Es bleibt weiter übersichtlich im Profi-Kader von Fußball-Drittligist Rot-Weiss Essen. Aufgrund großer Verletzungssorgen müssen aktuell gleich mehrere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aushelfen. Beim Abschlusstraining vor dem DFB-Pokal-Spiel am Dienstag gegen RB Leipzig (1:2) wirkten sieben Akteure aus der U19 mit, drei von ihnen standen gegen den Bundesligisten im Kader. Gleich acht gestandene Profis mussten hingegen passen.

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Die Devise der sportlichen Leitung ist klar: Bis zur Winterpause muss sich die Mannschaft durchkämpfen und soll in Reichweite der Aufstiegsplätze bleiben. Soforthilfen gibt es aus Sicht der RWE-Verantwortlichen auf dem Transfermarkt nicht. Erst in der Winter-Transferphase wird es weitere externe Verstärkungen geben. Die finanziellen Mittel dazu sind vorhanden, der Klub hatte im Sommer mit einem Puffer für die zweite Transferphase geplant. Das Geld wird angesichts der dünnen Personaldecke auch dringend benötigt.

Rot-Weiss Essen: Max Geschwill droht eine Knieoperation

Von den gegen Leipzig acht verletzten Spielern wird nämlich ein Akteur wohl auch zur Rückrunde nicht bereitstehen. Für Innenverteidiger Max Geschwill (25), der seiner Mannschaft seit Anfang September aufgrund schwerer Knieprobleme fehlt, könnte die laufende Saison beendet sein. Die konservative Behandlungsweise schlägt beim Sommer-Neuzugang von Holstein Kiel nicht so an, wie es alle Beteiligten erhofft hatten. Auch knapp zwei Monate nach seinem letzten RWE-Spiel gegen Viktoria Köln muss der 25-Jährige Gehhilfen nutzen, um sein Knie zu schonen. Da diese Methode offenbar nicht wirkt, wird sich Geschwill einer Operation unterziehen müssen, die eine sehr lange Pause bedeuten würde.

Rot-Weiss Essen - Viktoria Köln
Ein großes Sorgenkind: Innenverteidiger Max Geschwill wird Rot-Weiss Essen noch sehr lange fehlen.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Vor seiner bitteren Verletzung gehörte der Linksfuß zu den Essener Stammkräften. Seinen Ausfall hat das Team von Trainer Uwe Koschinat bisher aber gut aufgefangen, da sein Vertreter José-Enrique Rios Alonso an der Seite von Ben Hüning aktuell herausragende Leistungen zeigt. Ob bei einem Saison-Aus für Geschwill ein neuer Innenverteidiger verpflichtet wird, ist intern noch nicht entschieden. In Hüning, Rios Alonso, Luca Bazzoli und Abwehrtalent James Gnagnon verfügt der RWE-Kader über vier Innenverteidiger für das bevorzugte 4-2-3-1-System. Mit 13 Gegentoren stellt Essen aktuell die zweitbeste Defensive der Liga. Akuten Handlungsbedarf gibt es trotz des Geschwill-Ausfalls im Defensivbereich nicht. Auch auf den Außenverteidiger-Positionen und im defensiven Mittelfeld ist RWE stark und breit besetzt.

Rot-Weiss Essen: Pöpperl und Menzel für die Achter-Position

Ein Vorgriff auf die Transferphase im Winter war die Verpflichtung des Ex-Schalkers Paul Pöpperl (23). Der zentrale Mittelfeldspieler wird nach seinem im Februar erlittenen Kreuzbandriss laut Plan zum Jahreswechsel zur Verfügung stehen. Erreicht er nach der Verletzung seine alte Form, kann er eine passende Alternative zu Tony Menzel im zentralen Mittelfeld darstellen. Menzel selbst könnte nach seinem Syndesmosebandriss noch in diesem Jahr ein Faktor werden. Sein Comeback wird für Ende November/Anfang Dezember anvisiert.

Rot-Weiss Essen - SSV Jahn Regensburg
RWE-Stürmer Semir Telalovic muss aktuell eine Armschlinge tragen.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Sind beide Mittelfeldspieler wieder fit, ist RWE durch den Pöpperl-Transfer auf der Achter-Position gut aufgestellt, zumal auch Noah Pesch und Ekin Celebi diese Rolle übernehmen können. Auf der offensiveren Zehner-Position gibt es mit Nick Bätzner, Semir Telalovic, Noah Pesch oder auch Jaka Cuber Potocnik genug Optionen, da Koschinat gerne mit zwei gelernten Mittelstürmern agieren lässt.

Telalovic soll nach seiner Schulterverletzung spätestens zur Rückrunde wieder bereit sein. Aus Mannschaftskreisen ist nun aber zu hören, dass der RWE-Topscorer (sechs Ligatore) möglicherweise auch früher zurückkehren könnte, was angesichts der Knallerspiele vor Weihnachten gegen den MSV Duisburg und bei Fortuna Düsseldorf ein wichtiges Signal für die Essener wäre.

Rot-Weiss Essen sucht einen Topspieler für den offensiven Flügel

Bei der Suche nach passenden Verstärkungen für die Rückrunde wird sich die sportliche Leitung der Essener nach Informationen dieser Redaktion vor allem auf den offensiven Flügel fokussieren. Dort wird der größte Handlungsbedarf gesehen. Dickson Abiama und Lucas Brumme zeigten zuletzt deutlich aufsteigende Form, Marvin Obuz überzeugte vor seinem in der Vorwoche erlittenen Bänderriss, doch ein vierter Flügelspieler, der unter die Kategorie Unterschiedsspieler fällt, soll bald gesucht und gefunden werden, zumal Aiman Dardari noch nicht nachweisen konnte, dass er sich dauerhaft durchsetzen kann. Denn neben Quantität soll es bei Aufstiegskandidat RWE auch wieder um Qualität gehen.