt.

Der Fanliebling war dennoch nie unumstritten. Im vorletzten Sommer wurde er bereits verliehen, weil der damalige Trainer Thomas Letsch mit ihm und seinen Qualitäten nicht viel anfangen konnte. Auch Peter Zeidler wollte den 30-Jährigen im vergangenen Sommer gern abgeben. Doch Holtmann blieb - und wurde zwischenzeitlich unter Hecking wieder wichtig. Auch bei den Fans. Unvergessen, wie er in der Hinrunde bei dem Desaster bei Eintracht Frankfurt schon in der Halbzeitpause mit den Anhängern am Zaun des Gästeblocks diskutierte. Oder zuletzt nach dem Remis beim 1. FC Heidenheim.
Holtmann bedankt sich bei Fans und Verein
„Ich möchte mich bei den Verantwortlichen und den treuen Fans des VfL für eine wunderbare Zeit bei einem außergewöhnlichen Klub bedanken“, sagt er nun zu seinem Abschied. „Jeder hat gesehen, wie sich die VfL-Familie gerade in den letzten Wochen nach dem bitteren Abstieg präsentiert hat – das ist alles andere als selbstverständlich. Dennoch habe ich für mich entschieden, dass ich noch mal eine neue Herausforderung annehmen möchte, wünsche dem VfL und allen Anhängern aber nur das Beste und drücke die Daumen, dass der Verein schnellstmöglich wieder dort spielt, wo er hingehört: in Liga 1! Der VfL wird immer Teil meines Herzens bleiben.“





