Mit mindestens einem Auge schielt Drittligist Waldhof Mannheim noch auf die Aufstiegsränge der 3. Liga. Nur fünf Punkte Rückstand hat der Tabellenneunte Rückstand auf den Vierten Rot-Weiss Essen. Jetzt allerdings werden die Kurpfälzer von einem folgenreichen Transfer-Streit erschüttert.

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Einen Spieler suchte man beim Trainingsstart in Mannheim am Freitag vergeblich auf dem Platz: Kennedy Okpala, der Topscorer der Mannschaft, war nicht anwesend. Stattdessen wurde der 21-Jährige als Neuzugang beim Zweitligisten SC Paderborn vorgestellt. Das habe man nach Angaben der Mannheimer „mit Verwunderung“ zur Kenntnis genommen.

Mannheim akzeptiert Okpala-Kündigung nicht

„Kennedy Okpala hat seinen laufenden Vertrag zum Jahresende gekündigt und ist heute nicht zum Training erschienen“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung auf der Webseite des Vereins. „Ein solches Verhalten wird vom SV Waldhof Mannheim 07 nicht toleriert. Kennedy Okpala ist weiterhin Spieler des SV Waldhof.“

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„Die Bekanntgabe des Transfers kommt für uns überraschend“, äußerte sich Mannheims Geschäftsführer Gerhard Zuber gegenüber der Rheinpfalz und kündigte an, Okpalas Kündigung arbeitsrechtlich prüfen zu lassen. Der Angreifer sei eigentlich fest eingeplant gewesen – auch für das anstehende Trainingslager im türkischen Belek. Entsprechende Vorbereitungen seien bereits getroffen worden.

Mannheim droht enormer sportlicher und finanzieller Verlust

Kontakt mit dem SC Paderborn habe es laut Zuber im Vorfeld durchaus gegeben, allerdings keine weitergehenden Verhandlungen. „Sie haben sich erkundigt und wollten den Spieler gerne verpflichten. Das Gespräch haben wir aber nicht weiter fortgeführt.“ 

FC Ingolstadt 04 - SV Waldhof Mannheim 07
Kennedy Okpala hat beim SV Waldhof Mannheim die Kündigung eingereicht und wurde beim SC Paderborn als Neuzugang vorgestellt.© Daniel Karmann/dpa | Daniel Karmann

Ausgangspunkt des bizarren Ist-Zustands soll die unterschiedliche Auslegung einer Ausstiegsklausel in Okpalas aufgekündigtem Vertrag beim SV Waldhof sein. Sportrechtler und Okpala-Berater Horst Kletke erklärte: „Es stimmt, wir haben gekündigt, weil Waldhof Mannheim die eigenen vertraglichen Pflichten nicht eingehalten hat.“ Die Ausstiegsklausel sei klar formuliert und vollumfänglich erfüllt worden. Sollte die Spielerseite mit der Kündigung durchkommen, würde den Mannheimern neben dem sportlichen Verlust auch eine signifikante Ablöse entgehen.

Paderborn macht Transfer offiziell

Die Paderborner haben Okpalas Wechsel schon als perfekt gemeldet. Nach Angaben der Ostwestfalen unterschrieb der Offensivspieler einen langfristigen Vertrag und reiste mit dem Team von Trainer Ralf Kettemann direkt ins Trainingslager in die Türkei. „Wir freuen uns sehr, dass sich Kennedy für uns entschieden hat und beim SCP07 den nächsten Karriereschritt gehen möchte. Er ist enorm entwicklungsfähig, schnell, beidfüßig und flexibel in der Offensive einsetzbar. Somit passt er hervorragend zum Paderborner Weg“, sagte SC-Geschäftsführer Sport, Sebastian Lange.

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Okpala hatte in der Hinrunde der laufenden Drittligasaison in 18 Spielen sieben Tore erzielten und fünf Vorlagen beigesteuert. Er spielte seit 2021 in Mannheim und kommt insgesamt auf 71 Drittligapartien (16 Tore, 6 Vorlagen). Fest steht: Schon jetzt hat der Essener Drittliga-Rivale durch die Vorkommnisse großen Schaden genommen. Sportlich und finanziell droht dem SV Waldhof der Super-GAU. (mit dpa)