• Rot-Weiss Essen steht nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga vor einem personellen Umbruch. Einige Stammspieler verlassen den Klub, vor allem im Offensivbereich wartet viel Arbeit.
  • Zu den Wunschkandidaten für die offensiven Flügelpositionen zählte Marcel Costly (30) vom Ligarivalen FC Ingolstadt. 18 Tore erzielte der Rechtsaußen in der abgelaufenen Spielzeit für die Schanzer.
  • RWE-Boss Marc-Nicolai Pfeifer hatte sich bei Costly weit aus dem Fenster gelehnt, doch zu einem Transfer kam es nicht. Der Offensivmann wechselt zum 1. FC Heidenheim.

Dietmar Beiersdorfer blieb nicht mehr viel Zeit, um sich über die Aussagen von Marc-Nicolai Pfeifer aufzuregen. Nur einen Tag nachdem sich der Geschäftsführer des FC Ingolstadt über die öffentlichen Aussagen des Vorstandsvorsitzenden von Ligarivale Rot-Weiss Essen zu FCI-Spieler Marcel Costly (30) beschwert hatte, wurde er von seinen Aufgaben entbunden. Der erfahrene Manager musste Anfang Mai gehen. Mit der Kritik an Pfeifer hatte das nichts zu tun, wohl aber mit der enttäuschenden sportlichen Entwicklung der Oberbayern.

+++ RWE-Schock: Nächster Leistungsträger verlässt die Hafenstraße +++

Costly hat den FCI schließlich verlassen, aber nicht in Richtung Essen. Der Offensivmann wechselt zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim. Das gab der Klub am Montag bekannt. Für Costly wurde nach Informationen dieser Redaktion eine Klausel mit einer festgeschriebenen Ablösesumme gezogen, die deutlich unter 500.000 Euro liegt. „Mit Marcel Costly konnten wir einen Spieler verpflichten, der mit 18 Toren und zehn Assists eine absolut herausragende Saison in der 3. Liga gespielt hat. Durch seine Variabilität - er kann im rechten offensiven Mittelfeld, im Sturmzentrum und als hängende Spitze eingesetzt werden - wird er unserem Kader zusätzliche Qualität verleihen“, erklärt FCH Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald

Auch für die 3. Liga: Marcel Costly soll zu Rot-Weiss Essen wechseln

Nach dem knapp verpassten Aufstieg waren die Essener Chancen, den 30-jährigen Rechtsaußen zu verpflichten, drastisch gesunken. 18 Tore und neun Vorlagen sind dem dynamischen Flügelspieler in 38 Einsätzen gelungen. Wie viele andere Transferkandidaten auch hatte Costly auf den Essener Aufstieg spekuliert.

Es ist nicht das erste Mal, dass der zweitligaerfahrene Rechtsfuß (28 Spiele für den 1. FC Magdeburg) zur Hafenstraße wechseln möchte. In zwei weiteren Transferfenstern hatte es bereits sehr engen Kontakt mit RWE gegeben, ein Wechsel kam jedoch nicht zustande. Auch im dritten Anlauf hat es nicht geklappt.

RWE-Boss Pfeifer verärgerte den FC Ingolstadt

Essens Vorstandschef Pfeifer hatte vor einem Monat im RWE-YouTube-Format „Was geht, RWE?“ überraschend offen kommuniziert, dass der Spieler gerne nach Essen kommen würde: „Wir sind erst einmal sehr, sehr positiv gestimmt, dass sich Spieler auf diesem Niveau mittlerweile sehr intensiv mit Essen beschäftigen. Marcel hatte bereits in zwei Transferfenstern den Wunsch geäußert, zu uns zu wechseln. Das ist erst einmal eine sehr positive Entwicklung. Auch dass die Spieler mit dem Verein und den Verantwortlichen engen Kontakt halten, sehen wir als deutliches Zeichen.“

Wöchentlich

Rot-Weiss Essen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zu RWE.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Das hatte dem FC Ingolstadt verständlicherweise nicht gefallen. Der später entlassene Beiersdorfer sprach von einem „sehr unkollegialen, ein bisschen unseriösen und nicht wirklich professionellen“ Verhalten. Er habe kein Verständnis dafür, dass in einem Vereinsformat über Spieler gesprochen werde, die noch mindestens zwei Jahre bei einem anderen Verein unter Vertrag stehen. Seine Ansage: „Da sollen sie sich lieber um die eigenen Sachen kümmern.“

Rot-Weiss Essen: Costly möchte nicht beim FC Ingolstadt bleiben

Rot-Weiss Essen - FC Ingolstadt 04
RWE-Wunschkandidat Marcel Costly hat eine herausragende Drittliga-Saison gespielt. Nun geht er in die 2. Liga.© FFS | Tillmann

So weit hätte sich Pfeifer in dieser Angelegenheit nicht aus dem Fenster gelehnt, wenn die Gespräche mit Costly nicht weit fortgeschritten wären, würde man meinen. Letztlich sah der RWE-Boss mit diesem Manöver nicht gut aus.

Lesen Sie auch