Allzu leicht hat sich Rot-Weiss Essen in der jüngeren Vergangenheit gegen den VfB Stuttgart II nicht getan. Alle drei bisher ausgetragenen Spiele endeten Remis. Am Samstag, 2. Mai, 16:30 Uhr, wäre das zu wenig, wenn RWE in Großaspach zu Gast ist. Der MSV Duisburg und Energie Cottbus würden sich vor deren direktem Duell am Sonntag die Hände reiben.

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„Ich freue mich auf ein gefühltes Heimspiel“, sagte RWE-Trainer Uwe Koschinat mit Blick auf bereits 2250 verkaufte Gästekarten. Dass die RWE-Anhänger in der Überzahl sein werden, ist kein Geheimnis, zumal die VfB-Profis auch noch parallel in Hoffenheim spielen werden.

RWE-Gegner VfB Stuttgart II hat souverän die Klasse gehalten

Die Kräfteverhältnisse auf den Rängen werden klar pro RWE verteilt sein. „So wollen wir es logischerweise auch angehen, allerdings in dem Wissen, dass wir, anders als beim letzten Mal, auf eine junge Stuttgarter Mannschaft treffen werden, die die Saison zu einem guten Ende gebracht hat“, sagte Koschinat mit Blick auf das 1:1 gegen die Jung-Schwaben am letzten Spieltag der Vorsaison.

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„Sie haben eine sehr, sehr hohe Talentqualität mit sehr, sehr vielen spielstarken Jungs, die zukünftig mit Sicherheit auch im Bereich der ersten und zweiten Liga auftauchen werden“, lobte er. Darüber hinaus könne der gesicherte Klassenerhalt den Stuttgartern, die natürlich auch einige erfahrene Spieler in ihren Reihen haben, eine gewisse Leichtigkeit geben.

Rot-Weiss Essen: Stuttgart hat Spieler mit Bundesliga-Ambitionen

Ein Blick in den Kader offenbart etwa Namen wie Florian Hellstern (Tor), Samuele di Benedetto (defensives Mittelfeld), Justin Diehl (Linksaußen), Noah Darvich (Rechtsaußen) oder den im Winter für die erste Mannschaft geholten Jeremy Arevalo (Sturm, Marktwert sieben Millionen Euro), die nur bedingt etwas in der 3. Liga zu suchen haben und teils auch schon Bundesliga gespielt haben. Der 21-jährige Arevalo kam bisher dreimal für die VfB-Reserve zum Einsatz und erzielte dabei zwei Tore und bereitete einen Treffer vor. Die letzten beiden Partien gegen Erzgebirge Aue und Havelse hat er für die U21 absolviert. Im Winter kam er für 7,5 Millionen Euro vom spanischen Zweitligisten Racing Santander nach Stuttgart.

RWE-Trainer Uwe Koschinat.
RWE-Trainer Uwe Koschinat. © Firo

„Mit Blick auf diese zweiten Mannschaften lässt sich die 3. Liga nach zwei unterschiedlichen Aspekten bewerten“, holte Koschinat aus. „Die einen sagen, dass diese Teams nichts in dieser Liga zu suchen haben, weil man das Ganze permanent ein Stück weit Richtung Wettbewerbsverzerrung identifiziert. Gerade im Verlauf einer Saison sieht man, welch hohe Zahl an Spielern diese Mannschaften einsetzen. Wie viele Spieler dann möglicherweise in der Winterpause den Verein verlassen, und durch andere ersetzt werden. Es gibt immer wieder Möglichkeiten, aus dem Profikader nachzuschieben. Das ist der Kritikpunkt. Und auf der anderen Seite muss man aber ganz klar sagen, dass wir in diesem Jahr in der 3. Liga sowohl auf Hoffenheimer Seite als auch auf Stuttgarter Seite Spieler gesehen haben, die diese Liga enorm bereichern, weil sie einfach herausragende Talente sind.“

Zweitvertretungen tun sich in der 3. Liga schwer

Ein Zwiespalt, der sich in Bezug auf zweite Mannschaften seit Jahren auftut und immer wieder zu Protesten und dem Ruf nach einer eigenen Liga für Zweitvertretungen führt. Koschinat wies darauf hin, dass diese Spieler zwar talentiert, aber eben auch erst auf dem Weg in den Profifußball seien. „Man sieht an den Ergebnissen der zweiten Mannschaften in den vergangenen Jahren, dass sie sich als Gruppe sehr schwer tun, Spitzenplätze zu belegen. Die müssen zum Teil auch sehr, sehr harten Abstiegskampf über sich ergehen lassen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu.“

Insofern sei die 3. Liga durchaus der richtige Wettbewerb für die Talente. Mit personellen Überraschungen auf VfB-Seite rechne er für Samstag nicht.

Rot-Weiss Essen muss beim VfB Stuttgart gewinnen

Stattdessen gab der 54-Jährige natürlich eine klare Marschroute vor: „Es wird eine große Herausforderung werden. Die Leichtigkeit beim VfB Stuttgart II kann natürlich dazu führen, dass, wenn man den Jungs zu viel Raum gibt, sie das entsprechend ausnutzen. Deswegen wird es darum gehen, mit einer sehr, sehr klaren Zweikampfführung dem Gegner einerseits den Schneid abzukaufen, und andererseits eine Wucht zu entwickeln, um dieses Auswärtsspiel erfolgreich zu bestreiten. Sprich: drei Punkte zu holen.“