Radsport

Sprinter Ackermann gehört jetzt zur absoluten Weltspitze

Jubelschrei nach 140 Kilometern: Pascal Ackermann ließ auf der 5. Etappe des Giro die Konkurrenz hinter sich.

Jubelschrei nach 140 Kilometern: Pascal Ackermann ließ auf der 5. Etappe des Giro die Konkurrenz hinter sich.

Foto: dpa

San Marino  Pascal Ackermann ist der beste Sprinter beim Giro d'Italia. Am Dienstag hat der Pfälzer auf dem nächsten Flachstück erneut gute Chancen.

Blond, schnell und aus Deutschland – das ist seit langem eine Erfolgsformel im Massensprint. Oft holten die Radprofis Marcel Kittel und André Greipel sich die Champagner- und Prosecco-Flaschen bei Tour de France und Giro d’Italia als schnellste Männer ab. Jetzt legt Kittel eine Rennpause ein. Und Greipel ist nur noch zweitklassig unterwegs. Einen blonden schnellen Deutschen gibt es dennoch: Pascal Ackermann.

Ackermann "möchte weitere Etappen gewinnen“

Deutscher Meister ist der 25-Jährige bereits. Und jetzt beim Giro schlug er schon zweimal die Weltelite. „Darauf habe ich hingearbeitet“, sagte er nach seinem ersten Sieg. „Ich möchte aber noch weitere Etappen gewinnen.“ Als er drei Tage später wieder ganz vorn war, war auch dem letzten Zweifler klar geworden: Hier hat sich einer in die absolute Spitze hineingefahren. Es war fast schon ein Rückschlag, als der Bora-Profi am Freitag „nur“ Dritter wurde. Er wurde da perfekt vom Teamkollegen Rüdiger Selig um die letzte Kurve bugsiert, musste dann aber den Sprint recht früh eröffnen, so dass der Australier Caleb Ewan zum Sieg kam.

Den gebürtigen Pfälzer schockte das nicht. Fröhlich klatschte er Anfahrer Selig ab. Es kann kaum besser laufen für ihn. „Wir sind als sportliche Leitung nicht unzufrieden mit Pascal, nur weil es nicht erneut ein Etappensieg wurde. Er hat bestätigt, dass er einer der Schnellsten ist, wenn nicht sogar der Schnellste beim Giro“, sagte Jens Zemke, sportlicher Leiter bei Bora hansgrohe, dieser Redaktion. Am Dienstag kann Ackermann auf dem nächsten Flachstück (13.35 Uhr/Eurosport) seine Bilanz weiter aufbessern.

Anfänge als Bahnradfahrer

Der neue deutsche Sprinter-Stern begann als Bahnfahrer. Er wurde vor acht Jahren Juniorenweltmeister im Teamsprint. „Die Bahn war wichtig für mich. Man fährt da ohne Bremsen und lernt, die Lücke zu finden. Das hilft dann für die Straße. Du fährst dort durch Lücken, die andere gar nicht sehen“, erklärt er.

Aktuell holt er sich seine Kraft und Explosivität aber draußen, auf den Straßen rings um seinen Geburtsort Mindorf bei Kandel. Dort sieht man oft seinen Vater auf dem blauen Moped vorneweg brausen. Im Windschatten der Sohn, der so das Gefühl für die Geschwindigkeit trainiert, und auch die Beinkraft, die zum Erreichen derselben notwendig ist.

Sich selbst sieht Pascal Ackermann als eine Mischung aus seinem Jugend-Idol Marcel Kittel und seinem aktuellen Teamkollegen Peter Sagan. „Die ganz flachen Sprints mag ich nicht. Da ist oft zu viel Hektik“, beschreibt er den Unterschied zu Kittel. Und weil Sagan kein typischer Flachsprinter ist, sondern mit den noch steileren Anstiegen besser zurecht kommt, sieht Ackermann für die Zukunft auch gemeinsame Perspektiven mit dem mehrmaligen Weltmeister aus der Slowakei bei der Tour de France. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir je nach unserer Charakteristik die Etappen aufteilen“, blickte er voraus.

In diesem Jahr wird das noch nicht der Fall sein. Ackermann hat den Giro, Sagan die Tour. Aber danach? Weg frei für den neuen Star

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