Während seine Spieler nach dem herben 0:3-Dämpfer beim VfL Osnabrück zum Rapport bei den 1400 mitgereisten Fans antraten, stellte sich ein sichtlich frustrierter Uwe Koschinat dem Interview mit Magenta Sport. „Ich bin total unglücklich über dieses Spiel“, ließ der 54-Jährige ohne Umschweife wissen und erklärte: „Wir waren über die gesamten 90 Minuten nie so drin, wie es sich eigentlich für ein Spitzenspiel gehört.“

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Der Coach dürfte nicht der einzige gewesen sein, der vor dem Essener Gastspiel an der Bremer Brücke eine ausgeglichene Partie erwartet hatte. Immerhin lagen beide Vereine nach 24 Spieltagen dieser Drittliga-Saison punktgleich auf den Rängen vier und fünf. „Normalerweise – das zeigt ja die Tabelle – bewegen wir uns mit Osnabrück auf Augenhöhe. Von daher ist es absolut beschissen, dass es heute einfach nicht gereicht hat“, befand Koschinat.
Koschinat sieht bei Rot-Weiss „Verkettung an Problemen“
Gründe für die Niederlage fand der Trainer reichlich: „Wir haben unheimlich viele Situationen gehabt, wo 50/50-Bälle von Osnabrück einfach viel, viel wachsamer erobert bzw. verteidigt wurden. Aus meiner Sicht haben wir zwar ordentliche Aufbaustrukturen gehabt, aber wir kamen nie wirklich in die gefährlichen Zonen, weil wir heute gedanklich einfach unheimlich langsam waren.“ Würde er sich alle Szenen, in denen der Ball irgendwo zwischen zwei Gegenspielern lag, noch einmal vor das geistige Auge rufen, dann „waren es am Ende alles Osnabrücker Bälle – und das ist einfach ein scheiß Zeichen für uns. Weil das ist eigentlich eine Qualität, über die wir uns immer ausgezeichnet haben.“
Seine Mannschaft habe zwar schon das eine oder andere Mal gezeigt, dass sie Rückstände noch aufholen kann. Gegen eine so gute Mannschaft wie den VfL, würde das aber selbst mit höchstem Kraftaufwand nicht unbedingt funktionieren. „Das ist uns heute komplett widerfahren“, so Koschinat. „Man hatte von außen betrachtet das Gefühl, dass alle Spieler mit sich – mit den Verhältnissen im Ballbesitz, mit Zweikampfsituationen, mit dem richtigen Freilaufverhalten und sicheren Aktionen in der Spielfortsetzung – enorm zu kämpfen hatten. So haben wir überhaupt keine Ruhe, Präzision und Qualität in unser Spiel gebracht. Und wenn man dann so eine Verkettung an Problemen hat, dann hat man einen wahnsinnig schweren Einstieg in so ein Spiel.“

Den Gastgebern sei das deutlich besser gelungen. So hob Koschinat die „unheimlich schnelle Spielanlage“ und „Griffigkeit im Nachverteidigen“ der Osnabrücker hervor, die seiner Mannschaft an jenem Samstag fehlten. Dass das 0:1 in der 45. Minute dann auch noch aus einem eigenen Abstoß heraus gefallen war, „passt natürlich zur Leistung dieses Spiels. Das war dann schon eine heftige Bürde und so haben wir dann eigentlich nie wirklich ins Spiel reingefunden.“
Um am kommenden Samstag (14 Uhr) beim Tabellensiebten Hansa Rostock wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, müssten die Führungsspieler mit ins Boot genommen werden damit sie bei der Analyse ihre Gefühlswelt einbringen könnten: „Es geht darum, zu verstehen, warum sich manche Dinge in einigen Spielen so hervorragend anfühlen, und in anderen so miserabel“, erklärte Koschinat.




