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Hopps großes Ziel: In zehn Jahren an die Darts-Weltspitze

Volle Konzentration auch beim Redaktionsbesuch: Max Hopp, Deutschlands bester Darter, steht in der Weltrangliste auf Platz 43.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Volle Konzentration auch beim Redaktionsbesuch: Max Hopp, Deutschlands bester Darter, steht in der Weltrangliste auf Platz 43. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Essen.  Max Hopp ist Deutschlands bester Darter. Der 21-Jährige will nicht nur sportlich auftrumpfen, sondern auch für seine Leidenschaft werben.

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Eine Dartscheibe kann Max Hopp auch ohne Zollstock an jede Wand hängen. „Das sogenannte Bulls Eye in der Mitte ist genau in Höhe meiner Nasenspitze – in 1,73 Metern Höhe“, sagt er. Der 21-Jährige ist Deutschlands bester Darter, seit fünf Jahren Profi und ein Zugpferd der German Darts Masters in Düsseldorf (20./21. Oktober).

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Er will hoch hinaus: Deutschlands bester Darter Max Hopp verrät seine Trainingsinhalte und Zukunftspläne.
Dart-Spieler Max Hopp über seinen Sport

Drei Pfeile, 82 Felder mit Wertigkeiten von 1 bis 60, so schnell wie möglich muss die Punktzahl von 501 erreicht werden: Kompliziert sind die Regeln nicht. Auf seine erste Zeit als Profi ab 2012 blickt Hopp mit einem Schmunzeln zurück: „Günstige Flüge, viel mit Bus und Bahn unterwegs: Der Start war schwer.“ Bei der WM 2015 erreichte er die zweite Runde – der Durchbruch. Inzwischen hat er rund 132 000 Euro Preisgeld erworfen – dazu kommen Einnahmen durch Sponsoren. Und das mit 21.

In der Weltrangliste steht er auf Platz 43. „Ich habe mir einen Plan über zehn Jahre zurechtgelegt. Da möchte ich alles probieren, um an die Spitze zu kommen“, sagt Hopp. Mindestens unter den Top 20 will er dauerhaft stehen. Doch nicht nur sportliche Ziele treiben ihn an.

Er kennt die Skepsis, die den Spielern häufig entgegenschlägt. Viele verbinden Darts immer noch mit dickbäuchigen Briten und betrunkenen, albern verkleideten Menschen, die sich nur fürs Event interessieren, nicht für 501 Punkte. „Ist doch toll, dass der Zuschauer eine schöne Zeit mit Freunden genießt“, sagt Hopp. „Bei anderen Sportveranstaltungen trinken die Zuschauer auch – da wird es nicht so massiv gezeigt.“

Vier Stunden Training am Tag

Und er betont, wie viel Arbeit es ist, fit für die Weltspitze zu sein. Vier Stunden am Tag trainiert er an der Scheibe, vor großen Turnieren länger. Dazu kommt Fitnesstraining, um die Arm- und Rückenmuskulatur zu stärken. „Selbst am Tag des Wettkampfs stehen wir vier Stunden an der Scheibe. Keiner trinkt Alkohol“, sagt Hopp.

Max Hopp erklärt die Dartscheibe

Deutschlands bester Darter war zu Besuch in der Redaktion - Max Hopp erklärt im Video, was die Zahlen auf der Scheibe für eine Bedeutung haben.
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Dass vor allem die älteren Spieler trotzdem Übergewicht mit sich herumschleppen, erklärt Hopp mit dem Lebensstil: „Wer sich vor den Wettkämpfen ein Steak reinhaut, der ist nicht mehr konzentriert. Deshalb frühstückt man gut und nimmt danach nur noch Müsliriegel und Obst zu sich. Nach einem Wettbewerb, der meist bis 23 Uhr geht, ist man erst zwischen 0 und 0.30 Uhr zurück im Hotel – und dann gibt es nur noch Burger und Pizza.“ Viel Bewegung beinhaltet eine Einheit nicht. „Wir rennen nicht, wir laufen nur 2,37 Meter zur Scheibe und zurück. Wer das über viele Jahre macht, bekommt eine dementsprechende Figur“, sagt er.

Gerade die jungen Spieler sehen sportlicher aus – so wie Hopp. Ein Generationswechsel in der Darts-Szene findet gerade statt, der bekannteste Spieler der Geschichte, der 16-fache Weltmeister Phil Taylor (57), absolviert seine letzte Saison. Die Nummer 1 der Welt ist Taylor schon nicht mehr. Der Niederländer und aktuelle Weltmeister Michael van Gerwen (28) dominiert die Turniere.

Für Hopp ist van Gerwen ein Vorbild – auch weil sich die Karrierewege der beiden ähneln. Van Gerwen schaffte es ebenfalls früh in die Spitze – und auch er hatte ein Leistungsloch, als er 21 Jahre war. So wie Hopp aktuell. Eine Operation warf ihn Anfang 2017 zurück, Turniererfolge blieben danach aus. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Dezember in London hat er noch nicht geschafft.

WM-Qualifikation nicht sicher

Die WM im Alexandra Palace ist der Höhepunkt des Darts-Jahres, Millionen schalten bei Sport1 ein, wenn die Spieler mit den schrillen Spitznamen – Taylor ist „The Power“, Hopp der „Maximiser“ – um etwa zwei Millionen Euro Preisgeld spielen. „Van Gerwen sagt immer: Du kannst kein Sieger sein, wenn du nicht weißt, wie es ist, ein Verlierer zu sein. Vielleicht passiert das bei mir gerade“, sagt Hopp. Aufgegeben hat er die Quali-Hoffnung aber noch nicht.

Auch das Turnier in Düsseldorf kann helfen. Viele Karten sind nicht mehr erhältlich. Bisher stiegen die Masters-Turniere in Las Vegas, Dubai und weiteren Metropolen. Die besten Pfeilewerfer fliegen um die Welt – und doch steht Hopp auch auf Darts in Eckkneipen: „Du lässt dir drei Pfeile geben, bestellst ein Bier und spielst. Keiner muss in einen Verein eintreten, viel Equipment ist nicht nötig. Das ist doch ein besonderer Reiz.“

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