An diesem Sonntag (22. März, 19.30 Uhr, WAZ-Liveticker) kommt es zum Abschluss des 30. Spieltags zum Drittliga-Duell zwischen Viktoria Köln und Rot-Weiss Essen. Stephan Küsters ist nicht mehr dabei. Für den ehemaligen Viktoria-Sportchef, der zum 19. Januar 2026 bei den Kölnern ausgeschieden ist, war dieses Spiel immer ein besonderes. Das ist es auch für Viktorias Sportvorstand Franz Wunderlich. Denn seit über einem Jahrzehnt kreuzen sich die Wege von Viktoria und RWE – einst in der Regionalliga, nun in der 3. Liga.

+++ RWE plant die neue Saison: Bei mindestens zwei Leihspielern gibt es Hoffnung +++

Beide Ligen verfolgt auch der 54-jährige Küsters mit großem Interesse. Zuletzt hätte, der in Pulheim lebende Manager, beinahe bei einem Drittligisten unterschrieben. Doch der mögliche Deal wurde nicht zum Abschluss gebracht. Nun kann Küsters in Ruhe das Geschehen in der 3. Liga verfolgen. Dem Ex-Profi ist nicht entgangen, dass RWE nach dem dritten Sieg in Serie auf den Relegationsplatzt geklettert ist. Wäre die Saison heute beendet, würden in der Relegation Rot-Weiss Essen und sein alter Verein Preußen Münster aufeinander treffen. „Das wäre ein brutales Duell“, lacht Küsters im Gespräch mit dieser Redaktion.

Rot-Weiss Essen: Viktoria Köln steckt in einer Ergebnis-Krise

Zunächst sind noch neun Spiele zu absolvieren. Am Sonntagabend müssen die Essener bei der Kölner Viktoria bestehen, die zuletzt drei Spiele in Folge verloren hat. Gegen Fast-Absteiger TSV Havelse unterlagen die Domstädter trotz 2:0-Führung mit 2:3, ein bitterer Rückschlag für den Tabellenzwölften, der sich mit 38 Punkten auf dem Konto keine Sorgen um den Klassenerhalt machen muss.

Stephan Küsters war bis zuletzt Sportchef bei Viktoria Köln. Das Spiel gegen Rot-Weiss Essen verfolgt er vor dem TV.
Stephan Küsters war bis zuletzt Sportchef bei Viktoria Köln. Das Spiel gegen Rot-Weiss Essen verfolgt er vor dem TV.© firo

Im Sportpark Höhenberg hatte die Essener in der jüngeren Vergangenheit Probleme, in der Vorsaison gab es dort eine 0:1-Niederlage. „RWE hat sich gegen die Viktoria immer schwergetan“, weiß Küsters und erläutert die Gründe. „Die Kölner sind eine Mannschaft, die immer gerne Fußball spielt und viel Ballbesitz hat. Da tut sich RWE ein wenig schwer gegen. Auf der anderen Seite ist die Viktoria im gesicherten Mittelfeld und Essen spielt um den Aufstieg. Gegen RWE ist es immer ein Highlight. Der Höhenberg wird sehr gut gefüllt sein und es wird ein spannendes Spiel. Ich bin selbst neugierig, wie das ausgeht. Ich werde die Partie am Sonntagabend im Fernsehen verfolgen.“

Rot-Weiss Essen - Erzgebirge Aue
Rot-Weiss Essen ist auf Kurs: Gegen Aue gelang der dritte Sieg in Folge. So kann es mit dem Aufstieg klappen.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Nach den drei jüngsten Erfolgen ist in Essen wieder Ruhe eingekehrt. Küsters spricht seinem ehemaligen Viktoria-Spieler Michael Schultz ein großes Lob aus. Der RWE-Kapitän habe nach dem Osnabrück-Spiel in seiner Brandrede die richtigen Worte gefunden. „Ich empfand es als genau richtig, was Kapitän Michael Schultz gesagt hat“, betont Küsters. „Er ist vorangegangen und hat sich als Kapitän vor seine Mannschaft und auch vor seinen Trainer gestellt. RWE spielt vielleicht nicht den besten Fußball, aber sie waren immer oben dran und sind jetzt Dritter. Am Ende zählt nur die Tabelle. Vielleicht schafft es Essen sogar noch einen der direkten Aufstiegsplätze zu belegen. Von daher macht Uwe Koschinat mit seinem Team eine gute Arbeit.“

Rot-Weiss Essen: Küsters sieht aktuell nur Osnabrück als Aufsteiger

Auf einen Aufsteiger habe sich Küsters bereits festgelegt. Tabellenführer VfL Osnabrück werde den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Rot-Weiss Essen sieht der frühere Viktoria-Sportchef nicht klar in der Favoritenrolle. Denn andere Traditionsklubs hätte ebenfalls eine Menge zu bieten. Die Fans und das Umfeld seien aus seiner Sicht kein klarer Vorteil. Küsters: „Bei Rot-Weiss Essen wird ja immer über die große Wucht des Vereins gesprochen und dass der Klub in der 2. Liga spielen müsste. Bei aller Sympathie für RWE sage ich aber auch: Rostock, 1860 München, VfL Osnabrück oder MSV Duisburg sind genauso wuchtig oder zum Teil noch wuchtiger. Aktuell sehe ich nur den VfL als Aufsteiger. Dahinter ist alles möglich. Auch Cottbus, Verl und Wehen Wiesbaden sind ja noch dick im Geschäft.“

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