Die Aufregung war groß auf Seiten von Rot-Weiss Essen. Als Schiedsrichter Luca Jörgensen RWE-Spieler Lucas Brumme (26) in der 41. Minute des Drittliga-Heimspiels gegen den FC Ingolstadt die Gelbe Karte zeigte, folgten wütende Proteste. Der vermeintliche Übeltäter regte sich massiv auf, Kapitän Michael Schultz belagerte den Schiedsrichter und Trainer Uwe Koschinat sprach ein ernstes Wörtchen mit dem vierten Offiziellen. Den Ärger konnte man nachvollziehen, denn die Karte hat für Brumme Konsequenzen: Für den RWE-Leistungsträger war es die fünfte Gelbe, er wird das Topspiel in einer Woche bei Tabellennachbar Energie Cottbus (Sonntag, 19.4., 13:30 Uhr) gesperrt verpassen.

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Nach dem hochverdienten 4:1 (1:1)-Sieg über die Schanzer, dem siebten Dreier in Serie, analysierten die RWE-Verantwortlichen die Szene um Brumme deutlich nüchterner und mit einer Portion Demut. Denn bei Ansicht der Bilder wird deutlich, dass Brumme mit der Gelben Karte gut bedient war.

Rot-Weiss Essen: Lucas Brumme hätte auch Rot sehen können

Bei einem Konterversuch wurde der Essener von seinem Gegenspieler regelwidrig gehalten, verlor so den Ball und setzte dann zu einer Grätsche mit offener Sohle gegen Goergios Antzoulas an, den er dann auch sehr heftig traf. Der Grieche blieb verletzt auf dem Boden liegen, Schiedsrichter Jürgensen schaute sich den Zustand des FCI-Spielers gleich zweimal an und zückte dann die Gelbe Karte. Glück im Unglück für RWE und Brumme beim Stand von 1:1.

Rot-Weiss Essen - FC Ingolstadt 04
Die RWE-Profis Lucas Brumme (l.) und Michael Schultz (r.) beschweren sich bei Schiedsrichter Luca Jürgensen. Dabei hätte es in dieser Szene schlimmer kommen können für Rot-Weiss Essen.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Dass Rot-Weiss Essen damit gut bedient war, unterstrich sein Teamkollege Klaus Gjasula nach dem Spiel im Interview mit Magenta Sport. Der 36-Jährige, der nach dem Spiel auch seine Vertragsverlängerung an der Hafenstraße bestätigte, erklärte auf Nachfrage zu dieser Szene: „Wenn es blöd läuft, kriegt er Rot. Wir können froh sein, dass er nur die Gelbe bekommen hat. Er ist trotzdem sehr wichtig für uns und wird uns in Cottbus fehlen. Es wäre fatal gewesen, wenn er noch länger ausgefallen wäre.“

Rot-Weiss Essen muss Brumme in Cottbus ersetzen

Seit dem Spiel in Ingolstadt überragt der 26-jährige Brumme auf der offensiven Flügelposition. Dieser Schachzug von RWE-Trainer Koschinat hat sich in hohem Maße ausgezahlt. Der Linksfuß ist in der entscheidenden Saisonphase in Topform und hat seinen Teil dazu beigetragen, dass RWE fünf Spieltage vor dem Saisonende auf Aufstiegskurs ist.

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In Cottbus muss sich Rot-Weiss Essen etwas anderes einfallen lassen. Wichtig aus Essener Sicht ist, dass Franci Bouebari, der das Ingolstadt-Spiel aufgrund muskulärer Probleme verpasste, wieder fit sein wird. Danach sieht es aktuell auch aus, wie aus RWE-Kreisen zu hören ist. Im Offensivbereich gibt es mehrere Optionen: Dickson Abiama könnte auf die linke Seite rücken, rechts wären Marvin Obuz und Ramien Safi gute Alternativen. Glücklicherweise muss sich RWE diese Gedanken nur für eine Partie machen.