Der gelbgesperrte Rios Alonso reißt bei Rot-Weiss Essen vor dem Derby gegen den MSV Duisburg (16.30 Uhr, Magenta Sport) eine Lücke in der Innenverteidigung – doch für Trainer Uwe Koschinat ist die Lösung weniger eine Notlösung als vielmehr eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Struktur.
+++ RWE: Mölders-Interview vor dem Derby – „mit Druck konnte ich nie viel anfangen“ +++
„Die logischste Variante ist Kraulich“, stellte Koschinat klar und ließ damit wenig Raum für Spekulationen. Der entscheidende Faktor ist für ihn die bestehende Achse mit Kapitän Michael Schultz. „Für mich ist Schultz gesetzt“, betonte der RWE-Coach – und leitete daraus direkt die naheliegende Besetzung ab. „Die beiden kennen sich im Zusammenspiel sehr, sehr gut.“
Rot-Weiss Essen: Kraulich untermauert in Bochum-Test, dass Koschinat auf ihn bauen kann
Gerade in einem Derby, in dem laut Koschinat „Nuancen entscheiden“, setzt Essen bewusst auf Verlässlichkeit statt auf Experimente. Eingespielte Abläufe, klare Rollenverteilung und defensive Stabilität sollen die Basis bilden, um gegen einen offensiv variablen Gegner zu bestehen.

Dass Kraulich diese Rolle ausfüllen kann, hat er zuletzt untermauert. Im 4:0-Testspiel gegen Bochum konnte der Linksfuß Argumente sammeln. „Sie haben zusammen ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Koschinat über das Zusammenspiel mit Schultz. Auch wenn der Trainer einschränkte, dass Testspiele nur bedingt übertragbar seien, habe die Leistung intern Gewicht gehabt.
Auch interessant
In dieses Gesamtbild passt auch Koschinats grundsätzliche Einschätzung des Kaders. Trotz geringer Größe sieht er sein Team hervorragend aufgestellt. „Wir haben einen sehr kleinen Kader, aber einen sehr effektiven, sehr wirkungsvollen“, erklärte er. Gerade die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass sich nahezu jeder Spieler einbringen kann, wenn er gebraucht wird.
Rot-Weiss Essen: Nach schweren Wochen bietet sich Kraulich eine große Chance
Das Bochum-Spiel wurde dabei zum Sinnbild dieser Breite. „Alle haben sich hervorragend präsentiert, haben sich angeboten“, so Koschinat. Besonders wichtig: Auch Spieler, die zuvor nicht regelmäßig in der Startelf standen, hätten „sofort eine hervorragende Leistung geboten“. Für den Trainer ein klares Zeichen dafür, dass die Mannschaft nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Tiefe funktioniert.

Wöchentlich
Rot-Weiss Essen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zu RWE.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Für Kraulich bedeutet das nun die große Bühne im Derby – eingebettet in ein funktionierendes Gefüge und getragen von einem Kader, in dem jeder seine Rolle kennt. Oder anders gesagt: Kein Einzelspieler muss die Lücke allein schließen, sondern ein stabiles System trägt die Entscheidung. Nach der Enttäuschung über den Platz auf der Bank in den vergangenen Wochen gewiss auch eine Chance.
Rot-Weiss Essen vor entscheidenden Wochen
In einem Spiel, in dem Kleinigkeiten den Unterschied machen können, setzt Rot-Weiss Essen damit auf Kontinuität, Vertrauen und die eigene Kaderstärke. So will Koschinat die entscheidenden Wochen im Kampf um den Aufstieg angehen.








