Seit Oktober war der VfL Bochum ohne einen konkreten sportlichen Leiter. Nun hat das Präsidium um den Präsidenten Uwe Tigges in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Ilja Kaenzig einen neuen Mann gefunden. Dirk Dufner wird neuer Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten. Er unterschrieb am Sonntag einen Vertrag bis 2027, seinen ersten Arbeitstag hat er am Montag, am Donnerstag wird er vorgestellt. Der 57-Jährige war zuletzt Kaderplaner bei Hertha BSC unter Fredi Bobic.

Dirk Dufner wird neuer VfL-Sport-Geschäftsführer.
Dirk Dufner wird neuer VfL-Sport-Geschäftsführer.© dpa | Peter Steffen

„Ich freue mich auf eine enge, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Dirk Dufner und bin sicher, dass er uns mit seiner Erfahrung und seinem Netzwerk helfen wird, den VfL gemeinschaftlich jeden Tag ein bisschen besser zu machen“, sagte Kaenzig über seinen neuen Kollegen. Dufner selbst „brenne darauf, diese anspruchsvolle Herausforderung mit voller Energie anzugehen. Bochum ist ein toller und emotionaler Klub, den wir nun bestmöglich für die nächsten Jahre weiterentwickeln wollen.“

Am Samstag hatte der VfL Bochum in Person von Tigges potenziellen Kandidaten abgesagt. Darunter auch Jörg Schmadtke, der eine XXL-Lösung für den Verein gewesen wäre. Allerdings hätte sich Schmadtke wohl mehr Entscheidungsfreiheit gewünscht als beim VfL Bochum üblich ist. Finanziell muss der Aufsichtsrat alle Entscheidungen über einem Volumen von 250.000 Euro abnicken. Deshalb herrschte im Präsidium hinterher Einigkeit, dass Schmadtke trotz aller Vorzüge wohl nicht der richtige Kandidat ist.

VfL Bochum: Einigkeit im Präsidium bei Dufner

Stattdessen meinen sie nun in Dufner einen Mann gefunden zu haben, der komplett ins Profil passt. Einstimmig soll die Entscheidung nach einem sympathisch überzeugenden Auftritt des 57-Jährigen aus der Nähe von Freiburg gewesen sein. Dufner habe vor allem mit seinem Willen zum Anpacken überzeugt. Außerdem bringt er ein großes Netzwerk mit, arbeitete bereits für den VfB Stuttgart, 1860 München, SC Freiburg, Hannover 96 und eben zuletzt bei Hertha BSC. Zwischendurch war er einige Jahre als Spielerberater in einer großen Agentur tätig.

Einst bei Hannover 96: Dirk Dufner.
Einst bei Hannover 96: Dirk Dufner.© dpa | Peter Steffen

Interessant im Fall Dufner: Im gesamten Präsidium herrschte nach Informationen dieser Redaktion schnell Einigkeit, die Tigges auch bestätigte in einer offiziellen Mitteilung. Dufner sei ein Mann, der alle Strömungen vereinen könne. Die Verpflichtung könnte also auch ein Zeichen dafür sein, dass nun wieder gemeinsam an einem Ziel gearbeitet wird. Zwischenzeitlich gab es bekanntlich zu vielen Themen unterschiedliche Meinungen. „Nach der Verlängerung mit unserem Cheftrainer Dieter Hecking haben wir nun die sportlichen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt und können uns in den nächsten Wochen alle zusammen voll auf das wichtigste Ziel – den Verbleib in der Bundesliga – fokussieren“, sagte Tigges.

Über allem steht der sportliche Erfolg des VfL Bochum. Zu diesem soll Dufner nun künftig beitragen. Die Liste mit Arbeitsaufträgen ist bereits jetzt voll. Auch wenn Trainer Dieter Hecking und Geschäftsführer Kaenzig zuletzt im Hintergrund bereits einige Gespräche mit aktuellen Spielern und potenziellen Neuzugängen geführt haben, ist es nun Dufners Aufgabe, den Kader für die kommende Saison konkret zu planen. Auch die strategische Ausrichtung des Vereins im sportlichen Bereich wird er konkretisieren müssen.

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Am vergangenen Donnerstag erklärte Kaenzig zudem, dass neben dem Sport-Geschäftsführer noch ein weiterer Mann für den Hintergrund dazukommen wird. Jemand, der den Kader mitgestalten soll. Ob als Kaderplaner oder Sportdirektor ist nach der Entscheidung für Dufner noch offen.